Mondraker hat 2023 mit dem Dusty sein erstes E-Gravelbike auf den Markt gebracht – und dabei die Messlatte gleich hoch gelegt. Für das Modelljahr 2027 folgt nun die zweite Generation. Der spanische Mountainbike-Spezialist überarbeitet das Dusty grundlegend: Ein neuer Rahmen, ein gewechselter Motor und ein erweitertes Akkusystem sollen die Grenzen zwischen klassischem Gravelbike und sportlichem E-Bike weiter verwischen.
TQ HPR60: Motorwechsel mit System
Der größte technische Sprung betrifft den Antrieb. Während das erste Dusty auf den Mahle X20 Nabenmotor setzte, kommt beim Modelljahr 2027 der TQ HPR60 zum Einsatz – ein Mittelmotor mit Harmonic-Pin-Ring-Technologie. Der Motor liefert 60 Nm Drehmoment und 350 W Spitzenleistung bei maximal 200 % Unterstützung. Drei Fahrstufen sind voreingestellt und lassen sich über die TQ E-Bike App individuell anpassen.
Der Wechsel vom Nabenmotor zum kompakten Mittelmotor verändert das Fahrgefühl grundlegend. TQ verspricht ein besonders natürliches Pedalgefühl sowie minimalen Tretwiderstand bei ausgeschaltetem Motor – ein entscheidender Vorteil für lange Touren mit vielen Freilaufpassagen. Mit rund 1,85 kg Motorgewicht bleibt der TQ HPR60 einer der leichteren Mittelmotoren im E-Gravel-Segment.
Stealth-Air-Carbon-Rahmen und MTB-Geometrie
Optisch folgt das neue Dusty der bekannten Mondraker-Designsprache, technisch steckt deutlich mehr dahinter. Der neu entwickelte Stealth-Air-Carbon-Rahmen kombiniert hohe Steifigkeit mit gezielt eingebrachter vertikaler Nachgiebigkeit. Das soll Vibrationen auf ruppigen Schotterpisten dämpfen und den Fahrkomfort spürbar erhöhen, ohne beim Antritt Energie zu verschwenden.
Bei der Geometrie hat Mondraker bewährte Konzepte aus dem Mountainbike-Bereich auf das Gravel-Segment übertragen: ein etwas längerer Reach kombiniert mit kurzem Vorbau sorgt für mehr Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und sichereres Handling in steilen Abfahrten. Der Rahmen bietet Platz für bis zu 700x50c Bereifung – das erweitert den Einsatzbereich auf groben Schotter und leichte Singletracks. Eine Flatbar-Variante ist ebenfalls im Angebot, was das Dusty für Fahrer aus dem MTB-Bereich zugänglich macht.
Mit 700x50c Bereifung und MTB-inspirierter Geometrie bewegt sich das Mondraker Dusty 2027 selbstbewusst zwischen Gravelbike und leichtem Trailbike.
Akku, Reichweite und Konfiguration
Je nach Modell kommt das Dusty 2027 mit einem integrierten 580 Wh oder 360 Wh Akku. Beide Varianten sind mit einem 160 Wh Range Extender kompatibel, der bei langen Touren die nötige Zusatzreichweite liefert. Das 580-Wh-Modell dürfte für die meisten Gravel-Ausfahrten ausreichend dimensioniert sein; die kleinere 360-Wh-Variante punktet mit geringerem Gewicht.
Das Mondraker Dusty 2027 erscheint in fünf Rahmengrößen und mehreren Ausstattungsvarianten. Durch den neuen Akku-Aufbau und die Integration des TQ-Motors bleibt das Gesamtgewicht trotz Carbon-Rahmen beherrschbar. Wichtig für die Kaufentscheidung: Die Flatbar-Variante teilt sich Rahmen und Motor mit den Dropbar-Versionen.
Preise und Marktposition
Die Modellpalette des Dusty 2027 bewegt sich preislich zwischen 5.499 und 8.999 Euro – je nach Ausstattung. Das Einstiegsmodell mit 360 Wh Akku positioniert sich im mittleren E-Gravel-Segment, die Topvariante mit 580 Wh und hochwertiger Schaltung zielt auf anspruchsvolle Allrounder, die sowohl auf langen Schottertouren als auch auf technischen Trails unterwegs sind.
Mondraker unterstreicht mit dem Dusty 2027, dass das E-Gravelbike kein Kompromissprodukt ist, sondern ein eigenständiges Gerät mit klarer Philosophie. Die Kombination aus TQ HPR60, Stealth-Air-Carbon-Rahmen und MTB-Geometrie macht das neue Dusty zu einem ernstzunehmenden Angebot. Weitere aktuelle Gravel- und MTB-News gibt es in unserem News-Bereich.