Es ist an der Zeit euch einen Fullface Helmtest zu bringen. Das war unsere Überlegung, und wurde sogleich in die Tat umgesetzt.

Produktvorstellung:

Step it up on the way down

Der komplett neue Giro Cipher Downhill Helm wurde entwickelt, um den aktuellen Anforderungen der Freeride, Enduro und DH-Fahrer gerecht zu werden. Mit seiner leichten Fiberglas Schale, der weichen Innenpolsterung, und seiner Belüftungtechnologie sorgt der Cipher™ für unvergleichliche Kühlung und echten Tragekomfort. Vinyl Nitril Pads entlang der Kieferlinie verbessern das Impact Management in diesem kritischen Bereich. Mit der integrierten P.O.V.™ Kamerahalterung und den eingebauten Lautsprecher Pockets kannst du deine Bilder und deinen Sound wählen. Der Giro Cipher Downhill Helm setzt ein neues Perfomance-Level für die neue Ära des Trailfahrens.

Den Giro Cipher gibt es in 3 verschiedenen Größen und insgesamt 8 verschiedenen Farben, hier sollte also für jeden Geschmack etwas dabei sein. Der empfohlene VK für den Cipher liegt bei 199 Euro, aber auch hier liegt der Straßenpreis natürlich schon tiefer.

Ansprechendes Design und sehr gute Verarbeitung
Ansprechendes Design und sehr gute Verarbeitung

Features: 

  • Anpassungssystem: Fit Kit™ padding

  • Konstruktion: Fiberglas-Außenschale,

  • Vinyl Nitril gepolsterter Kinnbügel

  • Belüftungsöffnungen: 8, Brow Ventilation-System

  • integrierte P.O.V.™ Kamera-Befestigung GoPro- und Contour kompatibel

  • TuneUps Audio Pockets

  • 2-fach verschraubtes, verstellbares Visier

  • X-Static® Innenpolster

  • D-Ring Riemen- Verschluss-System

  • im Notfall herausnehmbare Cheekpads

  • ASTM Downhill zertifiziert

  • Einsatzbereiche: Freeride, MTB-Downhill Race, MTB 4X Race, All Mountain

Soviel zum Presse und Marketing Text des neuen Fullface Helms aus dem Hause Giro. Was es nun mit diesen ganzen Bezeichnungen und Features auf sich hat, möchten wir euch gerne im Laufe des Tests erläutern.

Verarbeitung/Design:

Der Cipher ist, wie von anderen Giro Produkten gewohnt, sehr gut verarbeitet. Es befinden sich keine Grate oder sonstige unschönen Macken am Helm selber. Das Design entsteht in unserem Fall über eingefärbten Kunststoff und nicht über eine Lackierung. Das hat den enormen Vorteil, das man deutlich länger Freude an dem Helm und vor allem dessen Design hat. Die sehr gute Verarbeitung geht in der Innenseite des Cipher weiter. Bester Materialmix ohne störende Gerüche von Weichmachern oder ähnlichem, wie man es durchaus schon bei anderen Produkten hatte. Zusätzlich ist der Cipher mit von uns gemessenen 1144 Gramm ausgesprochen leicht für einen Helm normaler Bauart.

Im Lieferumfang befindet sich zusätzlich eine Halterung für eine GoPro und eine Contour Kamera, um diese an dem dafür vorgesehen Punkt am Helm zu befestigen. Der Mitgelieferte Transportsack für den Helm gehört unserer Meinung nach in dieser Preisklasse zum guten Ton

Diese Halterung ist einfach ausgeführt, erfüllt aber sicher Ihren Zweck. Allerdings haben wir uns ernsthaft die Frage gestellt, ob die Kamera bei einem Sturz an Ort und Stelle bleibt. Eine solche Testumgebung wollten wir dann aber nicht unbedingt provozieren. Die Halterung wäre aber die einzige Stelle, an der wir Giro empfehlen würden noch etwas zu optimieren.

Die Halterung für die gängigen Actioncams
Die Halterung für die gängigen Actioncams

Komfort/Belüftung/Haltbarkeit:

Der an uns gelieferte Cipher in der Größe M passte unserem Tester Patrick wie angegossen. Die Passform selber ist als sehr angenehm zu bezeichnen und wir konnten keinerlei Druckstellen feststellen. Auch nach mehreren Stunden anhaltendem tragen des Helms wurde dieser nie als störend empfunden, was sicher auch auf das geringe Gewicht zurück zu führen ist.

Der Cipher kommt mit 8 Belüftungsöffnungen die für eine ausreichende Belüftung im inneren des Helm sorgen. Wenn es einmal richtig heiß hergeht, helfen allerdings auch diese nicht mehr wirklich weiter. Es liegt aber einfach an der Konstruktion eines Fullfaces Helms selber, das bei erhöhter Sonneneinstrahlung von außen und erhöhtem Schwitzen innen, einfach irgendwann schluss ist mit Klimatisierung.

Als Verschluss kommt ein sog. Doppel D Ringverschluss zum Einsatz. Dieser ist wohl bekannt aus dem Motorsport und ist auf Rennsportstrecken sogar Vorschrift. An Sicherheit und Haltbarkeit ist diese Art des Verschlusses nicht zu übertreffen, allerdings kann es mit Handschuhen dann doch etwas fummelig werden, wenn man den Helm schnell mal am Lift ausziehen möchte. Hier gibt es andere Optionen, die sicher völlig ausreichen würden, aber ein schnelles ausziehen des Cipher erleichtern. Das ist allerdings meckern auf wirklich hohem Niveau und eher als Info, wie als Negativpunkt für den Helm zu bewerten.

An dieser Stelle wird der Halter für die Kamera angebracht
An dieser Stelle wird der Halter für die Kamera angebracht

Zusätzlich verfügt der Helm über einen großzügig dimensionierten Brillenkanal innen, was grade den Fahrern zugute kommt, die eben nicht mit Kontaktlinsen unterwegs sind.

Zitat Patrick: Es ist einfach unglaublich angenehm die Brille unter dem Helm zu tragen und auch nach einem ganzen Tag keine Druckstellen zu spüren. Hier wurde vorbildlich mitgedacht.

Die Haltbarkeit des Cipher würden wir als gut bis sehr gut bezeichnen, natürlich können wir auch hier erst am ende des Jahres sagen, wie gut er wirklich gehalten hat.

Mit angebrachter Halterung
Mit angebrachter Halterung

Im Park:

Helm auf und ab in die Parks hieß es also für uns. Denn einen Fullface Helm testet man nicht bei der entspannten Runde zur Eisdiele, sondern in dem Gelände für das er konzipiert ist.

Wie schon beschrieben ist der Sitz des Cipher als sehr gut zu bezeichnen. Testrunden von 5 und mehr Stunden am Tag bei denen der Helm nicht wirklich oft vom Kopf genommen wurde, prägen hier unseren Alltag. Das erste was uns positiv auffiel, war das gemessene niedrige Gewicht. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl einen Fremdkörper auf dem Hals zu tragen, oder zu viel Gewicht auf dem Nacken zu spüren. Helm und Fahrer bilden in diesem Fall eine sehr gute Einheit und vermitteln sofort viel Vertrauen in die Schutzausrüstung.

Dieses vertrauen wurde am ersten Testtag auch gleich mit einem Abstieg über den Lenker quittiert. Hätten wir das voraus geahnt, dann wäre der Test für die Kamerahalterung doch möglich gewesen. Der mittelschwere folgende Aufprall mit dem Hinterkopf mit einem Baum nahe des Anliegers sorgte bei unserem Tester Patrick zwar für einen kurzen Schockmoment, aber weitere Verletzungen blieben aus. Natürlich ist ein Fullface Helm genau für solche Momente gedacht, denn wäre dieser Sturz mit einem „Enduro“ Helm passiert, dann wäre der Tag im Park wohl gelaufen gewesen.

Nach dem Sturz zeigte sich dann auch gleich die sehr gute Verarbeitung des Cipher. Am Helm selber waren praktisch keine Spuren des Sturzes zu sehen. Normalerweise tauscht man einen Helm nun nach einem Sturz aus. Nach Besprechung intern und ausführlicher Begutachtung des Helms selber, beschlossen wir aber den Test fortzuführen. Hier gilt allerdings wie immer nach einem Sturz, wenn Ihr euch unsicher seid, tauscht das Material lieber aus. Ein Helm ist schneller ersetzt als ein Kopf.

Die folgenden Tage konnten wir dann allerdings völlig sturzfrei hinter uns bringen und den Test abschließen.

Produktbild des Cipher
Produktbild des Cipher

Das Wetter meinte es den ganzen Test über ebenfalls sehr gut mit uns, sodass wir die Belüftung des Cipher ausgiebig überprüfen konnten. Unsere Vermutung von der ersten Begutachtung erwiesen sich als richtig. Der Helm ist ausgesprochen gut belüftet. Sogar so gut, das man Ihn bei der obligatorischen Fahrt mit dem Lift nicht zwingend absetzen muss.

Fazit:

Der Cipher ist für einen empfohlenen VK von 200 ,- Euro ein sehr guter Helm mit ausgesprochen guter Lüftung und ansprechendem Design.Der Doppel D Ringverschluss ist Rennsporterprobt und sorgt für zusätzliche, wenn auch fummelige Sicherheit.Einzig die Halterung der Kamera bedarf in unseren Augen noch etwas Optimierung.

Giro hat hier ein Top Produkt auf den Markt gebracht, welches durchaus ins Rennen um unseren Award am ende des Jahres geht

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35 Jahre alt, Redaktionelle Leitung und Webdesign. Fährt seit Jahren begeistert Mountainbike und ist überwiegend im Bereich All-Mountain und Enduro/Gravity zu finden. Cycleholix ist sein Baby und wird mit viel Herzblut und Engagement nach vorne getrieben. /// Daten, Fahrstil und Vorlieben: 1,75m Groß, 85kg (fahrfertig). Fahrstil ausgewogen, ab und an verspielt aber dennoch sicher. Vorliebe für anspruchsvollere, teils verblockte Trails und Airtime. Downhill Vorzugsweise im Bikepark, sehr gerne auch in alpinem Gelände unterwegs.

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