„Alles neu macht der Mai“- und so sucht der ein oder andere ein neues Bikeoutfit für die kommende Saison. Aus diesem Grund haben wir für euch eine Kombination aus Trikot, Shorts und Handschuhen von Rocday getestet.

Gänzlich unbekannt ist die polnische Klamottenmarke Rocday nicht mehr, aber gefühlt fliegen sie noch etwas unter dem Radar. Dabei ist die Story hinter der Marke sehr sympathisch, denn die Gründer sind selbst leidenschaftliche Mountainbiker und haben Rocday ins Leben gerufen, um sich noch mehr mit ihrem Sport und der damit verbundenen Nähe zu den Bergen identifizieren zu können. Neben der Funktion und der Qualität ist den Machern von Rocday der Style ihrer Klamotten sehr wichtig. Sie möchten Bikeklamotten designen, die man gerne trägt und das auch ohne Kompromisse, ganz egal ob man sich gerade auf dem Bike befindet oder beim abendlichen Stop an der Bar. Das Design wird in Fernost, genauer gesagt in China umgesetzt.

Wir haben für euch das Rocday Manual Jersey Sanitized, die Roc Lite Shorts sowie die Evo Handschuhe getestet.

Manual Jersey

Das Langarm Trikot ist in erster Linie für den Enduro oder All Mountain Einsatz designt worden. Der Rücken und auch die Ärmel sind etwas länger geschnitten, um auch in gestreckter Position auf dem Bike den Oberkörper zu bedecken. Die Ärmel verjüngen sich zudem zum Handgelenk hin. Das soll verhindern, dass das Shirt zu weit und flatterig sitzt. Das Design entspricht einem klassischen Shirt mit Raglanärmeln und einem schlichten Brustprint, sodass es sich von der Optik her auch gut und gerne mal im Alltag tragen lässt. Unser Trikot kam in der Farbvariante schwarz/grau mit weißer Schrift und präsentiert sich daher recht schlicht, passt dafür aber in jeder Farbkombi zur Hose oder dem Bike. Außerdem gibt es das Trikot noch in vier weiteren Farbkombinationen: dunkelblau/grau, dunkelrot/grau, orange/grau und lime/grau.

Rocday Test

Das Trikot besteht zu 100 % aus Polyester. Rocday verwendet einen Mix aus technischen Stoffen, um das Jersey haltbar, elastisch und atmungsaktiv zu gestalten. Außerdem soll der Stoff die Feuchtigkeit weg vom Körper transportieren. Neben den synthetischen Stoffen setzt Rocday noch auf die Behandlung mit Sanitized. Sanitized ist eine Technologie, mit der Kleidung behandelt werden kann, um die Bakterienentwicklung und damit die Geruchsbildung zu hemmen. Diese Hygienefunktion soll für eine lang anhaltende Frische sorgen.

Als zusätzliches Feature ist im Manual Jersey noch ein Mikrofasertuch eingearbeitet, mit dem sich die Brillen- oder Gogglegläser reinigen lassen.

Rocday
Mit Hilfe des Microfasertuchs lassen sich Brillengläser auf dem Trail säubern

Die Verarbeitung des Trikots ist grundsolide. Fancy Nähte oder Stiche findet man nicht, aber das erwartet man bei so einem Trikot auch nicht. Dafür sind die Nähte sauber verarbeitet. Sie scheuern nicht auf der Haut und auch nach mehreren Wochen Einsatz hat sich kein Faden geöffnet oder gelöst.

Interessant ist auch der Preis, so wandert das Jersey schon für 49,90 € über die Ladentheke.

Rückansicht

Den Schnitt bezeichnet Rocday als Regular/ Standard fit. Das heißt, dass es nicht hauteng anliegt und so die Möglichkeit bietet, noch ein Unterhemd darunter zu tragen. Die Größenbeschreibung trifft es unserer Meinung nach ganz gut. Wer also normalerweise die Größe M trägt, dem passt auch hier M.

Der Schnitt lässt durchaus etwas Spielraum, was die Vorlieben anbelangt. Wer Protektoren wie Rückenpanzer oder Ellenbogenschoner unter dem Trikot tragen möchte, kann eine Nummer größer wählen. Keine Angst, das Trikot sieht dann auch nicht zu groß aus, wenn ihr keine Protektoren darunter anzieht. Auch der Rundhalsausschnitt bietet nicht gleich einen Ausschnitt bis zum Bauchnabel.

Rocday
Auch wenn man mal in die Ferne schweifen möchte, steht man nicht gleich bauchfrei da

Generell hat uns das Trikot optisch und vom Tragekomfort sehr gut gefallen. Auch nach langen Touren mit dem Bike hat nichts unangenehm gescheuert oder gerieben. Die Nähte und die Form haben auch nach mehreren Wäschen nicht gelitten. Der Stoff des Manual Jerseys ist von Rocday bewusst etwas dünner gewählt und fühlt sich daher sehr leicht auf der Haut an. Einen Sturz haben wir im Testzeitraum nicht gehabt, sodass wir nicht sagen können, wie es sich bei einer Bodenprobe verhält. Einen Baumkontakt mit dem Arm hat es aber unbeschadet überstanden. Das Trikot macht durchaus den Eindruck, dass es nicht gleich einen Riss oder ein Loch bekommt.

Trailaction

Was wir nicht bestätigen können, ist die Sache mit der langanhaltenden Frische. Zumindest nach einem schweißtreibenden Biketrip fängt das Trikot dann doch irgendwann an zu riechen. Hier konnten wir keinen nennenswerten Vorteil gegenüber anderen Radtrikots feststellen.

Rocday empfiehlt das Trikot per Handwäsche oder in der Waschmaschine mit kaltem Wasser zu waschen. Wir sind ehrlich und haben das Trikot mit 30° gewaschen und sogar einmal mit 40° und es ist nichts passiert. Das heißt, es ist nicht nennenswert eingegangen und auch die Farben sowie die Form sind nach wie vor sehr gut. In den Trockner haben wir es aber nicht gelegt. Es trocknet auch auf der Wäscheleine sehr schnell.

Roc Lite Shorts

Wie es der Name schon sagt, handelt es sich bei der Roc Lite um eine leichte, atmungsaktive Bikeshorts für das Trailriding. Da bei der Hose mit dem 4-way Stretch stark auf den Komfort geachtet wurde, soll sie ideal sein, um nach dem Bikeride entspannt am Strand abzuhängen. Unser Testexemplar kam in einem schicken Grün. Wem die grüne Farbe nicht zusagt, der kann die Shorts noch in schwarz, braun oder blau wählen.

Roc Lite Shorts

Wie beim Jersey setzt Rocday auch bei der Shorts überwiegend auf Polyester. Der Stoffmix ist mit 4-way Stretch Materialien versehen, sodass die Hose sehr elastisch ist und sich komfortabel tragen lässt. Außerdem ist sie sehr atmungsaktiv und aufgrund einer DWR-Imprägnierung zudem wasserabweisend. Allerdings hält die DWR Imprägnierung nicht dauerhaft und gerade am Gesäß verpufft die Wirkung bereits nach wenigen Ausfahrten. Der Vorteil an der DWR Imprägnierung ist, dass man sie recht leicht auffrischen kann. Entsprechende Imprägniersprays oder spezielle Waschmittel findet man in gut sortierten Outdoorshops. Hier vielleicht darauf achten, dass das Imprägniermittel PFC-frei ist.

Wie auch das Manual Jersey ist die Shorts sauber verarbeitet.

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Verschlossen wird die Roc Lite mit einer Kombi aus Reißverschluss und einem Druckknopf. Beides überzeugt mit einer leichtgängigen Handhabung, ohne sich unfreiwillig zu öffnen.

Verschluss

Die Größe M oder auch 32 ist entsprechend. Alle anderen Hosen, die wir in dieser Größe haben, fallen ähnlich aus. Auch mit kräftigen Oberschenkeln, was für uns Mountainbiker nicht untypisch ist, liegt die Shorts nicht hauteng an. An der Hüfte kann man die Roc Lite außerdem mit zwei Klettverschlüssen etwas enger oder weiter stellen. Gürtelschlaufen besitzt die Hose nicht.

Der UVP für die Roc Lite liegt bei 95,90 €.

Der Schnitt der Roc Lite hat uns gut gefallen. Die Hosenbeine sind länger gehalten, sodass die Shorts auch beim Pedalieren nicht hochrutscht und sich das sogenannte „Joeygap“ bildet. Und auch über etwas dicker auftragende Knieschoner fallen die Hosenbeine noch locker drüber.

Roc Lite Shorts

Bestätigen können wir durchaus den Komfort der Hose. Dieser ist wirklich gut und wir haben die Roc Lite sehr gerne angezogen. Auch während langer Ausfahrten hat nichts gezwickt oder gescheuert.

Roc Lite Shorts
Mit Hilfe des Klettverschlusses, kann die Hose enger oder weiter gestellt werden

Das Design ist einfach gehalten mit kleinen Details, wie ein kleines Patch aus Leder oder ein Haken an der Rückseite um die Short aufzuhängen. Einzig der Rocday-Schriftzug auf der Rückseite sticht auf der grünen Short deutlich hervor.

Was uns ebenfalls gut gefallen hat, waren die tiefen Hosentaschen. So verschwinden die darin verstauten Utensilien recht weit und drohen zu keiner Zeit herauszufallen. Selbst größere Smartphones fanden dort ihren Platz. All diejenigen, die ihr Smartphone auch in der Hosentasche transportieren, können sich in dem Fall freuen. Denn es ist immer leicht seitlich am Oberschenkel positioniert und fällt so beim Pedalieren nicht unangenehm auf. Allerdings ist es bei einem Sturz nicht wirklich geschützt. Aber das Risiko hat man ja immer, wenn man das Handy in der Hose auf dem Bike transportiert.

Roc Lite Shorts
Große Taschen bietet die Shorts

Auch bei der Shorts empfiehlt Rocday das Reinigen mit der Hand oder mit kaltem Wasser in der Waschmaschine. Das empfinden wir für Sportklamotten, die auch noch draußen und bei jeglichen Bedingungen genutzt werden etwas unzureichend. Ebenso wie das Jersey haben wir auch die Shorts bei 30° und einmal auch bei 40° gewaschen. Die Short ist ebenfalls nicht eingegangen.

Evo Handschuhe

Die Evo Handschuhe fallen, was die Materialstärke anbelangt, grundsätzlich etwas dicker aus und sollen so ideal für kältere Tage sein. Trotzdem sollen die Handschuhe dank des Clarino Materials sehr geschmeidig und komfortabel sein. Auf der Handinnenseite wurden zusätzliche, dünne Patches angebracht, die Vibrationen schlucken und eine zusätzliche Dämpfung erzeugen sowie für einen erweiterten Schutz bei einem Bodenkontakt sorgen sollen.

Rocday Evo Gloves

Am Daumen arbeitet Rocday mit einem weichen Terry Stoff, der gut Feuchtigkeit aufnehmen soll, um sich den Schweiß aus dem Gesicht wischen zu können. Die Mittel- und Zeigefinger haben auf der Handinnenseite ein Silikonprint, um einen besseren Grip am Bremsgriff zu erzeugen. Wobei wir das lediglich unter trockenen Bedingungen bestätigen können.

Am Handgelenk sorgt ein Verschluss mit Velcro für den richtigen Halt. Dieser ist mit einer extra Naht versehen, sodass er auch nach langem Einsatz nicht abreißen soll.

Rocday Evo Gloves
dünne Verstärkungen auf der Handinnenseite sorgen für einen zusätzlichen Schutz und Komfort ohne zu stören

Wie bereits schon einleitend gesagt, hat uns der Handschuh sehr überzeugt. Wir können bestätigen, dass sich die Rocday Evo Handschuhe sehr komfortabel tragen lassen und sich geschmeidig wie eine zweite Haut an die Hand schmiegen. Auch wenn Rocday angibt, dass die Evo aufgrund der Materialstärke in erster Linie für die kälteren Tage sind, haben sie uns auch an den bereits recht warmen Frühlingstagen überzeugt. Die Materialstärke macht sich auch in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit positiv bemerkbar, sodass sich der Handschuh auch für den Bikepark oder harten Enduroeinsatz eignet und im Falle eines Sturzes nicht direkt die blanke Haut offenbart. Erfreulich ist, dass der Handschuh sich nicht zu sehr weitet, sondern seine Passform behält. Das heißt, wenn der Evo zu Beginn einer Tour passt, dann sitzt er auch noch so während und nach der Tour, ohne dass sich an den Handballen Stofffalten bilden, die dann zu unangenehmen Druckstellen führen könnten. Der Kontakt zum Lenkergriff, Schalt- oder Bremshebel kann durchaus als gefühlsecht beschrieben werden. Die zusätzlichen Patches fallen keinesfalls störend auf. Verantwortlich ist da sicherlich das sehr geschmeidige Clarino Kunstleder.

Der Terry Stoff hat sich hier und da durchaus als nützlich erwiesen, um gezielt Schweißtropfen von der Stirn zu tupfen, die sonst ihren Weg ins Auge gefunden hätten.

Rocday Evo Handschuhe
Der flauschige Terry Stoff ist sehr saugfähig

Haben wir sonst bei den Handschuhen die Größe 9, brauchten wir bei den Rocday nun 10. Demnach fallen sie vom Schnitt etwas kleiner aus.

Rocday

Und wenn die Handschuhe mal nach mehreren Touren anfangen unangenehm riechen, können auch diese nach unserer Erfahrung in der 30° Wäsche wieder aufgefrischt werden.

Fazit:

Eingangs haben wir gesagt, dass eines der Ziele von Rocday ist, dass man ihre Klamotten gerne trägt. Das können wir eindeutig bejahen. Das Manual Jersey, die Roc Lite Shorts und auch die Evo Handschuhe haben wir gerne angezogen. Sie überzeugen mit Komfort, schickem Design und Haltbarkeit. Und auch der Preis ist heiß. So kostet ein Kit aus Roc Lite Shorts und Manual Jersey faire 145,80 € wobei man 49,90 € für das Jersey und 95,90 € für die Shorts berappen muss. Die Handschuhe fallen mit 36,90 € dagegen verhältnismäßig teuer aus. Allerdings fühlen sie sich wie eine zweite Haut an und machen einen sehr robusten Eindruck. Beste Voraussetzungen also für die polnische Marke, nicht mehr lange unter dem Radar zu fliegen.


Text: Philipp Kargel
Redaktion: Robin Krings
Fotos: Thorsten Illhardt

 

1 Kommentar

  1. Sehr schön, das ihr eine eher unbekannte Marke testet und die Handschuhe, nicht nur wegen der orangenen Design-Elemente erinnern mich an die guten alten TLD Ruckus (robust und nahezu unzerstörbar) bis vllt auf die fehlenden „Schutzelemente“ auf dem Handrücken.

    Das Mikrofasertuch zeugt von guten Detaillösungen aber Polyester-Jerseys sind egal was da von „langanhaltender Frische“ erzählt wird bei mir immer direkt „stinkig“ und ich bevorzuge daher Merino-Jerseys (teils 3mal tragen bevor sie „Waschmaschinen-würdig“ sind)!

    @RobG301rides

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