Im Downhill Bereich geht Fox  neue Wege und stellte auf dem Sea Otter Festival 2015 den neuen Fox DHX 2 Dämpfer vor. Dieser stellt kein Update im technischen Sinne zu den bekannten RC Dämpfern dar, sondern ist eine komplette Neuentwicklung mit Augenmerk auf Leistung und Gewicht. Wir haben uns den neuen Dämpfer in Kombination mit der 2016er 40 (zum Test) die letzten Monate in Ruhe zur Brust genommen und fassen jetzt zusammen, warum der Fox DHX 2 eine sehr ernste Konkurrenz für alle Doppelkammerdämpfer am Markt ist.

Optisch im 2016er Design und generell ein ganz neuer Dämpfer
Optisch im 2016er Design und generell ein ganz neuer Dämpfer

Fox erfindet den Dämpfer hier natürlich nicht komplett neu, sondern setzt auf ein bereits bekanntest und vor allem bewährtes Zweikammersystem welches bereits vom Öhlins TTX und vor allem dem Cane Creek Double Barrel bekannt ist. Die Frage nach dem „Warum denn dieses System?“ lässt sich schlichtweg mit besserer Abstimmbarkeit und höherer Performance beantworten. Fox stellt mit der X2 Dämpfungsplattform ein neues Design vor, welches über 4- Wege Einsteller und einem Rod Valve System (RVS) für ausserordentliche Performance sorgt, die auf jeden Untergrund abgestimmt werden kann. Fox verwendetet diese Technologie bereits erfolgreich 2014 im RAD Programm des Downhill Worldcups. Wie das Ganze im Detail funktioniert erklärt das folgende Video.

Performance auf der einen Seite und eine Optimierung des Gewichts auf der anderen Seite standen auf dem Zettel und wurden konsequent umgesetzt. So entwickelte Fox eigens für den DHX 2 die neuen SLS Federn. SLS steht hier für „Super Light Steel“ und ist die Bezeichnung für eine Feder aus Stahl mit einem Gewicht welches ziemlich genau auf dem einer Titanfeder liegt. Die von uns gewählte Federhärte von 500 liegt mit 440gr somit gleichauf mit ihrem Gegenstück aus Titan von TI Springs. Dieser Unterschied macht den Großteil der Gewichtsersparnis beim DHX 2 aus. Kombiniert man es mit dem Gewicht des Dämpfers, welches bei 445gr liegt, ergibt sich in Summe ein sehr gutes Gewicht von 885gr für einen Coil Dämpfer.

Die Verarbeitung ist auf sehr hohem Niveau und wirkt wertig. Das Design des DHX 2 kann als Dezent beschrieben werden. Die Kolbenstange lässt auf den ersten Blick eine Kashima Beschichtung vermuten. Da die Kolbenstange allerdings aus Stahl gefertigt ist, wurde als Beschichtung TiN (Titan Nitrit) gewählt, da bei dieser Materialwahl so die bessere Oberflächenveredelung gegeben ist. Optisch ähnelt sie wie bereits beschrieben der bekannten Kashima Beschichtung von Fox. Fast klassisch kann man die Farbwahl der Verstellung für Rebound (Rot) und Compression (Blau) nennen. Zug- und Druckstufe des DHX 2 sind in High- sowie auch Lowspeed verstellbar. Wie bei anderen Vertretern dieser Bauart kann eine Verstellung nicht Werkzeuglos vorgenommen werden und es empfiehlt sich für die Einstellung zwei Inbusschlüssel (3mm und 6mm) parat zu haben. Auch beim DHX 2 gibt Fox ein Setup vor, welches man gut als Ausgangsbasis für die persönlichen Vorlieben nutzen kann. Wie gut Fox mit dieser Empfehlung lag, sollten wir später noch herausfinden.

Leitfaden für die Wahl der Einstellungstabellen - Quelle: Ridefox.de
Leitfaden für die Wahl der Einstellungstabellen – Quelle: Ridefox.de

Für unsere Federhärte gibt Fox 8-11 Klicks (von geschlossen) für HSC, LSC, HSR und LSR an. Klingt total einfach und ist es auch. Begonnen haben wir bei allen Einstellung mit 8 Klicks und machten erste Erfahrungen auf der Strecke. Der erste Eindruck des DHX 2 ist zurückhaltend, da sich weder ein Aha-Effekt einstellt noch das Fahrwerk anfängt zu bocken. Nach mehreren Abfahrten war unsere endgültige Einstellung dann bei 10 Klicks HSC, 8 Klicks LSC, 11 Klicks HSR und 8 Klicks für LSR. So generierten wir etwas mehr Popp am Heck ohne Unruhe in das Fahrwerk zu bringen.

Im weiteren Verlauf zeigte sich das unscheinbare Verhalten des DHX 2 als zunehmend positiver. Der Dämpfer arbeitet sehr sensible, schluckt jede noch so kleine Unebenheit sauber weg, gibt dem Fahrer optimales Feedback und lässt sich auch in grobem Gelände nicht aus der Ruhe bringen. Je härter man es dem DHX 2 im Verlauf des Tests gegeben hat, umso besser funktionierte er. In anderen Worten bedeutet es, dass der Dämpfer in unseren Augen sein volles Potenzial ausspielen kann, wenn er richtig gefordert wird. Der Federweg wird optimal genutzt, ist als recht linear zu bezeichnen und hat keine Phasen in denen man gefühlt durch den selbigen rauscht. Dabei war es völlig egal ob wir von wurzeligen Untergründen reden und ein feines Stakkato an Schlägen abfangen müssen oder heftiges Geballer in stark verblocktem Gelände vor uns hatten. Die Performance ließ uns nie im Stich und ist in unseren Augen auf einem Level mit den Zweikammersystemen von Öhlins und Cane Creek. Mehr als zwei Jahre und viel Input aus den Worldcup Rennen hat Fox in die Entwicklung des DHX 2 fließen lassen, was zu einem mehr als konkurrenzfähigen Ergebnis geführt hat.

Hier mit dem kompletten Fox Setup für das Fahrwerk
Hier mit dem kompletten Fox Setup für das Fahrwerk

Geht man seinen Weg lieber über Anlieger und Sprünge den Berg runter, kann man sich auch hier voll auf den Dämpfer verlassen. Besonders zu gefallen scheinen dem DHX 2 hier schnelle Richtungswechsel durch Anlieger mit kleinen Doubles als Auffrischung zwischendurch. Gerade im Wechsel von einem Anlieger zum nächsten, in denen der Federweg kurz freigegeben wird, ist bei der nächsten Kompression direkt wieder die volle Performance vorhanden und ein wegsacken des Dämpfers konnten wir nicht feststellen. Zu keinem Zeitpunkt reagierte der DHX 2 über- oder unterdämpft. Unsere Sennes Testplattform erhielt mit dem Fox Fahrwerk einen zusätzlichen Schwung Agilität und Sicherheit. Das Heck liegt in jeder Situation satt und scheint sich förmlich am Untergrund fest zu saugen. Immer unterstrichen von einem Dämpfungsverhalten welches dir suggeriert „Komm, da geht noch was!“

Wo Licht ist, da ist auch Schatten? Klar, denn wie auch bei der 2016er 40 ist unser großer Kritikpunkt an dieser Stelle der Preis. Alleine die SLS Federn schlagen mit stolzen 179 Euro zu Buche. Dazu kommt der DHX 2 mit einer UVP von 749 Euro. Das macht in Summe stolze 928 Euro „nur“ für einen Dämpfer. Eine Summe die man nicht ohne weiteres auf den Tisch legt, auch wenn die dafür gebotene Performance mehr als gut ist. Wer es günstiger möchte kombiniert den DHX 2 mit einer üblichen Stahlfeder in der gewünschten Härte. Das lässt zwar den Gewichtsvorteil schwinden, ändert aber nichts an der Dämpferperformance des DHX 2.

Und Action...
Und Action…

Fazit:

Fox legt sehr gut vor für 2016 und liefert mit dem DHX 2 einen Dämpfer mit ausgesprochen guter Performance und Gewichtsersparnis. Letztere erkauft man sich allerdings hauptsächlich über die Feder, und das  zu einem  Preis, der keine zusätzliche Dämpferperformance liefert. Wie bereits beschrieben kann man hier mit einer anderen Feder Geld einsparen und die Straßenpreise sollten sich in naher Zukunft sicher noch etwas nach unten bewegen. Spielt Geld bei der Ausstattung keine Rolle oder plant man ohnehin den Kauf eines neuen Komplettbikes, von denen 2016 einige mit dem neuen Fox Fahrwerk ausgestattet sind, dann trifft man mit dem DHX 2 eine sehr gute Wahl und dürfte auf so ziemlich jedes Gelände vorbereitet sein.

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