Duskfade ist kein Klassiker. Das weiß man recht früh. Das Kampfsystem ist etwas zu simpel, die Erkundung etwas zu unkompliziert, das Gesamtpaket zu vertraut, das Tempo zu gleichmäßig. Wer nach dem nächsten Kingdom Hearts sucht, wird enttäuscht sein. Wer aber einfach in Ruhe ein Einzelspieler-Abenteuer im PS2-Stil erleben will – entspannt, charmant, ohne großen Anspruch – dem gibt Duskfade genau das. Und das macht es besser als erwartet. Manchmal ist das genug.
Clockpunk, Nostalgie und eine Schwester zu retten
Duskfade kommt von Weird Beluga, einem Indie-Studio, und wurde am 13. August 2026 auf PS5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC veröffentlicht. Der Preis liegt bei rund 30 Euro – ein fairer Einstieg für ein rund neunstündiges Abenteuer.
Die Geschichte ist einfach und funktioniert: Zirian, ein junger Junge, macht sich auf, seine Schwester Allira aus den Klauen einer Entität namens Despair zu befreien. Ein Uhrturm ist über seinem Land erschienen und hat ewige Nacht gebracht – ein Clockpunk-Setting, das optisch seine Stärken zeigt. Die Welt ist abwechslungsreich gestaltet, die Biome wechseln von düsterer Mechanik zu farbenfrohen Traumlandschaften. Visuell macht Duskfade einiges richtig.
Die Inspirationen sind offensichtlich: Kingdom Hearts, Jak & Daxter, Ratchet & Clank. Wer diese Spiele kennt, erkennt die DNA sofort. Duskfade macht daraus keine Kunst, aber es macht etwas Solides. Die Pseudo-3D-Metroidvania-Struktur belohnt Rückkehr und Erkundung, das Kampfsystem mit Lock-on-Mechanik funktioniert – auch wenn es keine neuen Maßstäbe setzt.
Wo das Spiel an seine Grenzen stößt
Der langsame Start ist das größte Problem. Duskfade braucht Zeit, bevor die Mechaniken greifen. Wer in den ersten Stunden nicht warm wird, könnte früh aufhören – und das wäre schade, weil das Spiel mit der Zeit besser wird. Schlüsselmechaniken, die das Gameplay erst interessant machen, kommen erst später. Das ist ein strukturelles Problem, das den Einstieg unnötig schwer macht.
Eine Karte fehlt vollständig – in einem Erkundungsspiel mit Metroidvania-Elementen ist das ein echtes Manko. Gelegentlich bleibt man in der Kulisse hängen; manchmal zu oft, um es als Ausnahme abzutun. Das Kampfsystem reicht nicht an die Vorbilder heran, auch wenn das Lock-on gut funktioniert. Wer tiefes Gameplay oder komplexe Systeme sucht, wird sie hier nicht finden.
Hinweis: Duskfade bietet mehrere Schwierigkeitsgrade – auch leichtere Einstellungen, die das Spiel für ein breites Publikum zugänglich machen.
Warum es sich trotzdem lohnt
OpenCritic listet über 30 Reviews; die Mehrheit bewegt sich zwischen 8 und 10 Punkten. DualShockers vergibt 9 von 10, Niche Gamer die volle Punktzahl, CGMagazine 8 von 10. The Games Machine kommt auf 8, Cubed3 auf 9. Das Bild ist nicht einstimmig – einige kritisieren die Ambitionslosigkeit, COGconnected bleibt bei 75 – aber das Fazit überwiegt klar: Duskfade ist ein solides Spiel, das für sein Preis-Leistungs-Verhältnis überraschend viel liefert.
„Duskfade delivers virtually everything you’d expect from an excellent 3D action-platformer: fluid movement, rewarding exploration, fun combat, creative bosses, beautiful art direction.“ – OpenCritic-Kritiker
Der entscheidende Punkt ist ein emotionaler: Das Spiel tut gut. Es lädt ein, zu entspannen, sich treiben zu lassen, Erinnerungen an PS2-Zeiten abzurufen. Nicht jedes Spiel muss die Grenzen des Genres verschieben. Manchmal reicht es, ein Abenteuer zu sein, das man gerne zu Ende spielt – und das Duskfade ist. Mehr aktuelle Gaming-Empfehlungen und Neuerscheinungen findest du in unserem Überblick.
Wer ein unkompliziertes, nostalgisches Action-Adventure sucht – ohne den Druck eines Meisterwerks – liegt bei Duskfade richtig. Für knapp 30 Euro, rund neun Stunden Spielzeit und ein Kunstdesign, das trotz kleinerem Budget überzeugt, ist das kein schlechtes Angebot. Fireshine Games hat als Publisher gute Arbeit geleistet, einen Indie-Titel mit PS2-DNA in den modernen Markt zu bringen.