Das Flatline dürfte so ziemlich jedem ein Begriff sein der sich bereits mit dem Downhill Sport beschäftigt hat. Vier Jahre und etliche Prototypen später präsentiert Rocky Mountain in Leogang auf einem speziellen Event den Nachfolger. Maiden wurde die neue Downhill Waffe von Rocky Mountain getauft und die hat mal abgesehen vom Firmennamen nicht mehr wirklich viel mit seinem Vorgänger zu tun. Carbon in feinster Form und zwar komplett. Rahmen, Schwinge, Wippe! Wie sich das Maiden fährt und wie es vorwärts bzw. bergab geht, das sollten 2 Tage im Bikepark Leogang bei bestem Wetter klären. Und damit das ganze richtig interessant für alle Fahrer wird, hat man kurzerhand noch Geoff Gulevich dazu geholt um ordentlich Kette zu geben. Können soll die Plattform so ziemlich alles von Worldcup DH bis Park und Big Mountain. Und das in 27.5 und 26 Zoll.

Das neue Maiden - hier in der World Cup Edition
Das neue Maiden – hier in der World Cup Edition

Was ist neu? Wie schon eingangs beschrieben, ist das Maiden eine komplette Neuentwicklung für Rocky Mountain gewesen. Man hat sich Zeit gelassen, viel Zeit. Wenig war vorab bekannt und auch die abgelichteten Prototypen bei WC Rennen oder der Rampage hielten sich in Grenzen. Für das Maiden wurde eine variable Geometrie ähnlich des bekannten Ride 9 Systems des Altitude entwickelt. Das beim Maiden eingesetzte Ride 4 nimmt direkten Einfluss auf den Steuerwinkel (63° – 63.8°) und den Sitzwinkel (73.9° – 74.8°), um dem Fahrer die Möglichkeit zu bieten das Maiden nach seinen Vorlieben anzupassen. Der variable Steuerwinkel spiegelt auch die Idee wieder, das Maiden sowohl als reinrassiges Racebike als auch für den Bikepark einzusetzen. Weitere Highlights wären das „Autonomous  Braking“ System, welches einfach ausgedrückt das Bremsnicken verringern soll und für mehr Traktion auf dem Track sorgt, und die Pipelock Lager, die sich nach außen hin ausdehnen und so im Rahmen verankert werden. Das Ergebnis ist eine deutlich erhöhte Steifigkeit im Vergleich zu anderen Systemen.

Man merkt über die ganze Vorstellung hin, dass Rocky Mountain das Maiden vor allem als Technologie Plattform nutzt, um unter anderem zu präsentieren was mit modernen Werkstoffen alles möglich ist. Der direkte Austausch mit dem Entwickler vor Ort in Leogang hatte bereits während den Testfahrten Auswirkungen auf das Maiden bzw. die Ausstattung. Dazu aber später noch mehr. Der komplette Rahmen ist im Smoothwall Verfahren hergestellt, der maximale Haltbarkeit garantieren soll. Der 4-Gelenker Hinterbau des Maiden wurde Smoothlink getauft und soll Bremseinflüsse zusätzlich minimieren.

Die Geo Daten des Maiden in der Übersicht
Die Geo Daten des Maiden in der Übersicht

Soviel zur Theorie, aber viel interessanter ist der Punkt, wie sich das Teil denn jetzt durch den Park bewegen lässt. Zur Auswahl standen uns 2 Versionen des Maiden. Die Pro und die Worldcup Variante. Zusätzlich bietet Rocky Mountain für den Einstieg noch die Variante Park an und für das absolute obere Ende der Skala die Unlimited Variante, welche mit einem Preis von ca. 13.000 Euro sicher einen nur kleinen, sehr erlesenen Kundenkreis erreichen wird.

Also ab in den Lift und rauf auf den Berg. Die Pro Variante geht gut, die World Cup ist der schiere Wahnsinn. Das liegt aber unter anderem an der Tatsache, dass die verbaute BOS Idylle der Pro Variante an der Front mit einer Medium Feder für unser Gewicht von knappen 90 Kilo schlichtweg zu weich war und eine verbaute Shimano XT Bremse an einem Downhiller dieser Preisklasse bei uns für Kopfschütteln sorgte. Da wir nicht alleine mit dieser Meinung waren führten die Gespräche nach den Testrunden dazu, das die Pro Variante mit einer anderen Bremse ausgestattet wird und somit optimiert in den Verkauf geht. Welche Wahl hier getroffen wurde/wird, ist uns leider noch nicht bekannt. Das war es auch schon mit der Kritik am Pro.

Maiden UnlimitedMaiden World CupMaiden ProMaiden Park
DämpferBOS Stoy RaReBOS Stoy RaReBOS StoyX Fusion Vector Coil RC
GabelBOS Idylle RaRe FCV 27.5. 208mmBOS Idylle AirBOS IdylleX Fusion RV1 HLR
SteuersatzFSA Orbit C-40: IS42mm/52mmFSA Orbit C-40: IS42mm/52mmFSA Orbit C-40: IS42mm/52mmFSA Orbit C-40: IS42mm/52mm
BremsenShimano SaintShimano SaintShimano XT (wird geändert)Shimano Deore
KassetteSRAM XG-795 10-24ZShimano CS-5700 11-28TShimano CS-4600 11-28TShimano CS-4600 12-28T
KetteSRAM PC-XX1 11 GangShimano HG95Shimano HG54Shimano HG54
KurbelnRace Face SixC Cinch 165mm 34Z Direct MountRace Face Atlas Cinch 165mm 34Z Direct MountRace Face Respond 165mm 34ZRace Face Chester 165mm 34Z
TretlagerRace Face Team DH Press Fit BB107Race Face Team DH Press Fit BB107Race Face Team DH Press Fit BB107Race Face Team DH Press Fit BB107
SchalthebelSRAM X01 DHShimano Saint Rapid FireShimano Zee Rapid FireShimano Deore Rapid Fire
Kettenführunge*Thirteen TRS+ ISCG05e*Thirteen TRS+ ISCG05e*Thirteen TRS ISCG05e*Thirteen TRS ISCG05
SchaltwerkSRAM X01 DHShimano Saint Shadow PlusShimano Zee Shadow PlusShimano Zee Shadow Plus
Nabe vorneDT Swiss 240 / 32 Loch / 20mm AchseStan’s Neo / 20mm AchseWheeltech DH / 20mm AchseWheeltech AM / 20mm Achse
Nabe HintenDT Swiss 240 / 32 Loch / XD Freilauf / 12 x 157mm AchseStan’s Neo / 32 Loch / 12 x 157mm AchseWheeltech DH / 32 Loch / 12 x 157mm AchseWheeltech DH / 32 Loch / 12 x 157mm Achse
SpeichenDT Swiss CompetitionDT Swiss CompetitionWTB 2.0 StainlessWTB 2.0 Stainless
FelgenReynolds All Mtn Tubeless Ready CarbonStan’s ZTR Rapid 30 Tubeless ReadyWheeltech Helix TR29 Tubeless Compatible by SUNringléWheeltech Helix TR29 Tubeless Compatible by SUNringlé
ReifenMaxxis Minion DHRII 3C Maxx Grip 27.5″ x 2.4″Maxxis Minion DHRII 3C Maxx Grip 27.5″ x 2.4″Maxxis Minion DHRII Super Tacky 27.5″ x 2.4″Maxxis Minion DHRII Super Tacky 27.5″ x 2.4″
LenkerRace Face SixC 3/4″ Rise 35mm x 800mm x 9° SweepRace Face Atlas 3/4″ Rise 35mm x 800mm x 9° SweepRace Face Respond 1/2″ Rise 35mm x 785mm x 9° SweepRace Face Respond 1/2″ Rise 35mm x 785mm x 9° Sweep
VorbauRMB Direct Mount CNC 15mm Rise / 45mm LängeRMB Direct Mount CNC 15mm Rise / 45mm LängeRMB Direct Mount 15mm Rise / 45mm LängeRMB Direct Mount 15mm Rise / 45mm Länge
GriffeRocky Mountain Lock On DHRocky Mountain Lock On DHRocky Mountain Lock On DHRocky Mountain Lock On DH
SattelWTB Silverado SLT TitaniumWTB Silverado SLWTB Volt RaceWTB Volt
SattelstützeRace Face Next SL 30.9 x 400mmRace Face Turbine 30.9 x 400mmRace Face 30.9 x 375mmRocky Mountain SL 30.9 x 350mm
Preiscirka 13.000 €cirka 8.950 €cirka 6.900 €cirka 4.800 €

Hauptsächlich haben wir uns dann mit der World Cup Edition auseinander gesetzt und diese wird ihrem Namen mehr als gerecht. Unserem Moritz, der das Maiden überwiegend auf der Freeride und WC Downhill Strecke bewegt hat, war es direkt anzusehen wie viel Laune das Bike macht. Je mehr Geschwindigkeit ins Spiel kommt, desto stabiler wird das Maiden, was nicht zuletzt auch auf die Race Geometrie zurück zu führen ist. Das „Autonomous Braking“ System verrichtet seinen Job in Kombination mit dem Hinterbau und dem eigens für das Maiden angepasste BOS Stoy hervorragend. Auch bei üblen Bremswellen klebt das Hinterrad förmlich am Boden und gibt jederzeit Rückmeldung darüber, was gerade unter dem Reifen passiert. Zusätzlich positiv kommt in den Kurven der Bocksteife Rahmen zum Tragen, der eine präzise Linienwahl zulässt und jeden auch noch so kleinen Lenkimpuls direkt umsetzt.

Geht ordentlich auf der DH - Copyright Dennis Stratmann | Bikeaction
Geht ordentlich auf der DH – Copyright Dennis Stratmann | Bikeaction

Die Hinterbaukinematik des Maiden beginnt linear mit einem sehr sensiblen Ansprechverhalten und wird am Ende progressiver, um ein Durchschlagen des Dämpfers zu verhindern. Rocky Mountain selber gibt eine Progression von 40% an. Es möchte aktiv von Kurve zu Kurve bewegt werden und liegt trotz einem Gewicht von unter 16 kg satt in der Luft und bietet eine ausgesprochen gute Gewichtsverteilung. Und Möglichkeiten einen Big Bike in Leogang in die Luft zu befördern gibt es bekanntlich mehr als genug.

Unter dem Strich können wir nach zwei Tagen folgendes festhalten: das Maiden ist mit dem richtigen Fahrwerk bzw. der richtigen Ausstattung eine Macht und fährt nahezu wie auf Schienen. Mit passender Feder an der Front und angemessener Bremse dürfte aber ebenfalls das Pro nahe an diese Leistungen heran kommen. Die Rahmen haben schließlich alle Modelle gleich, denn Rocky Mountain macht hier keine Abstriche zwischen Entry- und Topmodell, was uns auch bei anderen Bikes der Marke schon gut gefallen hat. Ein kleines Manko ist allerdings der etwas zu kurz geratene Schutz der Kettenstrebe. Zwar wird das Carbon hier sicher wenig beeindruckt sein, aber bei einem so hochwertigen Rahmen möchte man eben auch keine unschönen Lackplatzer sehen. Hier würden wir grundsätzlich jedem geneigten Käufer die Nutzung von Rahmenschutzfolie empfehlen.

Wurzelteppich zum Frühstück - Copyright Dennis Stratmann | Bikeaction
Wurzelteppich zum Frühstück – Copyright Dennis Stratmann | Bikeaction

Fazit:

Zwei Tage sind natürlich nicht genug um ein komplett neues Bike zu 100% unter die Lupe zu nehmen, aber: BAM – was für ein Geschoss! Haltbarkeit und Standfestigkeit der Komponenten können natürlich erst später beurteilt werden, also können wir vorerst hier keine Aussage treffen. So schließen wir unseren First Ride mit einem sehr guten ersten Eindruck ab, der nur durch die genannten Punkte der Pro Version etwas getrübt wird. Wie ebenfalls beschrieben werden diese bereits geändert bzw. sind selber leicht zu beheben (Feder der Gabel).

Die Preisspanne liegt mit 5.000 – 13.000 Euro in Bereichen, die es jedem Interessenten erlauben sollten, die für sich passende Variante zu wählen. Wer den Weg des Custom Bikes gehen möchte, wird sich sicher sehr über das Frame Kit des Maiden freuen, der dann aber auch unter 5.000 Euro liegen wird.

3 Kommentare

  1. Man fragt sich schon warum nicht direkt eine 4-kolben bremse verbaut wurde! Wie bei allen anderen downhillern in der Klasse! Gerade bei 500 tiefenmetern + in steilem Terrain kommt die shimano xt schnell an ihre Grenzen!

  2. Toll versaut, Was spricht denn gegen die xt ok Saint wäre besser aber jetzt kommt da bestimmt ne Guide oder so ein Mist dran … Schade XT rockt !

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