Mit dem e-STORIA haben die italienischen Fahrwerksspezialisten von EXT Racing Shox im vergangenen Jahr ihren ersten Dämpfer speziell für E-Bikes vorgestellt. Basierend auf dem erfolgreichen STORIA LOK Enduro Dämpfer, hat EXT den e-STORIA grundlegend robuster konstruiert und ihm einige technische Updates verpasst. Nachdem uns zuletzt der EXT STORIA LOK V3 und die EXT ERA Federgabel mit einer hervorragenden Performance überzeugen konnten, waren wir sehr gespannt, wie sich der neue e-STORIA als Upgrade für das E-Bike schlägt.

EXT e-STORIA in der Übersicht

Das auffälligste Merkmal des neuen EXT e-STORIA ist zweifelsohne der gedrehte Ausgleichsbehälter, der zu insgesamt kompakteren Abmaßen des Dämpfers führt und die Kompatibilität mit diversen E-MTB Rahmen verbessert.

Im Vergleich zu EXT’s STORIA Enduro Race Dämpfer bringt der e-STORIA ein paar Gramm mehr auf die Waage. Schließlich soll der e-STORIA den höheren Lasten schwerer E-Bikes gerecht werden ohne Abstriche bei Haltbarkeit und Komfort in Kauf zu nehmen zu. Ausschlaggebend hierfür sind die insgesamt robustere Konstruktion des Dämpfer-Bodies, sowie der neue Chromoly Schaft und der verstärkte Federteller, der im e-STORIA für Federn bis zu einer Federrate von 800 lb/in ausgelegt ist.

EXT e Cycleholix
EXT e-STORIA. Hier zu sehen mit der Hardware für das Specialized Turbo Levo 2022.

Bei der Dämpfung gibt es auf den ersten Blick wenig Überraschungen, denn der e-STORIA verfügt über unabhängige Einstellmöglichkeiten für die Zugstufendämpfung, die High- und die Low-Speed-Druckstufendämpfung. Für die Druckstufen wird ein 4 mm Innensechskant (Low) und ein 12 mm Maulschlüssel (High) benötigt. Im Vergleich zum normalen STORIA verfügen alle Dämpfungskreisläufe aufgrund technischer Neuerungen über einen größeren Einstellbereich.

Typisch für viele Enduro Dämpfer, verfügt auch der e-STORIA über einen kleinen Hebel zur schnellen Verstellung der Druckstufe, um auf flachen Verbindungsstücken oder an langen Anstiegen mehr Ruhe ins Heck zu bekommen. Auch wenn EXT dieses System LOK 2.0 nennt, handelt es sich nicht um einen reinen Lockout, der den Ölfluss regelrecht blockiert, sondern um einen zusätzlich aktivierbaren Hydraulik-Kreis, bei dem der Ölfluss über Shims kontrolliert wird. Der Vorteil dieses Designs soll darin liegen, dass der e-STORIA im LOK Modus bei hohen Lasten immer noch gleichmäßig öffnen kann und einen guten Komfort bietet.

Wie andere EXT Dämpfer verfügt auch der e-STORIA über den hydraulischen Durchschlagschutz namens HBC (Hydraulik Bottom-Out Control), der den ansonsten für Coil-Dämpfer typischen großen Gummipuffer auf der Kolbenstange nahezu überflüssig macht. HBC wird bei EXT Dämpfern über einen weiteren Kolben aktiviert, der das Dämpfungsöl auf den letzten 15 % des Federwegs durch ein zusätzliches Ventil leitet und damit den hydraulischen Widerstand im Dämpfer um bis zu 50 % erhöht. Im Gegensatz zum normalen STORIA ist HBC beim e-STORIA auch extern über einen 4 mm Innensechskant direkt über dem LOK Hebel einstellbar, was noch einmal mehr Möglichkeiten bietet, den Federweg optimal zu nutzen.

Eine weitere Besonderheit des e-STORIA ist die Negativfeder oder vielmehr die Tatsache, dass EXT den e-STORIA mit einer Negativfeder ausgestattet hat. Meist werden Negativfedern nur bei Luftdämpfern eingesetzt, um das Ansprechverhalten zu Beginn des Federwegs zu verbessern. Bei Coil-Dämpfern ist dies aufgrund des kaum vorhandenen Losbrechmoments und der geringen Reibung im System eigentlich nicht notwendig. Der wirkliche Mehrwert ist daher in einem verbesserten top-out Verhalten des e-STORIA zu sehen, da die Ausfederbewegung selbst bei härteren Federn und schnell eingestellter Zugstufe sanft abgefangen wird und damit insgesamt weniger Unruhe im Fahrwerk entsteht.

Bottom out bumber & HBC
Dank HBC kann auf einen üppigen Gummipuffer verzichtet werden. Ein wenige Millimeter schlankes Modell reicht aus.

Angeboten wird der e-STORIA in den folgenden Varianten:

  • Metrisch Standard: 210, 230, 250 mm
  • Metrisch Trunnion: 185, 205, 225 mm
  • Hub: 50 – 75 mm in 2,5 mm Schritten

Der aktuelle Preis für den e-STORIA liegt bei 1.149,99 EUR inklusive zweier EXT Superlight V2 Federn. Die passende Hardware ist nicht in diesem Preis enthalten, kann aber direkt bei schnurrTECH mitbestellt werden.

Das Testbike und der „passende“ e-STORIA

Für den Test des e-STORIA habe ich ein Specialized Turbo Levo Expert Modell 2022 gewählt, welches serienmäßig mit einem Fox Float X2 Dämpfer in der Performance Elite Variante ausgeliefert wird.

Der Dämpfer verfügt über eine Einbaulänge von 210 mm und einen Hub von 55 mm und ermöglicht damit in Verbindung mit dem Levo Hinterbau 150 mm Federweg. Der Hinterbau des Levo verfügt über eine Progression von knapp über 20 %, weshalb abhängig vom Dämpfer-Tune und den eingesetzten Federn nichts gegen den Wechsel auf den e-STORIA sprechen sollte.

EXT e-STORIA im Specialized Levo Expert 2022
EXT e-STORIA im Specialized Turbo Levo Expert 2022

In Deutschland kümmert sich die Firma schnurrTECH um den Vertrieb von EXT Komponenten und sorgt dafür, dass ihre Kunden einen individuell abgestimmten Dämpfer erhalten. Denn den e-STORIA gibt es nicht von der Stange, sondern immer individuell auf die Käuferin oder den Käufer und für das entsprechende Bike abgestimmt. Abgestimmt bedeutet in diesem Fall, dass EXT anhand des Bikes bzw. der Kinematik und des Fahrergewichts den e-STORIA mit den passenden Shim Stacks ausstattet und zwei geeignete Federn auswählt. Letztere könnt Ihr selbstverständlich beim Bestellprozess auch selbst auswählen, sofern Ihr bereits wisst, was für Euch am besten passt. Ich zumindest habe mich bei der Wahl der Federn voll auf EXT verlassen. 

Für mein fahrfertiges Gewicht von knapp 90 kg, wählte EXT eine 550 lb/in und eine 575 lb/in Feder aus. Und für alle, die es interessiert: Mit selbst nachgewogenen 337 und 348 Gramm ist die Bezeichnung „Superlight“ im direkten Vergleich zu anderen Federn durchaus gerechtfertigt. Zusammen mit dem e-STORIA (494 Gramm) liegt man dabei knapp 200 Gramm über dem Fox Float X2 aus dem Levo, was für den Wechsel auf einen Coil Dämpfer ein guter Wert ist.

Zum Vergleich: Luftdruck vs. Federrate und der Negativfederweg

Specialized empfiehlt laut Handbuch einen Negativfederweg von 25 % als Ausgangspunkt für das Levo, der je nach persönlicher Vorliebe leicht variiert werden kann. In Verbindung mit dem serienmäßig verbauten Float X2 und der Möglichkeit die Progression des Dämpfers über Spacer anzupassen, konnte ich das Levo je nach Einsatzgebiet auch ohne Probleme mit bis zu 30 % Negativfederweg fahren. Für den direkten Vergleich bedeutet das, dass ich mit komplett fahrfertigen 90 kg am besten mit einem Luftdruck von minimal 240 bis maximal 250 PSI im Float X2 zurechtgekommen bin. Entsprechend war ich sehr gespannt, welches Setup bzw. welcher Negativfederweg sich mit den beiden Federn ergeben würde.

Vorher aber ein Wort zum Einbau und zur Vorspannung der Federn:

Im Gegensatz zu vielen anderen Coil-Dämpfern verfügt der e-STORIA – wie zuvor erwähnt – über eine Negativfeder, die den Dämpfer ohne Vorspannung durch die Feder ein wenig „zusammenzieht“. Damit die Feder korrekt und spielfrei montiert werden kann, muss der Dämpfer im eingebauten Zustand entlastet werden. Wie im Video von EXT zu sehen, funktioniert das am einfachsten, indem das Bike angehoben wird, und das Gewicht des Hinterrades den e-STORIA auseinanderzieht.

Sobald die Feder spielfrei zwischen den beiden Federtellern sitzt, ist die Feder korrekt vorgespannt. Von dieser „Null-Position“ kann die Feder dann laut EXT noch maximal 2 mm weiter vorgespannt werden, um den Negativfederweg zu verringern. Ist die gewünscht Vorspannung eingestellt, verhindert die kleine Kunststoffmadenschraube, dass sich der obere Federteller im Betrieb verdreht.

Jetzt zu den beiden „für mich“ von EXT ausgesuchten Federn:

Feder Vorspannung: 0 mm Vorspannung: 2 mm
550 lb/in 29 % | 17 mm 27 % | 15 mm
575 lb/in 27 % | 15 mm 24 % | 13 mm

Federhärte und resultierender Negativfederweg ohne und mit maximal zulässiger Vorspannung

Die mit einer Federrate von 575 lb/in härtere der beiden EXT Federn brachte das Levo ohne zusätzliche Vorspannung nah an den von Specialized empfohlenen Negativfederweg (25 %) heran.

Auf dem Bike in neutraler Position stehend konnte ich einen Negativfederweg am Dämpfer von rund 15 mm messen, was ca. 27 % entspricht. Mit zusätzlicher Vorspannung der Feder konnte ich den Negativfederweg auf die empfohlenen 25 % einstellen. Werden die maximal erlaubten 2 mm Vorspannung ausgenutzt (was ich persönlich immer vermeide) kann der Negativfederweg auf 13 mm bzw. ca. 24 % reduziert werden.

Die 550 lb/in Feder führte – wenig überraschend – zu etwas mehr Negativfederweg.

Ohne zusätzliche Vorspannung lag der Negativfederweg mit 17 mm bei ca. 29 % und damit näher an dem Wert, den ich gerne mit dem Fox Float X2 am Levo fahre. Mit zusätzlicher Vorspannung konnte ich den Negativfederweg mit der 550er Feder auf 15 mm bzw. 27 % reduzieren, was exakt dem Wert der nicht vorgespannten 575er Feder entspricht.

Um es kurz zu fassen: Rein von den gemessenen Werten hätten die ausgewählten Federn nicht besser zum Levo und zu mir passen können.

Mit dem EXT e-STORIA auf dem Trail

Für die ersten Ausfahrten mit dem e-STORIA hatte ich mich für die härtere 575er Feder entschieden und dabei relativ schnell ein erstes Setup gefunden, um den Dämpfer stimmig zur Fox 38 des Levo abzustimmen. Letztere fahre ich beim Luftdruck recht nah an den Empfehlungen von Fox mit zwei oder drei Volumen-Spacern. Die Zugstufe fahre ich gerne ein bis zwei Klicks weiter geöffnet und die Low- und High-Speed-Druckstufe habe ich meist nur wenige Klicks geschlossen, da die Fox 38 für meinen Geschmack selbst dann ausreichend Reserve und Gegenhalt bietet.

Bei diesem „stimmigen“ Setup des e-STORIA fällt eins direkt positiv auf: Weder bei der Zugstufe, noch bei der Low- und High-Speed-Druckstufe landet man am Rand des Einstellbereichs. Hier macht sich bezahlt, dass der Dämpfer auf das Bike und mein Gewicht abgestimmt ist und man immer noch Spielraum für mehr oder weniger Dämpfung hat, um das Bike besser an andere Streckenverhältnissen oder die persönlichen Vorlieben anpassen zu können.

Nach den ersten Runden auf meinen Hometrails hatten sich mit der 575er Feder die folgenden Einstellungen – jeweils von geschlossen gezählt – als guter Ausgangswert für mich herausgestellt:

Zugstufe: 6 von 12 Klicks
Low-Speed Druckstufe: 9 von 13 Klicks
High-Speed-Druckstufe: 10 von 15 Klicks
Hydraulic Bottom-Out Control: 4 von 8 Klicks

EXT e Cycleholix

Und was war jetzt anders als mit dem Float X2? Tatsächlich so Einiges.

Mit der 575er Feder, etwas weniger Negativfederweg und dem für Coil-Dämpfer typischen linearen Verhalten fühlte sich der Hinterbau sehr direkt an und generierte ordentlichen Gegenhalt, was sehr gut zu dem eher straff, sportlichen Charakter des Levo passte. Der tatsächliche Mehrwert war dabei jedoch, dass der e-STORIA gleichzeitig für mehr Komfort und Kontrolle im Vergleich zum X2 sorgte. Das Ansprechverhalten ist einfach besser, sodass kleine Unebenheiten deutlich weniger an den Fahrer weitergereicht werden. Zudem wird für mittlere bis große Hindernisse etwas mehr Federweg freigegeben, da man eben nicht so früh wie bei einem Luftdämpfer in den progressiveren Federwegbereich vordringt.

EXT e Cycleholix

Am deutlichsten wurde dieser Komfortgewinn auf technisch anspruchsvollen und schnellen, ausgefahrenen Trails, da der e-STORIA für mehr Ruhe unter den Füßen sorgte. Besonders bei Ausfahrten mit Flat Pedals hat sich die Grenze meiner Komfortzone mit dem e-STORIA somit ein ganzes Stück nach oben verschoben und es wurde schnell notwendig die Fox 38 an der Front straffer abzustimmen, um entsprechend mithalten zu können.

Apropos „Abstimmen“… Das geht mit dem e-STORIA für mein Empfinden recht einfach von der Hand, da die einzelnen Klicks der Zug- und der beiden Druckstufen sich auch merkbar auf das Fahrverhalten auswirken. Während ich bei der Zugstufendämpfung je nach Lust und Laune um maximal 1 bis 2 Klicks von meinem Ausgangswert abgewichen bin, zeigte sich bei der Druckstufe ein größerer nutzbarer Bereich. Ist halt immer auch ein wenig Geschmackssache. Bei der High- und der Low-Speed-Druckstufe waren für mich dann auch gerne mal 3 bis 4 Klicks mehr Dämpfung drin, wenn es darum ging ein paar Sekunden auf meinen bekannten Trails rauszuholen, was aber für den „Normal- bzw. Dauerbetrieb“ dann doch etwas zu straff war. Fakt ist, dass der Verstellbereich des e-STORIA für alles, was ich sinnvoll einstellen wollte, weder nach unten noch nach oben am Limit war.

Limit ist auch ein gutes Stichwort, um auf HBC bzw. die Hydraulic Bottom-Out Control zu kommen, die den e-STORIA von vielen andere Coil-Dämpfern unterscheidet. Schließlich können Coil Dämpfer schnell ans Limit kommen, wenn der Hinterbau nicht progressiv genug ausgelegt ist, um für ausreichend Durchschlagschutz zu sorgen. Beim Levo ist es mit dem e-STORIA nie zu Problemen oder zu spürbaren Durchschlägen auf den Trails gekommen. Nach Sprüngen, Drops oder in starken Kompressionen kündigt sich das Ende der 150 mm Federweg des Hinterbaus selbstverständlich irgendwann an. Dies geschieht aber dank HBC absolut unauffällig und eben nur auf den letzten Millimetern des Dämpferhubs, was für enormes Selbstvertrauen sorgt, wenn sich eine verpatzte Landung andeutet.

EXT e Cycleholix
Wenn es das Fahrwerk kräftig zusammenstaucht, ist der hydraulische Endanschlag ein absoluter Mehrwert und Gewinn an Sicherheit.

Untermalt wird jede Bewegung des EXT e-STORIA mit einem satten Sound der Zug- und Druckstufendämpfung. Ich kenne keinen Dämpfer, der einen vergleichbare Soundkulisse produziert und jede Bewegung mit einem Zischen und Rauschen des Dämpfungsöls in den Ventilen quittiert. Dieser permanente Sound ist auf die Konstruktion des Innenlebens und die bewusst turbulent ausgelegten Strömungen zurückzuführen. Performance geht hier eindeutig vor absoluter Stille. ABER jetzt kommt ein wichtiger (wenn auch persönlicher Punkt). Wenn ich ein Geräusch an meinem Bike hören möchte, dann bitte das von meinem Dämpfer. Ich möchte den Sound des e-STORIA ebenso wie die zusätzliche Performance nicht mehr missen. Und ich bin jemand, der auf das kleinste Klappern und Knarzen am Bike absolut allergisch reagiert…

EXT e Cycleholix

Berghoch ist der EXT e-STORIA natürlich ruhiger und lässt sich mit dem LOK Hebel auch noch mehr beruhigen. Kurz und knapp: LOK 2.0 erfüllt seinen Zweck sehr effektiv und lässt den Dämpfer mit weniger Bewegung höher im Federweg stehen. Dennoch macht das System bei Hindernissen sanft auf, sodass der e-STORIA trotz der deutlich spürbaren Plattform gut auf den Untergrund reagiert.

Auch wenn der Hebel mit Handschuhen gut zu ertasten ist und es kein Problem ist ihn regelmäßig zu betätigen, habe ich beim Levo selten davon Gebrauch gemacht. Bei einem E-MTB greife ich wirklich nur auf sehr langen gleichmäßigen Anstiegen zu einer „Kletterhilfe„. Aber dann ist solch eine Funktion natürlich durchaus willkommen.

EXT e Cycleholix

Die zweite, weichere 550er Feder habe ich selbstverständlich auch ausprobiert. Der etwas größere Negativfederweg in Verbindung mit der geringeren Federrate sorgte für ein noch satteres Fahrgefühl im rauen Gelände und entsprechend etwas mehr Grip am Hinterrad. Diesen Zugewinn an Grip erkauft man sich jedoch damit, dass man permanent etwas tiefer im Federweg steht. Mit ein bis zwei Klicks mehr High- und Low-Speed-Druckstufendämpfung und einem Klick weniger Zugstufendämpfung war aber auch mit der 550er Feder schnell ein gutes Setup gefunden. Der Charakter des Levo ändert sich dennoch leicht: Mehr Bügeleisen mit minimal weniger Reserve fürs Grobe, weil immer etwas weniger Federweg für die dicken Dinger zur Verfügung steht.

Durchschläge waren zu meiner Verwunderung auch mit der weicheren Feder immer noch kein Problem, da der hydraulische Durchschlagwiderstand mit zwei zusätzlichen Klicks selbst bei knapp 30 % Negativfederweg effektiv genug auf den letzten Millimetern bremst, ohne eben abrupt zu stoppen. Noch weicher sollte die Feder für meinen Geschmack am Levo dennoch nicht werden.

Welche Feder für welche Gelegenheit?

Für mich hat sich über den gesamten Testzeitraum die härtere der beiden Federn als mein Favorit für das Levo und die überwiegend trockenen Trails der letzten Monate bestätigt. Sie passte für meinen Geschmack besser zum breiten Einsatzbereich des Levo und hat den besten Mittelweg aus direktem Fahrverhalten und Komfort bei hohen Geschwindigkeiten geboten. Die weichere Feder sehe ich als die bessere Lösung für die nass-kalte Jahreszeit an, in der die Geschwindigkeiten etwas niedriger ausfallen und matschige Trails und nasse Wurzeln das maximum an Grip erfordern. Daher schadet es definitiv nicht, dass der e-STORIA direkt mit zwei Federn ausgeliefert wird.

EXT Superlight Spring
EXT Superlight V2 Feder in 550 lb/in für max 65 mm Hub

Fazit

Der EXT e-STORIA hat sich im Vergleich zu dem Seriendämpfer des Specialized Levo als großartiges Upgrade erwiesen. Er liefert die Coil-typischen Vorteile wie das butterweiche Ansprechverhalten, mehr Grip und mehr Kontrolle, ohne dabei Abstriche beim Durchschlagschutz in Kauf nehmen zu müssen. Die Dämpfung bietet dank individueller Abstimmung einen sinnvoll gewählten Verstellbereich und wird mit allem fertig, was ihr auf dem Trail entgegengeworfen wird. Dank EXT’s Ventiltechnik arbeitet sie nicht nur auf langen Abfahrten konstant sondern auch mit einem unverwechselbaren Sound. Der hydraulische und einstellbare Durchschlagschutz HBC ersetzt den sonst oft gesehen großen Gummipuffer und ermöglicht den Federweg fast bis zum Schluss gleichmäßig zu nutzen ohne plötzlich hart anzuschlagen.

Mit 1.149,99 EUR hat dieses Upgrade einen durchaus sportlich hohen Preis, der sich aber im Vergleich zu einigen anderen Herstellern relativiert. Denn schließlich liefert EXT den e-STORIA auf Euch und Euer Bike abgestimmt inklusive zweier Superlight Federn aus. Rechnet man die Kosten für andere Premium Dämpfer, zwei leichte Federn und eine individuelle Abstimmung zusammen, muss der e-STORIA den direkten Vergleich nicht scheuen.

Allen, die bereit sind für maximale Leistung am E-MTB und ein wenig Exklusivität den entsprechenden Preis zu zahlen, kann ich den e-STORIA absolut empfehlen.


Text und Redaktion: Robin Krings
Fotos: Michael Klasen, Robin Krings
weitere Informationen: schnurr-tech.de, extremeshox.com

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