Mit den Laufrädern und Reifen stellen wir heute den Kontakt zum Boden her. Die Gretchenfrage war: „wie abfahrtslastig soll es werden?“
An dieser Stelle haben wir die Köpfe mit e*thirteen zusammengesteckt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass unser Trailbike fürs Grobe auch die passenden Schuhe in Form der LG1+ EN Laufräder und der passenden Reifen bekommen soll.

ethirteen LG1+ EN
Schickes Understatement mit gebürstetem Aluminium.

Unaufgeregt und in einem matten, gebürsteten Finish zeigen sich die e*thirteen LG1+ EN  Laufräder von ihrer schönsten Seite. Doch zählt nicht nur die Optik, sondern hauptsächlich die inneren Werte. Was eine hervorragende Überleitung zur Felgeninnenbreite ist. Diese zeigt sich mit 30 mm zeitgemäß und ist natürlich perfekt abgestimmt auf die hauseigenen Reifen, zu denen wir später kommen. Als kleiner Bonus kommen e*thirteen Laufräder tubelessready beim Kunden an, dass heißt mit vormontiertem Felgenband und Tubelessventilen.
Da es immer noch darum geht ein Bike aufzubauen, welches in ein engeres Budget passt, sind die Felgen natürlich aus Aluminium.

ethirteen LG1+ EN Laufräder
Die e*thirteen Laufräder kommen standardmäßig mit montiertem Tubelessband und Ventil.

Da eine Felge allein noch kein Laufrad ausmacht, wurden 28 Löcher in beide Felgen gebohrt, um diese mit, wie sollte es anders sein, 28 Speichen pro Laufrad mit den hauseigenen Naben zu verbinden. Mit der geringen Speichenanzahl erhofft man sich natürlich gleichzeitig ein geringes Gewicht, was an dieser Stelle leider nicht ganz zutreffend ist. Unser Laufradsatz wiegt nämlich stolze 1894 Gramm (inkl. Felgenbändern und Ventilen). Damit sind wir aber immer noch unter unserer Schmerzgrenze von 1900 Gramm und nüchtern betrachtet haben wir weiterhin ein kurzhubiges Rad, bei dem die Laufräder wahrscheinlich ein wenig mehr abbekommen werden.
Bei den Naben zeigt sich eine freudige Überraschung. Für das Modelljahr 2020 hat e*thirteen nämlich den Zuschlag für die Fertigung von Shimano MicroSpline Freiläufen erhalten. Wer noch nicht weiß warum das für uns eine so große Geschichte ist, dem sei gesagt, dass Shimano mit der Einführung des MicroSpline Freilaufs lediglich einer Hand voll Herstellern die Lizenzen zur Fertigung erteilt hat. Mit der Lizenz für e*thirteen haben sich uns neue Wege eröffnet, die wir gleich wahrnehmen mussten.

MicroSpline Freilauf
Shimano MicroSpline Freilauf. Was könnte da wohl folgen?

Unser Laufradsatz kam aber mit einem XD Freilauf des zweiten Schaltungsspezialisten SRAM bei mir an, was mir die Gelegenheit für die Dokumentation des Freilaufumbaus eröffnet hat.

LG1+ Laufräder
Der SRAM XD Freilauf musste weichen.

Zum Entfernen des Freilaufs muss man als erstes auf die „nicht Antriebsseite“ schauen und die Kappe entfernen. Glücklicherweise steht dort auch direkt drauf was wir zu tun haben.

ethirteen LG1+ EN Laufräder
Kein Werkzeug benötigt und eine Anleitung an der Nabe. Danke e*thirteen.

Als nächstes entfernt man die Achse samt Freilauf, dabei immer schön aufpassen, dass keine Spacer abhanden kommen. Nun wird der alte Freilauf von der Achse gezogen und der neue Freilauf aufgesteckt. Bevor die Achse wieder zurück in das Laufrad gesteckt wird, ist unbedingt darauf zu achten die Spacer wieder in der richtigen Reihenfolge zu montieren. Im Gegensatz zum XD Freilauf benötigt der MicroSpline Freilauf einen weiteren Spacer auf der Antriebsseite.

Ist alles fertig auf die Achse gefädelt, schiebt man den Freilauf an seinen Bestimmungsort und dreht ihn dabei gegen den Uhrzeigersinn, damit die Sperrklinken in der Nabe verschwinden. Als letzten Schritt muss nur noch die Verschlusskappe wieder auf die Achse geschraubt werden und fertig.

Dank passendem Freilauf, dem vorinstallierten Felgenband und den Ventilen sind die Laufräder nun bereit für die Montage der Reifen. Da es sich bei dem Specialized Stumpjumper Evo immer noch um ein Trailbike handelt und ich mir die Anstiege damit weitesgehend aus eigener Kraft erarbeiten möchte, habe ich auf die Kombination des e*thirteen All-Terrain Reifens am Vorderrad und des Semi-Slick für das Hinterrad gesetzt. Die ersten Reifen von e*thirteen haben mich bereits mit ihrem enormen Grip überzeugt. Mit neuen Gummimischungen, Profil und Karkassenaufbau wurde es Zeit auch einmal das Update unter die Lupe zu nehmen.

ethirteen A/T Reifen
Grip vorne, geringer Rollwiderstand hinten.

Da Grip nur durch noch mehr Grip zu ersetzen ist, fiel die Wahl beim Vorderrad auf die MoPo Reifenmischung, wobei das MoPo für Motion Potion steht. Etwas verständlicher sind wahrscheinlich die Worte „super klebrig“ und „langsame Rückfederung“. Der Ursprung dieser klebrigen Reifenmischung ist laut Ethirteen auf Thailands Underground Moped Dragszene zurückzuführen. Auch wenn wir mit diesen Reifen keine Donuts auf einen Parkplatz zaubern wollen, ist es eine ziemlich coole Geschichte und ein Grund mehr diese Reifen zu testen. Der Wehrmutstropfen kommt in der Form des Gewichts. Mit stabiler DualPly Karkasse wiegt der Ethirteen All-Terrain LG1 EN MoPo 29 x 2,4 wuchtige 1230 Gramm.

ethirteen LG1+ EN Laufräder
Wer mit diesen Schlappen wegrutscht hat auf jeden Fall einen Fahrfehler begangen.

Aus diesem Grund fiel die Wahl beim Hinterrad Reifen auf den e*thirteen Semi-Slick, der dank seines flachen Profils, zumindest auf dem Papier, super Rolleigenschaften verspricht. Am Hinterrad geht es karkassentechnisch nicht ganz so stabil zu. Wir bleiben zwar bei der LG1 EN Karkasse, haben aber nur noch einen SinglePly Aufbau. Das spart Gewicht und sollte uns den Vortrieb erleichtern. Der e*thirteen Semi-Slick LG1 EN Race 29 x 2,35 schafft es mit seinen 988 Gramm noch knapp unter der magischen 1 kg Grenze zu bleiben.

ethirteen LG1+ EN Laufräder
SinglePly, aber dennoch stabil. Der e*thirteen Semi-Slick.

Semi-Slick Reifen sind wie der eigene Musikgeschmack, nicht jeder muss den gleichen Geschmack haben. Wo Semi-Slicks glänzen, sind die vorzüglichen Rolleigenschaften und wenn man sie auf die Seitenstollen legt, beißen sie sich auch dort ordentlich in den Untergrund. Der Übergang auf die Seitenstollen ist aber nicht immer ganz homogen. Wo sie eher das Nachsehen haben ist Bremsleistung. Sowas sollte man beim Kauf seiner Reifen im Hinterkopf behalten.

ethirteen Semi-Slick
Minimaler Rollwiderstand, aber auch minimaler Bremsgrip. Das „Für und Wieder“ eines Semi-Slicks.

Damit wir uns während der Fahrt keine Gedanken über Plattfüße machen müssen, erhält jeder Reifen zusätzlich 150 ml e*thirteen Tire Plasma Tubelessmilch.

ehtirteen Tire plasma
Ein Schluck Tubelessmilch und die Räder sind startklar.

Mit den verbauten Laufrädern nähern wir uns dem Ende des Aufbauprojektes. In der nächsten Woche gilt es noch den Antrieb und die Bremsen zu montieren.

Specialized Stumpjumper EVO
Endspurt!

Wie in jedem Artikel gibt es natürlich die obligatorische Gewichtstabelle.

Bauteil Gewicht in Gramm
Rahmen Specialized Stumpjumper EVO, Größe „S2“, inkl. Achse 3.100
Steuersatz FSA 62
Bashguard inklusive Befestigungsschrauben 41
Dämpfer Marzocchi Bomber CR, 210 x 50 753
Gabel Marzocchi Z1 (150 mm) 29″, 44 mm Offset, inkl. Achse 2.214
Lenker Joystick 8-Bit 272
Vorbau Joystick Binary 127
Vorbauschraube 7
Aheadkappe 3
Spacer 11
Griffe Sensus Lite 89
Sattel Specialized Phenom Comp, 143 mm 265
Sattelstütze X-Fusion Manic, 125 mm, 34,9 mm 690
Laufräder e*thirteen LG1+ Enduro Vorderrad 893
e*thirteen LG1+ Enduro Hinterrad 1.001
Reifen e*thirteen LG1 MoPo All-Terrain 29 x 2,4 1.230
e*thirteen LG1 Race SemiSlick 29 x 2,35 988
e*thirteen Tire Plasma Tubelessmilch 300
Zwischenstand 12.046

 


Text & Bilder: Thomas Kappel
Redaktion: Robin Krings
weitere Informationen: e*thirteen

2 Kommentare

  1. Eure Aufbaustories sind immer wieder schön anzusehen und zu lesen!

    Da verweilt man doch gerne die eine oder andere Minute länger!

    Vom Gewicht scheint es aber für die recht kleine Größe doch ein ganz schöner Trümmer zu werden, auch wenn ja nur noch Schaltung & Bremsen fehlen!

    • Hey Robert, danke für das sehr positive Feedback zu den Aufbaustorys. Da wirklich einiges an Arbeit in der Produktion steckt, motiviert einen so ein Kommentar natürlich noch zusätzlich. Beste Grüße, Patrick

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