Zwanzig Jahre nach dem Wechsel von 26 auf 29 Zoll zeigt die Radsportwelt wieder einen Hunger nach mehr: 32-Zoll-Laufräder sind 2026 der heißeste Trend im Adventure-Segment. Mit dem Fargo 32 stellt Salsa Cycles sein legendäres Drop-Bar-Abenteuerrad auf eine vollständig neue Basis – und macht dabei deutlich, dass die Amerikaner ihren Instinkt für die wesentliche Frage nicht verloren haben: nicht wie schnell, sondern wie weit.

Warum ausgerechnet 32 Zoll?

Die Physik dahinter ist keine Raketenwissenschaft: Größere Laufräder überrollen Hindernisse leichter, bauen Tempo einfacher auf und verlieren es langsamer. Salsa spricht vom höheren Winkelimpuls und flacheren Angriffswinkel – was praktisch heißt, dass das Rad Wurzeln, Steine und rutschige Absätze mit mehr Gelassenheit wegsteckt als ein 29er. Auf langen Bikepacking-Routen mit unbekanntem Untergrund kann das den Unterschied zwischen anstrengend und entspannt ausmachen.

Was dabei gern übersehen wird: Das Fargo 32 ist nicht nur für lange Beine konzipiert. Vier Rahmengrößen von SM bis XL decken Körpergrößen ab rund 157 cm ab – eine Seltenheit in der 32-Zoll-Welt, die bisher fast ausschließlich für große Fahrer gebaut wurde. Hersteller wie Scott haben mit dem 32er-Gravel einen eher sportiven Ansatz gewählt; Salsa geht den entgegengesetzten Weg: robuster Rahmen, komfortable Geometrie, maximale Strecke. Das Fargo war schon immer ein Rad für alle, die weit fahren wollen – nicht für jene, die einen Streckenrekord suchen.

Federung optional: Die Geometrie des Fargo 32 ist für 80 mm Federgabeln korrigiert – wer auf rauem Gelände mit Dämpfung unterwegs ist, muss keine Kompromisse bei der Fahrhaltung machen. Der Rahmen unterstützt zudem ein intern verlegtes Dropper-Post.

Rahmen, Geometrie und was drinsteckt

Das Fargo 32 kommt in zwei Rahmenmaterialien: dreifach geschwungenem Chromoly-Stahl und nahtlos gezogenem Titan in der 3/2.5-Legierung. Beide Versionen erhalten eine Carbongabel mit 51 mm Offset – kompatibel mit 44- bis 51-mm-Gabeln. Steuerkopfwinkel: 67 Grad. Sitzrohrwinkel: 75 Grad. Die Kettenstrebe misst 482 mm und lässt sich über Salsa’s Alternator-1.0-Ausfallenden auf 465 mm kürzen. Wer mit UDH-Komponenten fährt, verliert dabei die Einstellbarkeit – ein Detail, das bei der Aufbauplanung bedacht sein will.

Reifenfreiraum bis 32×2,4 Zoll ist vorhanden, als Referenzreifen empfiehlt Salsa den Teravail Circos Wide. Flaschenhalterplätze variieren nach Größe: SM bekommt einen im Hauptdreieck, MD zwei, LG und XL drei. Dazu kommen Three-Pack-Mounts an der Gabel sowie Kompatibilität mit Salsa’s Alternator Plus Rack via neuem Lift-Kit für 32-Zoll-Räder. Wer viel Gepäck transportieren will, findet hier eine vollständige Trägerbasis.

Ein Rad für Abenteurer, nicht für Podiumsplätze

Das Salsa Fargo war nie ein Rennsportgerät – und das Fargo 32 folgt dieser DNA ohne Abstriche. Es richtet sich an Bikepacker, die mehrtägige Touren auf gemischtem Untergrund fahren, beladen unterwegs sind und bei denen Langstreckenkomfort schwerer wiegt als das Gewicht auf der Waage. Der Verweis auf den Tour Divide ist kein Zufall: Salsa hat das Rennen mitgeprägt, und das Fargo ist dort seit Jahren ein bewährtes Gerät.

Das kurze Vorbaudesign erlaubt bei Bedarf auch den Flatbar-Umbau. Die verlängerte effektive Oberrohrlänge kompensiert das Zehenüberschneidungsrisiko, das bei 32-Zoll-Rädern stärker ins Gewicht fällt. Preislich startet das Stahl-Rahmenset bei 1.799 US-Dollar, die Titan-Version bei 3.499 US-Dollar. Europäische Preise stehen noch aus – der Marktstart ist für Herbst 2026 geplant.

„Wir wollten eine Fargo, die auf fast jedem Untergrund schneller und weiter rollt – und die für Fahrer zugänglich ist, die bisher dachten, 32 Zoll sei nichts für sie.“ – Salsa Cycles

Der Schritt zu 32 Zoll ist für Salsa konsequent, aber nicht risikolos: Das Ökosystem an Reifen, Felgen und spezifischen Komponenten für diese Laufradgröße ist noch überschaubar. Wer in ein Fargo 32 investiert, setzt darauf, dass sich dieser Nischenmarkt in den nächsten Jahren weiterentwickelt. Angesichts des Interesses, das 32-Zoll-Räder 2026 erzeugen, und des Drucks großer Marken auf den Markt, ist das eine Wette mit guten Chancen.