700 Euro trennen das Basis-Blend von der Di2-Variante. Wer diesen Schritt geht, wechselt nicht nur die Schaltgruppe, sondern auch die Ausrichtung: Das Rose Blend 105 Di2 ist für 2.000 Euro das günstigste Rennrad auf dem Markt mit einer elektronischen Shimano-Schaltung – und gleichzeitig ein Bike, das trotz Gravel-Rahmen klar auf Asphalt zielt. Ob der Aufpreis gerechtfertigt ist, zeigt ein Test nach 1.000 Kilometern.
Was das Di2-Modell vom Basismodell unterscheidet
Alle drei Blend-Varianten teilen denselben Aluminium-Rahmen mit 40 Millimetern Reifenfreiheit und einer entspannten Endurance-Geometrie. Der Unterschied liegt im Antrieb: Das Blend Road kommt für 1.300 Euro mit der Shimano Cues und mechanischer Schaltung, das Blend Gravel für 1.400 Euro mit der GRX 400 und breiten 40-mm-Reifen. Das Di2-Modell setzt dagegen auf die Shimano 105 in der elektronischen 2×12-Ausführung.
Optisch fällt sofort auf, was beim Di2-Modell fehlt: Schaltzüge. An ihrer Stelle arbeiten Akku und Stellmotoren. Die Laufräder – Rose R25 mit 19 mm Maulweite und 27 mm Profilhöhe – und das Ritchey Road Comp Streem II-Cockpit unterstreichen die Road-Ausrichtung. Ab Werk rollt das Blend 105 Di2 auf Continental Ultra Sport III-Reifen in 28 mm Breite. Der Rahmen kann zwar deutlich mehr, die Ausstattung setzt aber klare Prioritäten.
„Ganz an der Spitze steht das 105-Di2-Modell für schwer schlagbare 2.000 Euro.“ – Velomotion-Testbericht nach 1.000 km
Technisch betrachtet ist das Di2-Modell auch das einzige Blend, das in sieben Rahmengrößen angeboten wird – ebenso wie die Basisvarianten. Rose hat für 2026 zudem zwei zusätzliche Anschraubpunkte am Oberrohr eingefügt, die Oberrohrtaschen aufnehmen können. Eine sinnvolle Ergaenzung für längere Touren, auf denen man Riegel oder Gels griffbereit haben will.
Elektronisch schalten im Alltag: Was wirklich anders ist
Der spürbarste Unterschied zur mechanischen Schaltung ist die Präzision unter Last. Ein leichter Tastendruck genügt – das Schaltwerk reagiert sofort, egal ob im Wiegetritt oder bei hohem Tempo in der Gruppe. Fehlschaltungen unter Belastung, die mechanischen Gruppen gelegentlich passieren, bleiben aus. Das macht den Alltag auf langen Ausfahrten merklich entspannter.
Nach 1.000 Testkilometern bestätigt sich: Der Akku ist kein nennenswertes Thema. Die Reichweite der 105 Di2 ist für den normalen Saisonbetrieb mehr als ausreichend, das Laden per USB geht schnell. Die Schaltperformance bleibt über den gesamten Testzeitraum konstant – kein Kabelstretching, kein Nachjustieren. Das System läuft einfach.
Hinweis: Das Rose Blend 105 Di2 ist aktuell das günstigste Neurad am Markt mit elektronischer Shimano-Schaltung – ab 2.000 Euro direkt bei Rose Bikes in den Farben Papyrus und Moss Green.
Gravel-Rahmen, Road-Seele: Ein bewusster Kompromiss
Der Rahmen erlaubt bis zu 40 mm breite Reifen – die Di2-Variante nutzt diese Freiheit nicht. Mit 28-mm-Reifen und straßenorientierten Laufrädern ist das Bike auf schnelle Asphaltstrecken ausgelegt. Wer es auf Schotter bewegen will, muss nachrüsten: Breitere Reifen passen zwar in den Rahmen, erfordern aber Laufräder mit passender Maulweite.
Für Mischgelände-Fahrer sind die günstigeren Varianten die sinnvollere Wahl. Das Blend Gravel für 1.400 Euro kommt bereits ab Werk mit der GRX 400 und 40-mm-Stollenreifen. Das Di2-Modell ist dagegen ein klares Statement: Asphalt, Tempo, Komfort auf langen Touren – und das mit einem Schaltkomfort, der bislang teuren Gruppesets vorbehalten war.
Fazit: Für wen lohnt sich der Aufpreis?
700 Euro mehr für elektronisches Schalten – das klingt viel. In der Praxis bekommt man dafür ein System, das dauerhaft zuverlässiger und komfortabler ist als jede mechanische Schaltung in dieser Preisklasse. Wer weiß, dass er viel auf der Straße fährt und den Unterschied schätzt, bekommt beim Rose Blend 105 Di2 ein ausgewogenes Paket: solider Alu-Rahmen, ausgereifte Elektronik, stimmige Ausstattung.
Wer dagegen unsicher ist, ob die Elektronik den Preisunterschied wert ist, fährt mit dem Blend Road für 1.300 Euro eine ehrliche Alternative – der Rahmen ist baugleich. Nach 1.000 km auf der Straße ist klar: Einen echten Haken hat das Di2-Modell nicht. Es liefert genau das, was es verspricht – und setzt dabei einen neuen Maßstab dafür, wie günstig elektronisches Schalten sein kann.