25 Jahre Final Fantasy X – und Square Enix feiert das Jubiläum mit einer neuen Version für die Nintendo Switch 2. Final Fantasy X | X-2 HD Remaster ist seit dem 23. Juli 2026 für 49,99 Euro erhältlich. Das Paket umfasst beide Spiele plus zwei zusätzliche Bonus-Inhalte. Was die neue Fassung bringt, was sie vermissen lässt und für wen sie sich lohnt.
Was die Switch-2-Version technisch besser macht
Die Switch-2-Fassung bietet eine höhere Auflösung sowohl im TV- als auch im Handheld-Modus. Wer das Original auf der ersten Switch gezóckt hat, dürfte einen spurbaren visuellen Unterschied bemerken. Die Framerate bleibt allerdings bei 30 Bildern pro Sekunde – eine Erhöhung auf 60 fps wurde nicht umgesetzt.
Neu sind dafür einige Quality-of-Life-Optionen: ein Highspeed-Mode und die Möglichkeit, Zufallskämpfe komplett abzuschalten. Klingt praktisch – in der Praxis fallen die Ergebnisse aber gemischt aus. Der Zeitraffer fühlt sich hakelig an, weil Gespräche und Soundeffekte in Echtzeit im Hintergrund weiterlaufen, während Szenen beschleunigt werden. Das erzeugt ein seltsam asynchrones Spielgefühl.
Der Autokampf ist die größte Enttäuschung: Er nutzt ausschließlich die Basisattacke. Keine automatische Heilung, keine Magie, kein Elementen-Management – das macht ihn in einem JRPG wie FFX, das stark auf Schwachstellen der Gegner setzt, fast unbenutzbar. Vergleichbare Square-Enix-Titel wie die Dragon-Quest-Remakes oder Final Fantasy VII Rebirth lösen das deutlich eleganter. Hier wurde eine Chance vergeben.
Das Upgrade-Problem: Kein Pfad für alte Besitzer
Wer bereits die Switch-1-Version von FFX besitzt, muss tief in die Tasche greifen: Es gibt keinen Upgrade-Pfad – weder kostenlos noch kostenpflichtig. Das Spiel kostet auf der Switch 2 den vollen Preis von 49,99 Euro.
Hinweis: Die Switch-1-Version läuft vollständig auf der Switch 2. Wer keinen Wert auf die verbesserte Auflösung legt, muss also nicht zwingend neu kaufen.
Square Enix reproduziert damit ein Muster, das bereits bei anderen Titeln wie Octopath Traveler für Kritik gesorgt hat. Sammler in Japan erhalten zumindest einen Pappschuber zum 25-jährigen Jubiläum – der westliche Release ist hingegen ausschließlich digital. Die beliebteste Collector-Variante bleibt die physische japanische Switch-1-Version: Beide Spiele auf Cartridge, auch auf Deutsch spielbar, und vollständig Switch-2-kompatibel.
FFX heute: Klassiker mit Alterserscheinungen
Wer nach Jahrzehnten zurückkommt, stellt schnell fest: Final Fantasy X war nie das offene RPG, das man vielleicht in Erinnerung hatte. Die Spielwelt ist linear – konsequenter, als manchem lieb sein dürfte. Das Sphärenbrett, das Levelsystem des Spiels, ist aufwändig und umständlich. Und die Kampfpausen fühlen sich im modernen Kontext lang an.
Was den Klassiker trotzdem trägt: liebenswerte Charaktere, exotische Designs und eine kohärente, emotional funktionierende Geschichte. Die Charakterentwicklung – gerade bei Tidus und Yuna – ist auch im Jahr 2026 noch glaubwürdig. Spira, die Welt von FFX, hat eine visuelle Identität, die nach 25 Jahren kaum verblasst ist. Das Sphärenbrett bleibt umständlich, das Spieltempo ist verhältnismäßig gemächlich – aber für JRPG-Fans mit Geduld eine lösbare Übung.
FFX-2, Eternal Calm und Last Mission – das ist im Paket
Das Highlight des Bundles ist für viele nicht FFX, sondern sein Nachfolger: Final Fantasy X-2 bietet eine deutlich offenere Spielwelt, ein flüssigeres Kampfsystem und eine lose Quest-Struktur, die echte Entscheidungsfreiheit suggeriert. Das Levelsystem wurde verbessert, das Spieltempo ist höher.
„Final Fantasy X-2 ist das bessere Spiel – wenn man bereit ist, seinen Fanservice-Ton zu akzeptieren.“
Dazu kommen zwei Boni: FFX Eternal Calm ist ein kurzer CG-Film, der als Brücke zu X-2 dient. FFX-2 Last Mission dagegen ist ein handfester Rogue-Dungeon-Crawler mit eigener Story, eigenem Soundtrack und mehren Spielstunden Umfang – mehr als man von einem Bonus erwarten würde.
Fazit: Für Fans des JRPG-Klassikers und Neueinsteiger ist das Paket solide – besonders für alle, die noch keine der früheren Versionen besitzen. Bereits-Switch-Besitzer hingegen müssen abwägen, ob die bessere Auflösung den Vollpreis rechtfertigt. Mehr Gaming-Klassiker: Die meistverkauften Videospiele aller Zeiten.