Der Mini-PC-Markt wächst, und fernöstliche Hersteller mit unbekannten Namen greifen Tower-PCs von Intel, ASUS und Lenovo inzwischen ernsthaft an. Der NiPoGi E3B ist ein aktueller Kandidat: AMD Ryzen 7 7735HS, 24 GB LPDDR5 im Quad-Channel-Modus, Radeon 680M-Grafik — und ab 431 Euro mit Rabattcode. Eurogamer.de hat das Gerät ausführlich getestet. Was steckt wirklich drin?
Hardware-Highlights und wo NiPoGi gespart hat
Das Herzstück ist der Ryzen 7 7735HS aus dem Jahr 2023 — Zen-3+-Architektur, 8 Kerne, 16 Threads, Boost-Takt bis 4,75 GHz. Für ein Mittelklasse-Gerät ist das nach wie vor solide. Die integrierte Radeon 680M mit RDNA-2-Architektur teilt ihre Basis mit der PlayStation 5 und dem Steam Deck — zwölf Compute Units mit 2200 MHz Takt.
Die 24 GB LPDDR5 sind fest verlötet, laufen aber im Quad-Channel-Modus mit 5500 MT/s. Das ist für eine iGPU entscheidend: Mehr Speicherbandbreite bedeutet direkt mehr Grafikleistung. Ein RAM-Upgrade ist allerdings nicht möglich. Als Speicher kommt eine Derier FP3 NVMe mit PCIe 3.0 und 512 GB zum Einsatz — eine Budget-SSD ohne DRAM-Cache, die mit rund 2768 MB/s beim sequenziellen Lesen deutlich unter dem Potenzial der Schnittstelle bleibt.
Wichtig: Die Windows-11-Pro-Lizenz basiert auf einem MAK-Volumenschlüssel — rechtlich eine Grauzone. Sollte Microsoft die Schlüssel irgendwann serverseitig sperren, verliert der PC seine Aktivierung. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Windows neu installieren oder einen eigenen OEM-Key beschaffen.
Performance im Test: CPU, iGPU und Gaming-Realität
Im Cinebench R23 erreicht der E3B 8726 Multi-Core-Punkte — deutlich unter dem Maximalwert von bis zu 13.000 Punkten, den der 7735HS theoretisch liefern kann. Der Grund ist ein TDP-Limit von 28 Watt im Dauerbetrieb und ein Temperaturlimit von 85 °C. Im Alltag kaum merkbar — bei Video-Export oder Rendering spürbar längere Wartezeiten.
Beim Gaming liefert die Radeon 680M überraschend gute Ergebnisse für integrierte Grafik. 3DMark Night Raid: knapp 22.000 Punkte, über dem Schnitt vergleichbarer Systeme. Fortnite läuft auf DirectX 12 bei mittleren Einstellungen mit rund 60 FPS in 1080p, im Performance-Modus sogar bis zu 100 FPS. Homeworld 3 schafft mit FSR und niedrigen Einstellungen 30 bis 40 FPS — grenzwertig, aber spielbar. Klassiker wie The Witcher 3 oder Minecraft laufen auch bei hohen Einstellungen flüssig.
Wo die Reise endet: Cyberpunk 2077, Hogwarts Legacy oder Starfield. Moderne Blockbuster brauchen eine dedizierte GPU — die iGPU kommt hier klar an ihre Grenzen, selbst auf niedrigsten Einstellungen.
Anschlüsse, Kühlung und Kaufempfehlung
Die Anschlussvielfalt ist ein klares Stärke: HDMI 2.0, DisplayPort 1.4, USB-C mit DisplayPort-Alt-Mode — damit lassen sich bis zu drei 4K-Bildschirme gleichzeitig betreiben. Dazu kommen vier USB-A 3.2-Ports, ein USB-C 10 Gbit/s, 2,5-Gbit/s-LAN, WiFi 6 und Bluetooth 5.2. Der Lüfter ist im Alltag kaum hörbar, der Stromverbrauch liegt zwischen 15 und 25 Watt bei normaler Nutzung.
Für 431 Euro mit Rabattcode bekommt man ein kompaktes Gerät, das Office, Heimserver-Projekte, Media-Center und gelegentliches Casual Gaming abdeckt. Wer AAA-Spiele spielen will, braucht eine dedizierte GPU. Wer ausschließlich Office macht, kann auch zur günstigeren Konkurrenz greifen — etwa ACEMAGIC M1 oder Beelink SER5 Max. Wer aber ein vielseitiges Gerät mit solider iGPU zum fairen Preis sucht, trifft mit dem NiPoGi E3B eine nachvollziehbare Wahl.
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