Vor gut einem Jahr hat uns der münchener Komponentenhersteller BikeYoke eine DIVINE Remote Sattelstütze mit 160 mm Verstellweg zur Verfügung gestellt. Ich bin die Stütze den gesamten letzten Herbst, Winter und die aktuelle Saison ausgiebig probegefahren. Dabei musste sie lange Uphills bei praller Hitze genauso über sich ergehen lassen, wie Schlammpackungen und winterliche Kälte. Nun ist es an der Zeit unser Fazit zur Bikeyoke DIVINE zu ziehen:

Warum DIVINE, wenn es die preisgekrönte REVIVE gibt, welche außerdem aktuell in der Version 2.0 mit einem enormen Verstellweg von 213 mm vorgestellt wurde? Die BikeYoke DIVINE ist preislich etwas unterhalb angeordnet, was sie für Menschen mit geringerem Budget und Verkäufer von Komplettbikes interessant macht. Absacken oder Federn muss auch bei der BikeYoke DIVINE laut Hersteller nicht befürchtet werden, denn sie verfügt über einen automatischen Entlüftungsmodus, welcher sich bei jeder Absenkung aktiviert.

Bikeyoke DIVINE
Der Sinn von Remote Sattelstützen ist nicht anzuzweifeln – doch was kann die BikeYoke DIVINE?

Besonderheiten der BikeYoke DIVINE

  • Verstellweg 125 mm, 160 mm, 185 mm
  • Durchmesser 30,9 mm, 31,6 mm
  • Betätigung Seilzug
  • Gewicht je nach Version ab 445 g (125 mm, 30,9 mm) bis 560 g (185 mm, 31,6 mm)
  • Besonderheiten Verstellweg intern in 5 mm Schritten anpassbar, selbstentlüftend

Montage

Der Kunde kann beim Kauf der DIVINE zwischen dem beliebten TRIGGY für die Montage mit 1-fach Schaltungen, oder einem Hebel zur Verwendung mit 2/3-fach Schaltungen wählen. Ebenfalls im Lieferumfang befinden sich ein Bowdenzug und eine entsprechende Außenhülle – somit kann die Stütze schnell und ohne weiteres benötigte Material montiert werden.

Bikeyoke Divine
Der Lieferumfang der BikeYoke DIVINE

Ich entschied mich für den TRIGGY Hebel, welchen wir auf der linken Seite des Lenkers montierten. Zwar ging die Montage schnell vonstatten, doch wäre meiner Meinung nach ein Klemmmechanismus für den Zug oben am Hebel etwas eleganter, als die richtige Zuglänge unten am Fuß der Stütze einstellen zu müssen. Eine gute Unterstützung ist eine Skala für die richtige Zuglänge, welche am unteren Ende der Sattelstütze aufgelasert ist. Dieses Hilfsmittel relativiert den Kritikpunkt sehr stark.

Bikeyoke DIVINE
Die Skala am unteren Ende der Stütze erleichtert es, die richtige Zuglänge zu finden.

Der Sattelstütze liegen drei kleine Kunststoffspacer bei, mit welchen die DIVINE für den geübten Schrauber in 5 mm Schritten „gekürzt“ werden kann. Jeder Spacer reduziert den Hub um 5 mm, was den jenigen freut, der wegen so gerade eben zu langer Stütze auf ein zu kurzes Modell zurückgreifen musste. Beispiel: War bisher eine 160 mm Stütze 10 mm zu lang, musste das kurze 125 mm Modell verwendet werden. Genau so erging es mir bei dem Modell welches ich vorher in meinem Juliana Roubion gefahren bin. Die DIVINE erlaubt das Einbringen von zwei Spacern in das 160er Modell um einen passenden Hub von 150 mm zu ermöglichen.

Entlüftung

Die BikeYoke DIVINE verfügt äußerlich gesehen über beinahe den gleichen Kopf wie die REVIVE. „Beinahe“, weil ihr der bekannte Hebel zur Entlüftung fehlt. Diesen benötigt die DEVINE auch nicht, da sie über ein internes Ventil verfügt, welches ins System geratene Luft bei jeder vollständigen Absenkung selbstständig herausdrückt.

Bikeyoke DIVINE
Der bekannte Entlüftungshebel der REVIVE ist überflüssig.

Auf dem Trail

Eigentlich könnte man es kurz und bündig machen: Auf dem Trail wurde ich angenehm überrascht, dass die DIVINE genauso gut wie ihr Großer Bruder, die REVIVE funktioniert. Die Bedienkräfte erschienen minimal höher, was aber auch immer vom Bike und den Radien des Zuges im Rahmen abhängt. In der „Blindverkostung“ zwischen beiden Modellen ist der Meinung verschiedener Redakteure nach kein wirklicher Unterschied auszumachen.

Bikeyoke DIVINE
Gerappel und Staub machte der DIVINE nichts aus.

Nach einigen Kilometern allerdings bemerkte ich, dass die Stütze um ein paar Millimeter absackt. Warum das? Unser Anruf beim Hersteller gab Entwarnung. Wir sollen einfach einmal den Luftdruck überprüfen. Bei einigen Stützen war der Luftdruck etwas zu gering eingestellt, was in der weiteren Produktion schnellstens behoben wurde. Mit der BikeYoke Dämpferpumpe, welche über ein Absperrventil am Ende des Schlauchs verfügt, konnten wir den Luftdruck auf 330 PSI anheben. Somit wurde das „Problem“ dauerhaft behoben. Achtung: Der erlaubte Luftdruck beträgt zwischen 300 und 350 PSI. Dafür benötigt man eine spezielle Pumpe wie die von BikeYoke, inklusive beiliegender Ventilverlängerung. Herkömmliche Dämpferpumpen können diesen Druck nicht erreichen. Das Luftventil sitzt unter dem Sattel, welcher für das Befüllen demontiert werden muss.

Die BikeYoke DIVINE erinnert mich an eine Duracel Werbung von vor einigen Jahren: Sie läuft und läuft und läuft. Weder Staub, noch Kälte oder die ein oder andere Schlammpackung konnten dem Produkt etwas anhaben.

Fazit

Die Bikeyoke DIVINE ist mal wieder ein wunderbares Produkt, welches mich einfach nicht im Stich lassen wollte. Wer eine Sattelstütze sucht die wartungsarm und zuverlässig funktioniert ist hier richtig. Auch wenn man zwischen zwei Verstellwegen steht, kann man auf die DEVINE zurückgreifen und den Hub auf die persönliche Anatomie anpassen. Generell baut die Sattelstütze recht niedrig, sodass auch Menschen mit kürzeren Beinen eher den langen Verstellweg fahren können. Die Bedienkräfte sind auf einem niedrigen Niveau und die Montage geht gewohnt einfach von der Hand. Hier hat der münchener Hersteller – einmal mehr – alles richtig gemacht. Die DIVINE ist je nach Konfiguration zwischen 295 und 325 EUR erhältlich.


Weitere Infos: www.BikeYoke.de

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