Neben unseren Testberichten in geschriebener Form, liegt es uns am Herzen euch mit ebenso gutem Bildmaterial zu versorgen. Auch wenn Smartphones immer kraftvoller werden und durchaus gute Bildresultate liefern, nutzen wir sie doch eher für unsere Instagram Stories. Für Produkt-, Action- und Eventbilder fahren wir lieber etwas größere Geschütze auf. Mit dieser Serie wollen wir euch unser Equipment näher bringen welches wir zur Erstellung unseres Contents nutzen.

Bei Fotografie Equipment läuft es wie mit den liebsten Fahrradteilen ab. Neben der Funktion soll auch die Bedienung und Ästhetik zum Fotografen passen. Punkte über die man stundenlang mit seinen Freunden streiten und fachsimpeln kann.
Als ich vor gut 4 Jahren mit der Fotografie begann, hatte ich die Möglichkeit meine ersten Erfahrungen mit einer Nikon D7000 zu machen. Angefixt von Nikon folgte meine erste eigene DSLR mit der Nikon D7200. Zu dieser Zeit war die Fotografie für mich noch in der Probephase und ich habe mich ein wenig mit Produkt- und Sportfotos beschäftigt. Für stillstehende Objekte war sie vollkommend ausreichend, doch der sehr kleine Pufferspeicher bei Serienbildern hat mich schnell zur Verzweiflung gebracht.

Nikon D7200
Lange sind die Zeiten der ersten Kamera her. Auch unser Redakteur Martin wusste damals noch nichts von seinem Glück bei uns zu arbeiten.

Daher durfte die D7200 wenig später in den Händen meiner besseren Hälfte weiter bestehen und ich habe mich für die Nikon D500 entschieden. Das Sport Flaggschiff mit kleinem APS-C Sensor. Die D500 ist mit ihren 10 Bildern pro Sekunde und einem super schnellen Autofokus mein ständiger Begleiter in den letzten 4 Jahren geworden. Sei es ein Presse Event oder sogar der Downhill Worldcup. Ich hatte selten das Bedürfnis etwas Neues haben zu wollen.

Loic Bruni Downhill Worldcup Leogang 2018
Mit 10 Bildern pro Sekunde bekommt man in der Regel genau das Bild, was man sich erhofft.

Wenn man immer wieder neues Material testen darf kommen aber natürlich doch irgendwann Begehrlichkeiten auf. So geschehen mit den immer besser werdenden spiegellosen Kameras, die mit ihrer etwas kleineren Bauform und weiteren technischen Gimmicks in meinen Augen immer attraktiver wurden. Auch verschiebt sich mein Fokus ein wenig und ich möchte mich etwas mehr mit Filmen beschäftigen. Da Nikon in meinen Augen leider kein adäquates System für meine Ansprüche im Lineup hat, wurde es Zeit sich zu trennen. Die neue Liebe war nach langer Recherche in Form der Canon R6 gefunden.

Gear Check, Canon R6
Meine neuen, ständigen Begleiter in der Fotowelt.

Sport ist und bleibt mein Schwerpunkt in der Fotografie und die Canon R6 punktet hier mit einem super Autofokus und genug Video Features, sodass ich mich gut aufgehoben fühle. Macht sie mich zu einem besseren Fotografen? Wahrscheinlich nicht. Doch macht sie mir das Leben z.B. mit dem Augen-Autofokus etwas leichter und die Sensorstabilisierung in der Kamera ist ein super Videofeature.

Leo Kast
Die Bildkomposition wird dank Augen-Autofokus in der Canon R6 noch leichter. Leo Kast bei den Trail Days in Molveno.

Neben der Kamera musste ich natürlich noch in die passenden Objektive investieren. So war die erste Anschaffung eine RF 24-70 F2.8 Linse. Das ist die Brennweite mit der ich mit Abstand die meisten Bilder in den letzten Jahren geschossen habe. In diesem Zoombereich fühle ich mich in der Lage nahezu alles zu fotografieren, was mich in der Regel beschäftigt.

Specialized Stumpjumper EVO
Im Studio und außerhalb, das 24-70 F2.8 ist mein wichtigstes Objektiv.

Am meisten durfte das 24-70 Objektiv seine Qualitäten in der Produktfotografie zeigen. Doch auch bei Action zeigt es sich extrem vielseitig.

Als zweites Glas kam natürlich noch das RF 70-200 F2.8 dazu. Mit dem “etwas mehr” an Zoombereich kann man sich in ausreichender Entfernung zu aufgewirbeltem Staub, Steinen oder sonstigen Geschossen aufhalten oder auch einfach nur, wenn man nicht nahe genug an die Action rankommt. Zusätzlich ist die neue Version des 70-200 für die spiegellosen Canon Kameras einiges Kompakter und leichter geworden als sein Vorgänger.

Downhill Worldcup Leogang
Im Tunnel stehen war keine Option. Da kommt eine Brennweite von 200 mm sehr gelegen.

Beide Objektive sind extrem Lichtstark und erforderten ein starkes Ringen mit mir. Der hohe Preis und das beachtliche Gewicht waren Punkte gegen diese Objektive. Immerhin wollte ich mein Equipment kleiner und leichter machen. Da ich immer wieder in dunklen Wäldern fotografiere würde ich mit den F4 Objektiven aber einfach nicht glücklich werden. Diese Erfahrung habe ich schon mehrfach machen dürfen. Weniger lichtstarke Objektive zwingen mich zu höheren ISO Werten, also zu stärkerem Rauschen der Bilder. Eine Sache, die ein gutes Motiv irgendwann zum Ausschuss werden lässt.

Bikepark Großerlach
In solchen Lichtsituationen ist eine Offenblende von F2.8 Gold wert.

Das letzte Objektiv, welches das Equipment komplettieren würde, wäre ein Ultraweitwinkel mit 15-36 mm Brennweite. Der Weitwinkel Effekt ist durchaus ein Hingucker, sollte aber nur in Maßen verwendet werden, weil man sich schnell dran satt sieht. So habe ich in der Vergangenheit tatsächlich selten ein Weitwinkel genutzt und die Investition ist damit erst einmal hinten angestellt.

Neben der Hardware für die Bildaufnahme braucht es in den meisten Fällen auch noch Material zur Nachbearbeitung. Ich habe zwar den Anspruch ein Bild direkt in der Kamera korrekt einzufangen, doch ist es bei schwierigen Lichtverhältnissen nicht immer möglich. Das MacBook Pro in 13″ (Late 2015) Ausführung ist zwar super handlich, bleibt die meiste Zeit aber dennoch zu Hause. Lediglich auf Events wie dem Downhill Worldcup ist es mit dabei, um Euch direkt mit den Bildern des Tages zu versorgen.

MacBook pro und Zubehör
Neben dem Laptop habe ich immer Adapter und eine USB Festplatte dabei.

Damit ich nicht alles in einer Ikea-Tasche mit mir herumtrage, was durchaus möglich wäre, bei Mountainbiketouren aber durchaus unpraktisch ist, wurde es der F-Stop Lotus Fotorucksack. Hier hat mir besonders die modulare Bauweise mit den ICU Einheiten (Internal Camera Unit) gefallen. So kann ich den Rucksack je nach Auftrag mit der entsprechenden ICU auf meine Bedürfnisse einstellen. Zusätzlich bietet der F-stop Lotus mit seinen 32 Litern Gesamtvolumen noch viel Platz für alles, was man auf einer längeren Tour benötigt.

f stop lotus 1 Cycleholix

Mit dem Abschied von Nikon habe ich das Jahr 2020 ausklingen lassen und hoffe, dass ich bald wieder dazu kommen werde die neue Ausrüstung so wie es sich gehört im Gelände zu nutzen.


Text & Bilder: Thomas Kappel

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