Hope, der Edelhersteller aus Barnoldswick in England, ist für hochwertige MTB Komponenten bekannt. Seit Jahren betreiben die Engländer konsequente Weiterentwicklung ihrer Produktpalette, für 2015 wurde der Klassiker Hope Tech3 in der Version V4 optimiert.

Der neue Tech 3 Hebel
Der neue Tech 3 Hebel

Ob die Tech3 ihrem Ruf auch in der V4 gerecht wird, haben wir für euch getestet.

Produktvorstellung:
Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei der V4 um keine Neukonstruktion, sondern um eine Weiterentwicklung. So wurde z.B. der EVO Ausgleichsbehälter gegen einen neuen, schlankeren ersetzt. Der asymmetrisch konzipierte Behälter erhöht die Kompatibilität mit verschiedenen Schalttriggern und Fernbedienungen für Sattelstützen.

Die Bremshebel lassen sich laut Hope mit allen Hope Bremszangen kombinieren und sorgen durch andere Hebelverhältnisse für 5% mehr Bremsleistung. Nach wie vor können Hebelweite und Druckpunkt individuell eingestellt werden. Der Kolben wird mittels einem Nocken- und Rollensystem betätigt, dies sorgt für eine Betätigung ohne Leerweg und klemmende Teile. Die zweiteilige Klemme zur Befestigung am Lenker vereinfacht die Montage, da verbaute Schalthebel und Griffe nicht demontiert werden müssen.

Positiv: Die Bremshebel sind standartmäßig mit Shimano i-Spec Triggern kompatibel und für SRAM Trigger führt Hope eine Matchmakerschelle, welche wir in unserem Test eingesetzt haben.
Die V4 Bremszange wurde einteilig gefertigt, was die Steifigkeit und damit die Bremsleistung erhöht. Weiter wurde die Bremsbelagfläche vergrößert, was für eine bessere Wärmeableitung und geringere Hitzeentwicklung sorgt. Bei den getroffenen Maßnahmen konnte Gewicht zum Vorgängermodell eingespart werden.

Verarbeitung/Design:
Wie von Hope erwartet, ist die Tech 3 V4 in Optik und Qualität ein Stück Maschinenbaukunst. Die Bremshebel mit dem neuen Ausgleichsbehälter wirken wie aus dem Vollen gefräst und sehr wertig. Die in der Tat aus einem Stück gefertigten Bremszangen stehen den Hebeln in nichts nach und Stahlflexleitungen runden das Paket ab.
Letzteres erhöht natürlich das Gesamtgewicht und so wiegt die Hope ca. 200 g mehr als eine vergleichbare Bremsanlage, beispielsweise die Shimano Saint.

Montage/Wartung:
Für knapp 200,-€ pro Bremse findet der Kunde im Karton neben der Bremse einen zweiten Satz Bremsbeläge und eine kurze Anleitung. Scheiben und passende Adapter sind nicht im Lieferumfang enthalten. Neben passenden Adaptern haben wir die  Floating Bremsscheiben (203mm) von Hope gewählt.

Hat man eine Scheibenbremse am MTB montiert, hat man alle montiert. Auch mit der Tech 3 V4 hat sich hier nichts geändert, Erfahrung und Geduld erfordert jedoch die Justierung. Zwar kann die Bremse nicht als Diva beschrieben werden, aber das Ausrichten benötigte mehrfaches Lösen und Neuausrichten der Bremszangen. Beim Einbremsen hingegen gab es keine Überraschungen. Bereits nach wenigen Bremsvorgängen entfaltete die Bremse eine ausgezeichnete Bremsleistung, was den minimal erhöhten Montageaufwand wieder wettmacht.

Das Entlüften der Bremse gestaltet sich sehr einfach, da es ein klassisches Ausgleichsbehältersystem ist, wie z.B. vom Motorrad bekannt. Der Deckel des Ausgleichsbehälters wird geöffnet, die Entlüftungsnase an der Bremszange gelockert und durch leichten Hebelzug wird vorhandene Luft durch die Entlüftungsnase aus dem System befördert. Zum Schluss wird der Ausgleichsbehälter wieder mit DOT4 oder DOT 5.1 aufgefüllt. Ein weiterer Vorteil dieses Systems ist, dass keine zusätzlichen Bleeding Kits benötigt werden.

Im Park:
Da es sich bei der Tech 3 V4 um eine Bremse für härteste Anforderungen handelt, haben wir sie im Bikepark gebührend getestet. Schnell entstand der Eindruck eines Wurfankers, ohne dabei brachial zuzubeißen. Die Bremskraft lässt sich fein justieren und die Hebel sind ausgesprochen präzise / feinfühlig.
Trotz harter Gangart konnte zu keinem Zeitpunkt Fading festgestellt werden. Der nach eigenen Vorlieben eingestellte Druckpunkt blieb an Ort und Stelle, was neben den Veränderungen an der Bremszange den Stahlflexleitungen zuzuschreiben ist.

Aus dem vollen gefräst !
Aus dem vollen gefräst !

Ein kleiner Schauer sorgte dafür, dass wir die Bremse in einer feuchten Umgebung testen konnten. Die Feuchtigkeit, die sich während der Liftfahrt auf der Bremse nieder lies, wurde mit einem kurzen Quietschen beim ersten Bremsvorgang abtransportiert. Ab dem zweiten Bremsvorgang war weder Quietschen noch Einbußen in der Bremsleistung festzustellen.

Die Floating Scheiben hielten der Hitzeeinwirkung stand und verfärbten sich auch nach mehreren Bikeparkbesuchen nicht, auch nicht nach dem ein oder anderen Panikbremser. Generell war die Hope Bremsanlage während dem ganzen Test wartungsfrei und lieferte beste Ergebnisse.
Wie die Hope sich im Langzeittest bewährt, werden wir euch natürlich wissen lassen.

Fazit:
Der gut dosierbare Anker aus England ist alles andere als ein Schnäppchen, belief sich der Gesamtbetrag unserer Bremsanlage auf ca. 600,-€. Für diesen Preis erhält der Käufer eine solide Bremse in hervorragender Verarbeitung, wertigem Design und großer Standfestigkeit. Aufgrund des sehr guten Verarbeitungsstandards hat man ein Produkt, welches man bei entsprechender Pflege lange nutzen kann.

Trotz des hohen Preises und dem erhöhten Montageaufwand können wir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.

[adrotate banner=“4″]
Teilen
Vorheriger ArtikelTest – BLISS ARG Vertical LD 12L Backpack
Nächster ArtikelTest – Topeak Transformer X
35 Jahre alt, Redaktionelle Leitung und Webdesign. Fährt seit Jahren begeistert Mountainbike und ist überwiegend im Bereich All-Mountain und Enduro/Gravity zu finden. Cycleholix ist sein Baby und wird mit viel Herzblut und Engagement nach vorne getrieben. /// Daten, Fahrstil und Vorlieben: 1,75m Groß, 85kg (fahrfertig). Fahrstil ausgewogen, ab und an verspielt aber dennoch sicher. Vorliebe für anspruchsvollere, teils verblockte Trails und Airtime. Downhill Vorzugsweise im Bikepark, sehr gerne auch in alpinem Gelände unterwegs.

5 Kommentare

  1. Hi Patrick,

    Ich sehe grade dass ihr zwischen dem Adapter und der „Bremszange“ ein Scheibchen montiert habt.
    Gehört das tatsächlich dort hin ?
    Ich kenne es nur so, dass direkt – also ohne Scheibchen – montiert wird… ?

    Danke & Gruß,
    Ron

    • Hallo Ron, das hast du gut erkannt und normalerweise werden keine Unterlegscheiben zwischen Aufnahme und Sattel verwendet. Allerdings hatten wir es bei uns mit Fertigungstoleranzen (wohl am Rahmen) zu tun, die 1mm mehr Luft erfordert haben. Das haben wir dann mit der Unterlegscheibe ausgeglichen. Einfluss auf Halterung sowie Bremsleistung ergeben sich aber nicht. Ich hoffe, das ich dir helfen konnte.

Kommentar verfassen