Enduro-Bikes, die zurzeit einen regelrechten Boom erleben, ermöglichen Anfängern schnelle Fortschritte in unwegsamem Gelände. Aber auch Fortgeschrittene profitieren von den enormen technischen Entwicklungen der Bikes.

Ein Helm ist beim Mountainbiken ein „Muss“. Er ist mittlerweile nicht mehr nur ein lebenswichtiger Schutz, sondern auch Styleobjekt. Aus diesem Grund haben fast alle Helmanbieter mehrere Modelle von Helmen in Ihrem Sortiment. So auch Bell.

Bell ist es vor knapp zwei Jahren gelungen mit dem Modell Super einen der gefragtesten Enduro-Helme auf den Markt zu bringen. Auf der Eurobike 2014 wurde nun die nächste Evolutionsstufe vorgestellt, der Bell Super 2R. Dieser verfügt über einen abnehmbaren Kinnbügel und spannt so die Brücke zwischen einfachem Halbschalen- und Full-Face Helm.

Sieht aus wie ein vollwertiger Full-Face Helm
Sieht aus wie ein vollwertiger Full-Face Helm

Wir von Cycleholix haben den Bell Super 2R für euch ausgiebig getestet.

Erstkontakt:

Unser Exemplar wurde uns in der Größe M und der Farbvariante Titaniummatt/ Red Viper zur Verfügung gestellt. Die Größe M bietet Platz für einen Kopfumfang von 55 bis 59 cm. Das Kopfband lässt sich am Hinterkopf in drei verschiedene Höhen einstellen. Wir wählten die oberste Einstellung. Für die Weite des Kopfbandes fühlt sich das von Bell bekannte Speed Dial System verantwortlich und weiß zu überzeugen. Die Kinnriemen sind recht weit vom Kopf weg. Das Innenleben, sprich die Polsterung, macht einen sehr guten Eindruck und kann dank Klettverschluss herausgenommen werden. Der Helm hat 23 Öffnungen und verspricht damit eine gute Belüftung. Die Verarbeitung des Bell Super 2R macht einen recht guten Eindruck. Was uns gar nicht gefallen hat, ist der Schirm am Helm. Dieser macht nicht den stabilsten Eindruck, da er lediglich aus recht dünnem Plastik geformt ist. Dazu haben wir von Bell die Aussage erhalten, dass der Schirm bewusst so konstruiert wurde, um eine mögliche Sollbruchstelle zu generieren.

Generell bietet der Helm mit dem tiefgezogenen Bereich am Hinterkopf schon in der Halbschalenvariante ein sicheres Gefühl. In dieser Form bringt der Helm 427 selbstgewogene Gramm auf die Waage. Somit gehört er nicht zu den leichtesten Halbschalenhelmen.

Mit dem Kinnbügel sieht das dann schon anders aus. In der Full Face Version wiegt der Helm 755g und gilt somit als sehr leicht. Allerdings muss erwähnt werden, dass der Bell Super mit Kinnbügel nicht die Zertifizierung eines Downhill-Helmes hat. Der Kinnbügel hat zusätzlich sechs Lüftungsöffnungen, so dass man nicht an Luftmangel leiden sollte. Die Schnallen, über die sich der Kinnbügel an der Halbschale befestigen lässt, sehen schick und robust aus und funktionieren ähnlich wie bei einem Skischuh. Das An- und Abmontieren des Kinnbügels ist kinderleicht  und bereitet auch mit Handschuhen keine Probleme, was später auf dem Trail wichtig ist.

Ein tolles Gimmik bietet der Helm mit dem GoPro Halter. Hier lässt sich nicht nur die Helmkamera befestigen, sondern auch unsere, für euch getestete MyTinySun Folkslight.

Tolles, vielseitiges Feature - GoPro Halterung
Tolles, vielseitiges Feature – GoPro Halterung

In Action:

Nachdem man die Passform gecheckt, das Kopfband festgezurrt und die Kinnriemen in Position gebracht hat, kann es dann endlich losgehen. Der Helm hat eine gute Passform und einen festen Halt. Selbst bei ruppigen Abfahrten verrutscht der Helm nicht. Das Visier verursacht keine klappernden Geräusche und hält die Position trotz des dünnen Materials.

Da wir den Helm zu dieser Jahreszeit bei kalten Bedingungen getestet haben, waren dies die optimalen Bedingungen um die Belüftung zu testen, da man hier die kalte Luft sehr gut spürt. Bergauf wurde es jedoch bei Temperaturen um den Nullpunkt recht warm unterm Helm und man begann zu schwitzen. Fairerweise muss man sagen, dass bei langsamen Bergauffahrten einfach der Fahrtwind fehlt. Beim Downhill ist dies ganz anders und man spürt deutlich den Luftzug durch die Öffnungen im Helm.

Die Passform und die Polsterung waren super. Der Helm umschließt sehr gut den Kopf, wird am Hinterkopf weit nach unten gezogen und bietet somit eine Extraportion Schutz, was wir definitiv befürworten. Selbst nach mehrstündigen Ausfahrten hatten wir dank der guten Polsterung keine Druckstellen und der Helm verschwand tatsächlich aus der aktiven Wahrnehmung.

Was uns ebenfalls sehr gut gefallen hat: der Helm ist mit einer Goggle kombinierbar. Gerade beim Downhill weiß man dies sehr zu schätzen, wenn man bergab nicht mit einer verrutschenden Brille zu kämpfen hat. Bergauf kann man das Visier weit hochklappen, so dass die Goggle darunter gut Platz findet.

Super mit Goggle zu tragen
Super mit Goggle zu tragen

In Kombination des Kinnbügels mit einer Goggle hat man dann wirklich das Gefühl mit einem Full Face Helm unterwegs zu sein. Der Kinnbügel bietet zusätzlichen Halt, da die Backenpolster sehr dick ausfallen und somit stramm sitzen. Der Helm wirkt in dieser Variante sehr robust und vermittelt ein Mehr an Sicherheit. Dieses Gefühl verleitet dazu, das Gas länger stehen zu lassen und auch Passagen zu fahren, welche man sich vorher nicht gewagt hat. Man kann auch sagen: Bell macht schnell.

Fazit:

Die Passform des Super 2R hat uns sehr gut gefallen. Abgesehen vom Visier macht der Helm auch einen sehr guten Eindruck bei der Verarbeitung und weiß mit weiteren Besonderheiten, wie die GoPro Halterung und die Kompatibilität mit einer Goggle zu überzeugen. Die Belüftung war gut. Was aber am wichtigsten ist: das Sicherheitsgefühl mit diesem Helm ist top. Die 2-in-1 Version des Bell Super 2R ist eine tolle Sache, sie funktioniert und sieht auch noch gut aus. Bleibt noch der stolze Preis von 199,95€.

7 Kommentare

  1. Mein Helm hat das Problem, dass die Nackenverstellung bei jedem Aufsetzen nach oben rutscht wieder runter gezogen werden muss, trotz Rasterung. Der alte Bell Super ließ sich da mit einer anderen Konstruktion besser einstellen (set and forget), da ist die Variante vom 2R viel schlechter. Das ist auch kein Einzelfall, denn die 2R von zwei Bekannten weisen das selbe Problem auf.

  2. […] Helmen im Test vorstellen. Ein Enduro/Tourenhelm und einen Fullface Helm für den Donwhill Einsatz. Den Super 2 R haben wir euch bereits ausführlich in einem Einzeltest vorgestellt, für den Enduro Einsatz haben […]

  3. Toller Bericht. In den Punkt Sicherheit hat mich der Helm überzeugt. Aber die Belüftung hält mich seit Tagen von einer Bestellung ab.
    Durch euren Bericht rückt der Helm immer mehr auf Platz 1

    • Hallo Matthias,
      das freut uns. Ob es der richtige Helm für dich ist, musst du entscheiden. Primär solltest du dein Augenmerk aber auf Passform und Sicherheit legen. Bzgl. der Belüftung habe ich persönlich noch keinen Helm erlebt, unter dem man nicht schwitzt, was ja eigentlich auch in der Natur der Sache liegt.
      Best…
      Phil

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