Produktvorstellung:

Es gibt Momente, da leitet man einen Artikel am besten mit blanken Fakten ein, denn diese Daten stehen für den neuen Easton Havoc in der Carbon Ausführung.

FINISH

MATTE UD CARBON

BAR WEIGHT 225G
BAR WIDTH 800MM
DEGREE BEND 9D, 5D UPSWEEP, 20MM RISE
CLAMP DIAMETER 35MM
MATERIAL EASTON EC 90 CARBON
RISE 20MM

Daten des Lenkers

Findige Leser werden jetzt aufhorchen und sagen “ Moment, den gibt es doch schon ein paar Monate„. Diese Aussage ist auch grundsätzlich korrekt, aber Easton hat mit dem Havoc in der 35er Klemmung nun nochmal nachgelegt.

Diese neue Klemmweite bei den Vorbauten kommt so langsam bei immer mehr Herstellern an, ist aber noch alles andere als weit verbreitet. Aus diesem Grund bietet es sich an Vorbau und Lenker des gleichen Herstellers zu testen. Die Firma Easton stellte uns das Ganze als Set zur Verfügung, um optimale Testbedingungen zu erzielen. Deshalb wird dieser Testbericht auch beide Komponenten behandeln.

havoc35_komplett

Verarbeitung/Design:

Der Havoc besteht komplett aus Carbon und setzt den Trend für dieses Material auch im Gravity Bereich fort. An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass wir im Bereich des Cockpits bis jetzt immer bewusst auf Carbon verzichtet haben. Das ist allerdings nicht auf schlechte Erfahrungen zurück zu führen, sondern schlichtweg noch so ein hartnäckiger Gedanke im Hinterkopf im Bezug auf die Haltbarkeit von Carbon. Hier sei nun gesagt: diese Gedanken sind völlig unberechtigt.

Der Havoc ist mit einem schwarzen Lackfinish und weißen Beschriftungen versehen. Grade genug um den Lenker in unseren Augen sehr edel wirken zu lassen. Die klassische Kombination aus Schwarz/Weiß wirkt aber auch einfach immer und passt vor allem zu jeder anderen Komponente am Bike selber.

Stimmt nahezu exakt mit den Angaben überein
Stimmt nahezu exakt mit den Angaben überein
.. wie auch der Lenker selbst
.. wie auch der Lenker selbst

Die Verarbeitung des Havoc ist sehr hochwertig und vermittelt eine sehr gute Wertigkeit. Das Design und der hochwertige Eindruck setzen sich beim Vorbau fort. Dieser ist natürlich nicht aus Carbon gefertigt, sondern aus vollem Aluminium gefräst. Mit von uns gemessenen 191g ist er natürlich kein Leichtgewicht, aber das komplette Cockpit (Lenker+ Vorbau) kommt so nur über knappe 400g.

FINISH BLACK OR ORA NGE ANO
WEIGHT 190G
CLAMP DIAMETER 35MM
LENGTHS 50MM
MATERIAL CNC EA90 ALLOY

Daten des Vorbaus

Der Vorbau im Detail
Der Vorbau im Detail
...und eine andere Ansicht
…und eine andere Ansicht

Der Vorbau selber ist optisch wie der Lenker gehalten, verfügt aber über etwas mehr Aufschrift. In Kombination sind beide Komponenten haptisch und optisch Top.

Auf dem Trail/im Park:

Optik und Haptik sind die eine Sache, aber man möchte natürlich im harten Einsatz auf dem Trail und/oder im Park nicht die ganze Zeit seinen Lenker bestaunen, sondern fahren.

Da wir leider über keine eigenen Labormesswerte zur Verwindungssteifigkeit des Lenkers verfügen, sind folgende Angaben natürlich rein subjektiv und können von jedem Fahrer anders wahr genommen werden.

Fakt ist für uns allerdings, der Havoc ist bocksteif, was uns erst einmal alle verwunderte. Von Aluminium Lenkern kennt man einen leichten Flex, der auch völlig normal ist und an der Verarbeitung des Materials liegt. Bei Carbon kann man allerdings durch Veränderung der Faserlage drastisch in die Materialeigenschaften eingreifen. Das soll zusammengefasst bedeuten, dass der Havoc aufgrund seiner Verarbeitung die Sicherheit eines T-Trägers vermittelt.

Die 35er Klemmung ist (noch) nicht weit verbreitet
Die 35er Klemmung ist (noch) nicht weit verbreitet

Mit dem in den Lenker gefassten Vertrauen wurden diverse Drops, Gaps ,Sprünge und Tables in Winterberg sowie in Beerfelden angegangen. Natürlich war auch bei diesem Test der obligatorische Sturz vorprogrammiert und wir konnten ganz ohne Laborausrüstung die Haltbarkeit der beiden Komponenten überprüfen.

Nach 2 Monaten im mittelschweren Parkeinsatz konnten wir weder Risse, noch andere Beschädigungen am Lenker selbst feststellen. Selbst der regelmäßige Kontakt mit dem Seil des Schlepplifts vermochte dem Lack des Havoc nicht wirklich etwas anzuhaben. Allerdings empfiehlt es sich hier langfristig, wie auch bei allen anderen Lenkern, die Kontaktstellen abzukleben, um den Prozess der Alterung nicht absichtlich zu beschleunigen.

Kommen wir nun noch zu den 20mm Rise und den ordentlichen 800mm Breite des Havoc selber. Mit passendem Werkzeug lässt sich der Lenker auf eine Breite von 765mm kürzen. Markierungen dafür sind praktischerweise an den Lenkerenden angebracht. Allerdings sollte man Carbon nicht mit einem Rohrschneider behandeln, wie man es bei Aluminium machen kann. Eine Sägehilfe samt einem speziellen Blatt für Kohlefaserverbundstoffe sollten hier vorhanden sein. Wenn ihr also den Lenker auf eure Vorlieben anpassen wollt, dann solltet ihr über passendes Werkzeug verfügen, oder aber den/die  Händler/Werkstatt eures Vertrauens fragen.

Fazit:

Die Kombination aus Havoc Lenker und Vorbau ist mehr als gelungen. Was der Mehrwert der 35er Klemmung nun tatsächlich bringt, kann eigentlich nur unter Laborbedingungen getestet werden.

Der Preis ist allerdings wie üblich bei Easton nicht ohne. 149 Euro für den Lenker + 90 Euro für den Vorbau reißen gemeinsam ein ordentliches Loch in die Hobbykasse. Allerdings sind beide Komponenten in den üblichen Shops auch bereits unter der UVP zu erwerben.

Fakt ist aber, dass der Havoc ein sehr gut verarbeiteter Lenker ist und man sich ein Plus an Sicherheit für seinen Sport kauft. An dieser Stelle sei also eine klare Kaufempfehlung von uns ausgesprochen, die an alle geht, die mit dem Gedanken spielen auf Carbon umzusteigen, oder einfach nur den Lenker tauschen wollen.

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35 Jahre alt, Redaktionelle Leitung und Webdesign. Fährt seit Jahren begeistert Mountainbike und ist überwiegend im Bereich All-Mountain und Enduro/Gravity zu finden. Cycleholix ist sein Baby und wird mit viel Herzblut und Engagement nach vorne getrieben. /// Daten, Fahrstil und Vorlieben: 1,75m Groß, 85kg (fahrfertig). Fahrstil ausgewogen, ab und an verspielt aber dennoch sicher. Vorliebe für anspruchsvollere, teils verblockte Trails und Airtime. Downhill Vorzugsweise im Bikepark, sehr gerne auch in alpinem Gelände unterwegs.

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