Im letzten Sommer haben wir bereits die Rock Shox Pike für euch getestet. Die Pike eroberte nach ihrem Re-Launch den Enduro-Markt im Sturm und galt bis zum jetzigen Zeitpunkt als die Referenzgabel im Enduro Segment. Unser Tester Michael schlussfolgerte damals:

„Die Gabel (Anm.: Rock Shox Pike) funktioniert derart gut, dass sie einer Fox 36 durchaus Konkurrenz machen kann“.

Grund genug für uns die neue 36er Float RC2 des amerikanischen Branchenriesen Fox Racing Shox für euch zu testen.

Produktvorstellung

Die neue Fox 36 Float gibt es in verschiedenen Varianten. Sie ist mit 140mm, 150mm, 160mm und mit 170mm Federweg erhältlich. Die neue 36er Float gilt primär als Endurogabel kann aber auch im Freeride glänzen. Dank des niedrigen Gewichts (2,03 kg in der 650b Version bei 170mm Federweg) ist es auch denkbar, die Gabel ruhigen Gewissens in ein All Mountain Bike einzubauen, wobei hier vielmehr die 34er Fox angedacht ist. Gefedert wird die Fox 36 mit Luft. Der Gabelschaft ist mit 1,5“ tapered konstruiert und besitzt eine Gesamtlänge von 265mm. Als Achsstandard hat die Fox eine 20mm Steckachse (20x110mm), kann aber auch mit einem Adapter auf eine 15mm Steckachse umgerüstet werden. Die Bremsaufnahme hat den Standard Postmount 7.

Quelle: http://www.ridefox.com/
Quelle: http://www.ridefox.com/

Die Fox-Gabel erlaubt es dem Fahrer neben dem Luftdruck und dem Rebound auch die High-Speed- Compression (HSC) sowie Low-Speed Compression (LSC) individuell einzustellen. Außerdem kann man mit Hilfe von Luftkammervolumenspacern, den sogenannten Token, das Volumen der Luftkammer anpassen und somit Einfluss auf die Federkennlinie nehmen.

Genug der grauen Theorie.

Erstkontakt

Unsere Fox 36 Float Testgabel ist im aktuellen Rotwild E1 mit 650b Laufrädern verbaut, welches wir bereits für euch getestet haben und bietet satte 170mm Federweg. Ausgestattet ist sie mit der Fit RC2 Dämpfungseinheit, 20mm Steckachse und 36mm breiten, Kashima Coat beschichteten Standrohren. Wir haben keinen Luftkammervolumenspacer verbaut und mussten dies bislang nicht verändern.

Die Gabel macht einen hochwertigen Eindruck, was sich durch eine saubere Verarbeitung und schöne Formgebung auszeichnet. Die Einstellrädchen für die HSC, LSC sowie den Rebound fühlen sich gut an, haben keine scharfen Kanten oder ähnliches und lassen sich demnach gut bedienen. Dank der eindeutig definierten Rasterung der Klicks kann man die Druck- und Zugstufe auch mit Handschuhen passend einstellen. Die HSC kann mit insgesamt 23 Klicks, die LSC mit 26 Klicks und den Rebound (Zugstufe) mit 18 Klicks einstellen. Damit sollte jeder Fahrer eine passende Einstellung finden.

Blick von oben - Einstellmöglichkeiten für HSC, LSC und Luftdruck
Blick von oben – Einstellmöglichkeiten für HSC, LSC und Luftdruck

Anm. d. Redaktion: Unser Testfahrer fuhr die Fox mit 60PSI bei einem fahrfertigen Gewicht von 87kg. Bei der HSC wählte er 10 Klicks mehr Dämpfung und 17 Klicks bei der LSC. Uns ist klar, dass hier jeder seine eigenen Vorlieben hat, deshalb haben unsere Angaben lediglich informativen Charakter.

Auffallend sind die neuen Ausfallenden. Die Steckachse inkl. der Klemmung lässt sich nicht mehr ohne Werkzeug ein- bzw. ausbauen. Dazu ist ein 5mm Innensechskantschlüssel notwendig. Der Vorteil ist, dass man dadurch Gewicht einspart. Zur Folge hat dies, dass die Demontage sowie die Montage des Vorderrades nicht mehr ganz so schnell von statten geht, wie beim Vorgängermodell. Die Steckachse bietet keinen Ansatz um sie herauszuziehen, wodurch der Ansatz für den Inbusschlüssel stark in Mitleidenschaft gezogen wird.

Blick auf das Ausfallende
Blick auf das Ausfallende

In Action

Hat man sich mit der Gabel und deren Einstellungsmöglichkeiten vertraut gemacht, kann es endlich auf den Trail gehen.

Beim Bergauffahren ist die Gabel fast völlig wippfrei. Dies ist zwar primär der Geometrie des Bikes zuzuschreiben. An dieser Stelle sollte man sich bewusst sein, dass die Gabel kein Easy-Set-Up in Form von Climb-, Trail- und Descend-Modus, wie von anderen FOX Gabeln bekannt ist, bietet. Das bedeutet, dass man sich mit HSC und LSC beschäftigen muss, um die Gabel möglichst optimal einstellen zu können. Eine Absenkung der Gabel haben wir zu keiner Zeit vermisst. Der Vorteil der Float-Version ist, dass sie leichter ist. Ob die Float in diesem Fall besser anspricht als eine Talas können wir nicht final beurteilen, da uns der Vergleich zur aktuellen Talas 36 fehlt. Der Aufbau der Talas mit zusätzlichen Dichtungen erzeugt jedoch eine höhere Reibung was dafür spricht, dass man mit der Float ein besseres Ansprechverhalten erzielt.

Mehr gibt es bergauf nicht zu berichten, denn die Gabel ist für den Downhill gemacht.

Bergab wusste die Fox 36 absolut zu überzeugen. Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk führt sie das Bike um die Kurven und nimmt dabei ordentlich Schläge auf. Für die enorme Steifigkeit ist nicht zuletzt das überarbeitete Casting an der Gabel verantwortlich. Aber auch die fetten Rohre und die 20mm Steckachse sorgen für eine top Spurtreue. Die Forke fährt sich sehr direkt und bestimmt. Es fällt einem sehr leicht die Ideallinie zu finden und das Bike folgt wie auf Schienen.

Macht ordentlich was her
Macht ordentlich was her

Bemerkenswert ist das feine Ansprechverhalten der Forke, das ist der neuen überarbeiteten Dämpfungseinheit RC2 zu verdanken. Dazu wurde der Einstellbereich der LSC schmaler konstruiert. Weiter werden neue Dichtungen verwendet, welche weniger Reibung erzeugen sollen. Zu guter Letzt spielt auch das dünnflüssigere Öl in Verbindung mit den Shimstacks eine Rolle für die feinfühlige Federung. Das gute Ansprechverhalten kommt einem in langsamen Passagen sehr entgegen. Dabei steht sie dennoch hoch im Federweg. Dies wussten wir in technischen Streckenabschnitten zu schätzen, also bei Absätzen und Haarnadelkurven, in denen es nur mit Hinterrad versetzen um die Ecke ging. Ihren wahren Charakter zeigt die Fox aber mit zunehmender Geschwindigkeit. Bei schnellen und ruppigen Trails fühlt sie sich am wohlsten und vermittelt dies auch dem Fahrer. Allerdings muss man dazu sehr aktiv fahren, sprich das Gewicht nach vorne bringen, um die Gabel zur Arbeit zu animieren.

Fazit:

Beruhigend zu sehen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt und der Endverbraucher davon profitiert. Nachdem die bekannten Mitbewerber auf dem Suspensionmarkt größtenteils vorgelegt haben, hat Fox mit der neuen 36er beachtlich reagiert. Die neue FOX 36 Float ist gewohnt sauber verarbeitet, bocksteif und sehr feinfühlig. Sie bietet viele individuelle Einstellungsmöglichkeiten, um ein geeignetes Set Up für jede Strecke zu finden.

Bleibt der stolze Preis von 1.099,00€, der in unseren Augen so nicht gerechtfertigt ist, wenn man den Preis einer Pike (884,00€ UVP, der Straßenpreis liegt deutlich niedriger) zum Vergleich heranzieht. Ansonsten muss die neue Fox 36 nicht den Vergleich mit Pike & Co. scheuen.

12 Kommentare

  1. Diese Gabel !!!!! Ist der letzte Scheiß dreck. Ich hab sie jetzt zum zweiten Mal und keine der beiden Funktioniert ansatzweise so wie das hier beschrieben wird. Die Gabel spricht weder gut an,noch dämpft sie sauber. Ich möchte mal wissen für was diese dämliche Kashima Beschichtung gut den soll. Die bringt nämlich garnichts. Ich hab die Gabel erst beim Service gehabt. 😂😂das kann man sich echt sparen,weil die nichts machen,kassieren aber ein schwein Geld. Außerdem ist Fox in meinen Augen total überteuert.
    Ich habe das Rotwild e1, der Hinterbau ist super , die Gabel ist der letzte Mist.
    Diese ganzen Testberichte kann man alle total vergessen, das wird nur Müll reingeschrieben.

    • Hallo Hans,
      das tut mir leid und unter diesen Umständen kann ich deinen Ärger natürlich verstehen.
      Hast du mit Fox schon mal darüber gesprochen? Die wären m.M. nach die besseren Ansprechpartner.
      Ich habe die Fox 36 mittlerweile auch in meinem zweiten Rad und bin sehr zufrieden.
      Grds. ist die Fox 36 aber schon recht straff. Das habe ich aber auch so beschrieben:
      „Bei schnellen und ruppigen Trails fühlt sie sich am wohlsten und vermittelt dies auch dem Fahrer. Allerdings muss man dazu sehr aktiv fahren, sprich das Gewicht nach vorne bringen, um die Gabel zur Arbeit zu animieren.“

      VG
      Philipp

  2. Kann es sein das ihr hsc und lsc vertauscht habt?
    Die Standarteinstellungen betragen lt Fox lsc13 hsc 18
    Da seit ihr ja weit von abgekommen.

    • Hallo Joni,
      bin sofort in den Keller geflitzt und habe deine Angaben überprüft.
      Bei unserer Gabel ist es wie im Text beschrieben:
      LSC 26 Klicks
      HSC 23 Klicks
      Best…
      Phil

      • Vielen Dank, ich bin gespannt, da ich genau das getestete Rad habe werde ich mich in den nächsten Tagen mal an Euch orientieren.

        VG
        Joni

          • Nun muss ich dich doch nochmal in den Keller schicken 🙂
            Wieviel Bar hast Du auf Reifen und Gabel und wieviele Klicks bei der Zugstufe?

          • Hallo Joni,

            sorry, dass ich so lange auf mich hab warten lassen… schönes Wetter, da bin ich auf dem Trail 🙂
            Habe aber an dich gedacht und mal meine aktuellen Einstellungen notiert.
            Fahrfertiges Gewicht (also mit Protektoren, Rucksack usw.): 90kg
            Die Gabel fahre ich mit einem Druck von knapp 65 PSI. Das sind dann bei mir 30% Sag.
            HSC: 9 Klicks
            LSC: 16 Klicks
            Rebound: 9 Klicks
            Auf den Reifen habe ich 1,5 bar mit Schlauch. Das sind meine Einstellungen für Endurotouren.

            Versuche einfach mal ein wenig mit den Einstellungen zu spielen und schau was sich gut für dich anfühlt. Da hat jeder seine eigenen Vorlieben.

            Happy Trails
            Phil

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