Die Tage werden kürzer, die Temperaturen gehen langsam aber sicher runter und manche Trails wollen gar nicht mehr richig trocken werden. Ein guter Zeitpunkt auch bei den Schuhen auf das gewisse Extra an Wetterschutz zu achten. Mit dem DBX 5.0 Clip bietet Leatt einen Schuh für eben solch wiedrige Trail- und Wetterbedingungen an. Ob der DBX 5.0 die Füße warm und trocken hält, verraten wir Euch in unserem Test.

Leatt DBX 5.0 Clip Schuhe – Die Fakten

Die Leatt DBX 5.0 Clip Schuhe wurden für den Trail-, All-Mountain- und Enduro-Einsatz  entwickelt und soll Fahrer:innen mit Klickpedalen ansprechen, denen trockene und warme Füße besonders am Herzen liegen. Der Oberschuh verfügt über eine Atmungsaktivität von 10.000 g/m²/24h und eine Wassersäule von 10.000 mm. Seine Sohle mit ihrem nach innen ausgeprägten Profil verfügt über einen tief ausgeschittenen Cleat-Kanal mit einem 25 mm großen Verstellbereich.
Angeboten wir der Leatt DBX in den gängigen EU Größen von 38,5 bis 47 und einer UVP von 129,- EUR. Neben dem hier getesteten Modell in der Farbe Granite, sind auch noch die Farben Onyx und Chilli verfügbar.

Passform und erster Eindruck

Wie bereits in anderen Schuh-Tests erwähnt, komme ich in den meißten Fällen mit Größe 46 am besten klar. Dies hat sich bei mir bis heute für Schuhe von Bontrager, Crankbrothers, Five Ten, Giro, Shimano und Ride Concepts bestätigt, was hoffentlich den Vergleich ein wenig erleichtert. Meine bevorzugte Größe wird von Leatt nicht angeboten. Daher habe ich mich für diesen Test für eine Größe von 45,5 entschieden, was sich auch als die richtige Wahl erwiesen hat.

Beim ersten Anziehen zieht zweifelsohne das Verschlusssystem des Leatt DBX 5.0 die volle Aufmerksamkeit auf sich. Die Kombination aus Speed-Lace System und Z-förmigem Klettriemen lässt sich weit öffnen und ermöglicht ein einfaches Hineinschlüpfen.
Die Schuhe wirken auf Anhieb sehr bequem ohne dabei zu „weich“ oder undefiniert zu wirken. Das ändert sich auch nicht, wenn Speed-Lace und Klettriemen zugezogen werden.
Der Speed-Lace wurde von Leatt mehr als ausreichend lang ausgelegt. Selbst in voller Länge lässt es sich vollkommen hinter dem kleinen Netz oben an der Schuhzunge verstauen. Ich empfehle trotzdem für ein einfacheres Handling die Schnüre zu kürzen. Hierfür muss einfach die kleine schwarze Gummihülle geöffnet werden, in der sich die Knoten der Riemen verstecken. Danach die Knoten herausziehen, die Riemen kürzen, neu verknoten und die Gummihülle wieder über die Knoten ziehen. Fertig!
Leatt DBX 5.0 Cycleholix
Speed-Lace und Z-Riemen garantieren einen sehr sicheren Sitz.

Der Klettverschluss hat für meine Fussform eine gute Länge. Damit dieser optimal sitzt, muss er von unten nach oben gleichmäßig auf Spannung gezogen werden, da er nicht ganz ohne Widerstand durch die Kunststoffösen gleitet.
Unter dem Strich sitzt der Schuh dafür sehr sicher am Fuss ohne unangenehme Druckstellen zu hinterlassen. Die Zehen haben genug Platz und sind durch den stabil ausgelegten vorderen Oberschuh mit Zehenkappe ausreichend geschützt.

Kompatibilität

Für den Test des Leatt DBX 5.0 Schuhs habe ich auf Shimano XT Klickpedale gesetzt. Mit diesen Pedalen und den passenden SPD Cleats gab es keine Überraschungen.
Die korrekte Position der Cleats war schnell gefunden und mit dem durchaus langen Verstellbereich hatte ich keine Probleme die Cleats meiner Vorliebe entsprechend weit hinten zu fahren.
Dank des langen und tiefen Cleatkanals konnte ich stets sicher und schnell die richtige Position zum Einklicken finden.
Zur Verwendung anderer Pedale bzw. anderer Cleats liegen den DBX Schuhen zwei Shims bei. Zusätzlich unter den Cleats montiert, wird damit der Abstand zwischen Pedal und Cleat verringert, was je nach Pedal zu einem einfacheren und früheren Einklicken führt.
Während des Tests habe ich neben den XT Pedalen noch zwei weitere Pedale ausprobiert.
Sowohl bei einem Crankbrothers Mallet DH Pedal als auch bei dem guten alten Shimano DX (PD-M647) war es trotz einer zusätzlich montierten Shim nicht möglich, die Schuhe auf den Pedalen einklicken zu lassen.
Der Pedalkanal ist schlichtweg für diese Pedale zu tief, sodass die mitgelieferten Shims (ein Shim pro Schuh) alleine nicht ausreichten, um die Cleats an meiner Wunschsposition weit genug anzuheben und die Sohle somit zu früh auf dem Pedalkörper aufsetzte.
Mit zusätzlichen Shims von Leatt, oder wie in meinem Fall von Crankbrothers, lässt sich dieses Problem lösen.
Leatt Cleat Shim Set Cycleholix
Zur besseren Kompatibilität werden ja nach Pedal weitere Shims benötigt. (Quelle: Leatt)

Leatt DBX 5.0 Clip auf dem Trail

Die Sohle der Leatt DBX 5.0 Schuhe ist – wie bei vielen Click-Schuhen – eher steif ausgelegt, was sich auf dem Pedal mit einer guten Kraftübertragung und gleichmäßigen Unterstützung des Fußes positiv bemerkbar macht.
Leatt DBX 5.0 CycleholixAbseits der Pedale, zeigen sich die Schuhe ausreichend komfortabel, was ich hautpsächlich der guten Passform zuschreiben möchte. Der Schuh rollt jedoch beim Laufen nicht ganz so gut ab, was ich für einen Klickschuh aber als durchaus normal bezeichnen möchte.
Der Grip der Sohle ist für einen Schuh dieser Kategorie in Ordnung. Auf losen und matschigen Böden, kommt man jedoch mit dem Sohlendesign im Vergleich zu offeneren Profilen eher an die Grip-Grenze.
Nasse und glatte Stellen, wie Steine mit Moos oder blanke Wurzeln, sind nicht die besten Freunde der Sohle. Hier verrichten Schuhe mit einem aggresiveren Profil und weicherer Sohle einen besseren Job.
Leatt DBX 5.0 Cycleholix
Ausgeklickt auf einem Pedal mit Pins stehend wendet sich das Blatt. Hier trägt die Sohle mit ihren kleinen Aussparungen zu einem sicheren Stand bei. Für mich persönlich ist dies  bei einem Radschuh letztendlich die wichtigere Eigenschaft.
Kommen wir aber jetzt zu der eigentlichen Besonderheit des Leatt DBX 5.0… und das ist zweifelsohne der Oberschuh mit der wasserfesten und dennoch atmungsaktiven 10k/10k Membran.
Diese kann bei schlechten und kalten Wetterbedingungen überzeugen.
Der Oberschuh hält Spritzwasser und Regen aus dem Inneren des Schuhs fern und die Füße bleiben angenehm warm. „Angenehm warm“ solange es nicht eh schon wärmer draußen ist. Denn trotz einer gewissen Atmungsativität gehören die Leatt DBX 5.0 zu den wärmeren Vertretern ihrer Gattung.
Einige Ausfahrten bei warmem Regenwetter endeten dann doch mit leicht feuchten Socken, was aber nicht am Regen sondern an schwitzenden Füßen lag. Aber diesbezüglich halte ich es wie mit Regenkleidung… hauptsache es bleibt warm!
Wer die letzten Zeilen aufmerksam gelesen hat, wird bemerkt haben, dass ich immer nur vom wasserfesten Oberschuh geschrieben habe. Schließlich schreibt auch Leatt nirgends, dass es sich beim DBX 5.0 um einen vollständig wasserdichten Schuh handelt.
Aufgefallen ist mir das erst so richtig, als ich ein paar Sekunden mit den Schuhen in einer kleinen Pfütze stehen geblieben bin, und das Wasser bis knapp über den Übergang von der Sohle zum Oberschuh reichte. Wer trockene Füße behalten möchte, sollte genau dies vermeiden, da sich das Wasser langsam aber sicher den Weg entlang der Naht zu den Füßen sucht. Kalt geworden ist es mir an den Füßen aber auch nach diesem unfreiwilligen Experiment nicht.
Leatt DBX 5.0 Cycleholix
Wenn man es wie hier zu sehen lange genug provoziert, hält die Naht zwischen Sohle und Oberschuh nicht dicht. Viel Wasser dringt aber selbst bei diesem Versuch nicht ein.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich länger im Wasser Stand und das Wasser ausreichend Zeit hatte sich seinen Weg zu suchen. Bei einem kurzen Schritt durch das Wasser sowie bei allen typischen Situationen auf dem Pedal ist ausreichend Schutz geboten, denn auch die seitlich vernähte Schuhzunge hilft, Wasser und Dreck aus dem Inneren des Schuhs fernzuhalten.
Übertreibt man es bei der Wasserdurchfahrt, kann das Wasser natürlich leicht am Knöchel in den Schuh laufen. Wer mehr Schutz wünscht, muss schlichtweg zu einem Schuh greifen, der bis über die Knöchel geschnitten ist.

Fazit

Für wen eignet sich der Leatt DBX 5.0 Clip am besten? Aus meiner Sicht für alle, die einen „Spezialisten“ unter den Trail- und Enduro-Klickschuhen suchen. Spezialisiert auf eben diese Bikerinnen und Biker, die auch bei nassen und kühleren Bedingungen nicht vor längeren Ausfahrten abschrecken und – ebenso wie ich – viel Wert auf die Bewegunsgfreiheit legen, die eben nur ein Halbschuh mit freiliegenden Knöcheln bietet. Für mich ist der Leatt DBX 5.0 Clip daher eine gute Lösung, um meine doch etwas robusteren Winterschuhe länger im Schrank zu lassen, ohne die Trails mit Angst vor nassen und kalten Zehen zu befahren.

Text, Fotos & Redaktion: Robin Krings
weitere Informationen: leatt.com

2 Kommentare

  1. kann die 5.0 leider nicht als Wasserfest bestätigen bei meinen hat sich schon nach wenigen Ausfahrten bei den seitlichen Übergängen
    die Beschichtung gelöst.
    sonnst war der Schuh sehr bequem aber das mit dem ablösen geht gar nicht!

    • Hallo Adrian,
      das ist bedauerlich, wenn sich an einem neuen Schuh das Material ablöst.
      Ich kann natürlich nur über dieses eine Testmodell berichten, was bislang keinen vergleichbaren Schaden aufweist und entsprechend noch seine Funktion erfüllt.
      Wenn es nach nur wenigen Ausfahrten passiert ist, sollte sich hoffentlich etwas über die Gewährleistung regeln lassen.
      Viele Grüße
      Robin

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