Pivot hat in den letzten Zwei Jahren vor allem auf dem deutschen Markt richtig Gas gegeben. Die amerikanische Firma rund um Chris Cocalis setzt auf organische Formen und den bewährten DW Link bei nahezu allen Modellen. Mit dem Phoenix DH Carbon hat man einen mehr als potenten Downhiller im Programm, der alleine schon durch seine Optik besticht. Wir haben uns die Saint Edition als Dauertest in die Redaktion geholt und wollen prüfen, ob das Phoenix mehr drauf hat als nur verdammt gut auszusehen.

Pivot Phoenix Carbon in der Saint Edition.
Pivot Phoenix Carbon in der Saint Edition.

Das Phoenix ist unserer Meinung nach eines der schönsten Downhill Bikes am Markt. Die geschwungene, organische Form des Rahmens in Kombination mit nahezu perfekter Verarbeitung lässt im Stand schon erahnen wo die Reise hingeht. Das gesamte Bike wirkt wie aus einem Guss, sehr hochwertig und clean. Der Gesamtpreis schlägt allerdings mit 8.499 Euro auch ordentlich zu Buche.

Hochwertig ist dann auch der komplette Rest der Ausstattung. Die Namensgebung für das Build Kit holt man sich über Bremse und Schaltung. Hier kommt die bekannte und bewährte Shimano Saint Bremse nebst Saint 10-fach Schaltung zum Einsatz. Komplettiert wird der Antrieb von der edlen Raceface SixC Kurbel aus Carbon und einer e*thirteen LG1 Kettenführung. Sattelstütze und Lenker stammen von Pivot selbst und sind ebenfalls aus Carbon gefertigt. Der 800 mm breite Lenker hat einen Rise von 20 mm. Im Lauf des Tests wird sich klären, ob hier vielleicht nicht weniger mehr ist und wir den 800 mm Breite zu Leibe rücken müssen.

Sehr aufgeräumtes, 800 mm breites Carbon Cockpit von Pivot.
Sehr aufgeräumtes, 800 mm breites Carbon Cockpit von Pivot.

Das Heck des Phoenix bietet 204 mm Federweg und nutz dafür den bekannten Float X2 von Fox. An der Front kommt die 40 Factory von Fox mit passenden Decals zur Teamfarbe Blau. Hier dürfte selten bis nie der Gedanke nach mehr Performance aufkommen, denn vor allem die 40 ist nach wie vor unsere Benchmark unter den Doppelbrückengabeln.

800 mm, 20 mm Rise und passender Vorbau der ebenfalls von Pivot kommt.
800 mm, 20 mm Rise und passender Vorbau der ebenfalls von Pivot kommt.

Bei den Laufrädern greift man zu bewährten DT Swiss FR 570 mit Maxxis Highroller II Reifen. Eine ausgewogene Kombination für so ziemlich jedes Gelände, so lange es nicht richtig matschig wird.

Das Cockpit ist sehr aufgeräumt und für Züge und Leitungen geht es überwiegend durch den Rahmen. Das sorgt für einen cleanen Look, ist aber fummelig wenn es um Austausch und/oder Wartung geht. Optisch ist es auf unserer Meinung nach die bessere Wahl.

Fast schon als üblich kann die gleichzeitige Verwendung der oberen Leitungsführung als Bumper bezeichnet werden. Obendrein fügt es sich nahtlos in das Gesamtbild ein.

Leitungsführung und Bumper in der komplettlösung.
Leitungsführung und Bumper in der komplettlösung.

Geht man weiter Richtung Heck des Phoenix, erreicht man das Kernelement des Rahmens. Der DW Link, dessen namensgebender Entwickler Dave Weagle war und ist, bietet Antriebsneutralität und eine sehr gute Traktion. Das Heck des Phoenix ist einteilig ausgeführt und wird mit dem Hauptrahmen über zwei Wippen verbunden. Durch diese Konstruktion erlangt der Hinterbau einen virtuellen Drehpunkt. Durch dieses System kann eine mögliche Anpassung an viele Pivot Modelle erfolgen, da die Raderhebungskurve und vor allem die Federungscharakteristik an das jeweilige Modell und Einsatzgebiet angepasst werden können. Der DW Link leistete bereits im von uns getesteten Mach 6 gute Dienste und könnte im Phoenix durchaus noch eine Schippe drauflegen.

Die Anlenkung des DW link erfolgt über zwei Wippen am Hauptrahmen.
Die Anlenkung des DW link erfolgt über zwei Wippen am Hauptrahmen.

Die Geometriedaten des Phoenix deuten auf ein ausgewogenes Racebike hin, welches aber sicher auch im Park Spaß aufkommen lässt. Der Lenkwinkel ist mit 62.5 ° für ein DH Bike absolut auf der Höhe der Zeit. Die Kettenstreben fallen mit 442 mm eher länger aus und dürften für eine gute Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten und leichte Abzüge in der Wendigkeit sorgen. Natürlich nur in der Theorie, aber in der Praxis muss es sich erst noch zeigen. Über eine Geometrieverstellung verfügt das Phoenix nicht, allerdings lässt sich der Lenkwinkel durch den verbauten Steuersatz um +/- 0.75 ° verstellen. Der Reach unseres Phoenix in Größe M liegt bei 428 mm. Verfügbar ist der Rahmen weiterhin in S, L und XL. Hier sollte also für (fast) jede Vorliebe und Größe das passende dabei sein.

Geometriedaten des Phoenix 2017 - Quelle: Pivot Cycles
Geometriedaten des Phoenix 2017 – Quelle: Pivot Cycles

Eine kleine Besonderheit des Phoenix Rahmen ist die Option eine versenkbare Sattelstütze zu verbauen. Es gibt durchaus das ein oder andere Szenario in dem diese Option Sinn macht. Gute Entscheidung von Pivot und wenn sie nicht genutzt wird, fällt sie buchstäblich nicht weiter ins Gewicht.

Um das alles komplett zu machen sorgt Pivot an den neuralgischen Punkten des Rahmens für zusätzlichen Schutz. Der Kettenstrebenschutz ist integriert, der Unterrohrschutz lässt sich problemlos tauschen und die untere der zwei Wippen die den Hinterbau halten, verfügt über einen Durschlagschutz welcher den Rahmen vor zu groben Landungen schützen soll.

Und dann kommt ja manchmal noch das berühmte „Sahnehäubchen“ an einem Produkt. Der komplette Aufbau des Phoenix kommt (ohne Pedale, tubeless) auf sehr gute 15.43 Kg Gesamtgewicht. Im Anbetracht des Einsatzgebiets und der Verwendung von Aluminium Laufrädern ein absolut respektabler Wert. Wer noch weiter runter möchte kann die optionalen Reynolds Carbon Laufräder ordern. Die magische Grenze von 15 Kg zu unterschreiten dürfte aber dennoch sehr schwer sein.

Das Gesamtgewicht ist durchaus eine Ansage für ein DH Bike.
Das Gesamtgewicht ist durchaus eine Ansage für ein DH Bike.

Wie für einen Dauertest üblich, werden wir euch über drei Artikel umfangreich über das Bike informieren. Der nächste Teil des Tests wird um den Juli rum erscheinen und euch umfangreich über die Fahreigenschaften und das Potenzial des Phoenix aufklären. Dabei wird sich das Testgebiet auf Bikeparks und alpines Gelände ausweiten. Hier sollte alles geboten sein, um das Bike auf Herz und Nieren zu testen. Das große Fazit erwartet euch dann wie üblich gegen Ende des Jahres.

Der erste Eindruck des Phoenix ist mehr als positiv und wir freuen uns auf eine lange, hoffentlich sehr sonnige Saison 2017. Jetzt gilt es das Fahrwerk einzustellen und auf beste Testbedingungen zu hoffen. Wir halten euch wie gewohnt auf dem Laufenden.

 

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