Logans Krallen fahren heraus. Ein Reaver-Soldat wird in Zeitlupe zerlegt, Fleisch und Metall auseinandergerissen – und bevor der nächste angreifen kann, ist Wolverine schon bei ihm. Was Insomniac Games mit Marvel’s Wolverine auf dem Bildschirm abliefert, ist kein brav gezähmtes Superhelden-Spiel. Es ist ein echter Brawler. Einer, der zeigt, was das Genre 2026 leisten kann – wenn Budget, Story und Design zusammenpassen.

Marvel’s Wolverine erscheint am 15. September 2026 exklusiv für PlayStation 5. Preis: 79,99 €. PC-Version derzeit nicht geplant.

Adamantium-Action: Wie sich Logans Kämpfe anfühlen

Das Kampfsystem von Marvel’s Wolverine ist auf Aggression ausgelegt. Wer zögert, stirbt schneller. Wer reinläuft, wird belohnt – durch schnellere Regeneration, ausgelöste Kombos und spektakuläre Finishing-Moves. Mit seinen Adamantium-Krallen zerlegt Logan Gegner in rasenden Angriffen, die sich nicht nach Spielzeug anfühlen, sondern nach echtem Schaden.

Insomniac hat dabei klar den Ton gesetzt: deutlich brutaler als Marvel’s Spider-Man, erwachsener in Inszenierung und Gewaltdarstellung. Sichtbare Verletzungen an Logan selbst – aufgerissene Haut, tiefe Schnitte – verschwinden nach Sekunden. Das ist kein grafischer Gimmick, sondern Teil des Designkonzepts. Der Spieler soll Logan als unzerstörbar erleben, nicht als aufgeräumten Superhelden.

Das trifft auch auf den Einsatz von Umgebungsinteraktionen zu: Logan kann Gegner durch Wände werfen, Objekte als Waffen zweckentfremden und Räume nutzen, um mehrere Feinde gleichzeitig zu treffen. Dazu kommt ein Fähigkeits-System, das im Vorschauabschnitt noch nicht vollständig sichtbar war – aber andeuten ließ, dass sich Logans Moveset über den Spielverlauf hinweg weiterentwickelt.

Heilungsfaktor als Spielmechanik – clever und konsequent

Wolverines Heilungsfaktor ist nicht nur ein Lore-Detail – er verändert, wie man das Spiel spielt. Wer aggressiv vorgeht, regeneriert schneller. Wer hinter Deckung wartet, verliert Zeit. Das schafft einen Spielrhythmus, der gerade bei größeren Gegnerwellen echten Druck aufbaut: Rein, schlagen, abkassieren, weitermachen.

Im angesteuerten Vorschau-Abschnitt zeigt das System, was es kann: Logan wird von Dutzenden Reavers umzingelt, nimmt Schüsse und Hiebe ein, und kämpft sich langsam aus der Situation heraus – während seine Wunden vor dem Auge des Spielers verschwinden. Das wirkt weniger wie eine Gameplay-Regel und mehr wie eine Charakteraussage. Diese konsequente Mechanik-Logik ist etwas, das viele Gaming-Produktionen dieses Kalibers oft vermissen lassen.

Reavers, Jean Grey und der X-Men-Kosmos

Die Geschichte dreht sich um die Reavers – eine kybernetisch verstärkte Söldnergruppe, die im Auftrag des Unternehmers Bolivar Trask Mutanten entführt. Logan ist auf ihrer Spur, und der Weg führt ihn durch düstere Hinterhöfe, verlassene Industriegelände und in Konfrontationen mit bekannten Figuren. Jean Grey taucht auf und unterstützt Wolverine; im Hintergrund zeichnen sich Begegnungen mit Sabretooth, Omega Red und Mystique ab.

Das ist kein austauschbarer Marvel-Bösewicht-Plot. Der Fokus auf Mutanten-Ausbeutung und einen moralisch getriebenen Antagonisten gibt der Geschichte eine Note, die schwerer wiegt als übliche Superhelden-Narrationen. Ob das im vollständigen Spiel durchgehalten wird, bleibt abzuwarten – doch die Anspielsession macht Lust auf mehr.

Für Fans der Insomniac-Marvel-Reihe ist besonders interessant, dass Marvel’s Wolverine in derselben Spielwelt angesiedelt ist wie Spider-Man – Verbindungen zum Marvel-Kosmos sind also zu erwarten. Ob und wie beide Spiele erzählerisch verknüpft werden, wird einer der spannenden Aspekte des Release-Abends sein.

Brawler mit AAA-Budget: Wolverine gegen die Konkurrenz

Es gibt viele Spiele, die den klassischen Beat-‚em-up-Geist wachhalten – Streets of Rage 4, Turtles: Shredder’s Revenge. Sie zeigen, dass das Genre nicht vergessen wurde. Marvel’s Wolverine beweist nun, wie es in die technische Gegenwart übertragen werden kann: mit Produktionsqualität auf Filmniveau, einer kohärenten Spielwelt und einem Kampfsystem, das Tiefe hat, ohne kompliziert zu sein.

Insomniac Games setzt mit diesem Titel eine Marke. Wer die Spiellandschaft 2026 beobachtet, sieht, dass das Action-Genre von PS5-Exklusivtiteln zunehmend neu definiert wird – von God of War über Spider-Man bis jetzt zu Wolverine. Der Erscheinungstermin am 15. September 2026 rückt schnell näher. Und nach dieser Vorschau ist das Warten schwerer als zuvor.