Für uns ist es schon fast zur Tradition geworden, euch am Anfang des Jahres mit einer Aufbaustory zu versorgen. Schick und edel sind die letzten Projekte geworden, aber auch gleichzeitig sehr exklusiv und teuer und wahrscheinlich für viele nicht erschwinglich. So haben wir dieses Jahr einen etwas anderen Ansatz gewählt. Spannend und schick wird es auch dieses Mal, doch ist der Fokus mehr in Richtung „Ich baue mir ein Bike auf und habe noch genug Geld für einen passenden Urlaub über“. Womit das Rahmenmaterial Carbon bereits disqualifiziert ist. Der Specialized Stumpjumper EVO Rahmen passt dort aber genau ins Bild.

Stumpjumper EVO
Steht das „S“ für Superbike? Auf jeden Fall steht es für Specialized´s Stumpjumper Evo.

Da wir bei Cycleholix alle gern Radfahren (tendenziell lieber bergab als bergauf) und die Bikeparks der Region an den Wochentagen geschlossen sind, ist die Wahl auf ein Trailbike gefallen. Aber kein gewöhnliches, sondern eines, mit dem man auch einfach mal stumpf draufhalten kann. Genau dort kommt das Specialized Stumpjumper EVO ins Spiel, das alles andere als gewöhnlich ist. Ist das das nächste „Bike für alles“? Eher nicht.
Der Einsatzbereich soll durchaus vom Tourenfahren im Pfälzerwald, über Bikeparkbesuche bis zu alpinen Erlebnissen herhalten. Die Geometrie verlangt auf dem Papier eher nach steilem Gelände, was das Befahren von Flowtrails zwar nicht ausschließt, aber weder zum Charakter des Bikes, noch zu meinem passt.

Stumpjumper EVO
Natürlich ist bei einem Trailbike genug Platz für einen Flaschenhalter vorhanden.

Schaut man sich die alten Stumpjumper EVO Modelle an, findet man lediglich denselben Hauptrahmen wie beim kleinen Bruder, jedoch mit einem etwas potenteren Fahrwerk. Bei der Neuauflage des Stumpjumper EVO wurde der Rahmen jedoch komplett neu konstruiert. Herausgekommen ist dabei ein interessantes Konzept, welches den flachen Lenkwinkel eines Downhillbikes mit dem steilen Sitzwinkel eines Trailbikes kombiniert. Eine interessante Kombination, wenn man bedenkt, dass der Rahmen Trailbike-übliche 150 mm Federweg am Vorderrad und 140 mm am Hinterrad parat hält. Dank der großen 29″ Laufräder habe ich aber keine Angst vor rauem Gelände, denn das gute Überrollverhalten macht einiges an fehlendem Federweg wett.

Postmount aufnahme
Am Stumpjumper EVO Rahmen lassen sich dank großzügiger Postmountaufnahme 180 mm Scheiben ohne Adapter fahren.

Auch bei den Rahmengrößen wurden neue Wege beschritten. So ist das Specialized Stumpjumper EVO lediglich in den Größen „S2“ und „S3“ erhältlich. Der Hintergedanke ist hier, dass man bei der Auswahl des Bikes eher nach den eigenen Vorlieben, kurz oder lang, aussuchen sollte und nicht von der Sitzrohrlänge limitiert wird. Die Sitzrohrlänge fällt damit bei den beiden Rahmengrößen sehr kurz aus. Bei nur zwei Rahmengrößen ist natürlich die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass sehr kleine oder sehr große Fahrer durchs Raster fallen. Mit 1,63 m Körpergröße stehe ich eher auf der kleinen Seite des Spektrums und habe mich somit auch für die kleinere Rahmengröße „S2“ entschieden.

Der Rahmen
Für mich als kleinen Fahrer habe ich die Größe S2 gewählt.

Dass das Stumpjumper EVO kein gewöhnliches Trailbike ist, wurde nun genug angerissen, doch was heißt das in Zahlen? Es heißt, dass ich zwar kein Freund von Superlativen bin, den Lenkwinkel mit seinen 63,5° aber für ein Trailbike als „ultraflach“ bezeichnen möchte. Dem entgegen steht ein 76° Sitzwinkel, der steil genug sein sollte, um mir eine gute Kletterposition zum Traileinstieg zu geben. Der Reach erscheint mit 445 mm erst einmal nicht so extrem, ist für einen kleinen Fahrer aber durchaus auf der langen Seite. Und weil „Länge läuft“ sind die Kettenstreben mit 443 mm auch dementsprechend dimensioniert.

Kettenstrebenschutz
Bei dem Kettenstrebenschutz hat Specialized richtig gute Arbeit geleistet.

Wie es sich für ein modernes Mountainbike gehört, besitzt das Specialized Stumpjumper EVO einen Flip Chip, der es dem Fahrer ermöglicht das Rad noch ein wenig besser auf seine Vorlieben einzustellen. In dem „low setting“ erhält man besagten 63,5° Lenkwinkel. Mit dem Chip auf dem „high setting“ ändert sich der Lenkwinkel auf immer noch sehr flache 64° und das Tretlager wandert 6 mm vom Boden weg.

Specialized Stumpjumper EVO
Dank FlipChip hat der Nutzer eine Möglichkeit das Stumpjumper EVO nach seinen Wünschen anzupassen.

Mit seiner niedrigen Tretlagerhöhe von 328 mm kann das Stumpjumper EVO zum Kurvenräuber werden. Wie es sich in technischen Anstiegen mit Pedalaufsetzern verhält muss die Zukunft zeigen. Ich bin aber froh eine Wahl zu haben möglichen Aufsetzern entgegen zu wirken.

Geometrietabelle

S2 S3
Reach 445 mm 475 mm
Oberrohrlänge horizontal 599 mm 635 mm
Stack 619 mm 623 mm
Radstand 1220 mm 1252 mm
Kettenstreben-Länge 443 mm 443 mm
Mitte Tretlager – Mitte V.-achse 781 mm 813 mm
Tretlagerabsenkung 47 mm 47 mm
Tretlagerhöhe 328 mm 328 mm
Sitzrohrwinkel 76° 75.6°
Steuerrohrwinkel 63.5° 63.5°
Sitzrohrlänge 400 mm 450 mm
Steuerrohrlänge 100 mm 105 mm
Überstandshöhe 754 mm 770 mm
Gabelversatz / Offset 44 mm 44 mm
Gabellänge, gesamt 560 mm 560 mm
Nachlauf 138 mm 138 mm

 

Specialized Bikes sind seit langem für eine aufgeräumte Optik bekannt und da macht das Stumpjumper EVO keine Ausnahme. So werden auch hier alle Züge durch den Rahmen verlegt. Große Serviceöffnungen erleichtern dabei das Handling.

Specialized Stumpjumper EVO
Große Serviceöffnungen vereinfachen die Zugverlegung.

Damit die Leitungen nicht im Unterrohr klappern bekommen sie Moosgummihüllen, wie man es von vielen anderen Rahmen kennt, die keine interne Leitungsführung besitzen. Zur Freude vieler Hobbymechaniker, und mir, besitzt der Rahmen einen BSA Lagersitz, in den später das Tretlager unkompliziert eingeschraubt wird. Der Rahmen ohne Dämpfer kommt auf ein Gewicht von 3,1 kg.

Specialized Stumpjumper EVO
Ein geschraubtes Tretlager, ISCG Aufnahme und eine saubere Zugverlegung. Da bleiben keine Wünsche offen.

Auch das Stumpjumper EVO verfügt über den hervorragenden Kettenstrebenschutz des normalen Stumpjumper, was selbst bei rauem Gelände für Ruhe an den Kettenstreben sorgt. Ein Detail, welches ich bei einem Aufbau nicht mehr missen möchte. Um das „Rundum Sorglospaket“ abzuschließen bekommt unser Aufbau noch eine Kettenführung verpasst, die Specialized direkt mitgeliegert hat.

Bevor wir uns im nächsten Artikel dem Fahrwerk widmen, gilt es noch den Steuersatz zu verbauen. Glücklicherweise wurde dieser mit dem Rahmen mitgeliefert. Dank des vollintegrierten Steuersatzes entfällt das Einpressen der Lagerschalen. Ein wenig Fett genügt und schon ist der Steuersatz verbaut.

Specialized Stumpjumper EVO
Ein integrierter Steuersatz erleichtert die Montage.

Damit wäre alles vorbereitet, um im nächsten Artikel den Rahmen mit dem Fahrwerk zu verheiraten.
Obwohl bei diesem Aufbau das Gewicht keine Priorität besitzt, gibt es natürlich der Vollständigkeit halber eine Gewichtstabelle in jedem Artikel.

Bauteil Gewicht in Gramm
Rahmen Specialized Stumpjumper EVO, Größe „S2“, inkl. Achse 3100
Steuersatz FSA 62
Kettenführung inklusive Befestigungsschrauben 41
Zwischenstand 3203

 


Text & Bilder: Thomas Kappel
Redaktion: Robin Krings
weitere Informationen: Specialized

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