Nicht jeder Gravel-Fahrer benötigt ein 420-Euro-Rennsport-Modell. Aber auf die Technologie des Topmodells zu verzichten, weil man nicht das Budget dafür hat, ist auch keine Lösung. Mit dem neuen RX710 positioniert Shimano einen Gravel-Schuh im Mittelklasse-Segment, der gezielt Elemente vom S-PHYRE RX910 übernimmt — zu einem deutlich niedrigeren Preis von 249,95 Euro.
Was der RX710 vom S-PHYRE RX910 übernimmt
Das auffälligste technische Merkmal ist das Pontoon Cleat System: Bisher war es ausschließlich dem S-PHYRE RX910 vorbehalten. Die Pontoons sind TPU-Blöcke, die links und rechts neben dem SPD-Cleat sitzen und die Kontaktfläche zwischen Schuh und Pedal verbreitern. Das Ergebnis: weniger seitliches Kippeln, mehr Stabilität — gerade bei langen Gravel-Strecken, bei denen der Fuß nicht mehr aktiv gestützt wird.
Die Pontoons sind auswechselbar, was einen praktischen Langzeitvorteil bedeutet: Wenn die Blöcke verschleißen — und das tun sie, besonders bei viel Gehpassagen — lassen sie sich ohne Schuhwechsel ersetzen.
Die Designsprache des RX710 orientiert sich sichtbar am RX910. Das ist keine Kleinigkeit: Im Gravel-Segment, das zwischen asphaltiertem Rennen und mehrtägigem Bikepacking liegt, ist ein Schuh, der nach Race aussieht aber alltagstauglich ist, genau das richtige Werkzeug.
Ausstattung im Detail
Herzstück des RX710 ist eine Carbon-verstärkte Zwischensohle mit Steifigkeitsindex 9 von 12. Zum Vergleich: Das S-PHYRE RX910 erreicht 12 von 12 — die Vollcarbon-Sohle der Race-Klasse. Für den RX710 bedeutet Steifigkeitsindex 9 effiziente Kraftübertragung auf langen Touren ohne die Unnachgiebigkeit eines Rennschuhs. Die reduzierte Bauhöhe der Sohle sorgt dennoch für einen direkten Kontakt zum Pedal.
Zwei BOA L6Z-Drehverschlüsse ermöglichen die Feineinstellung des Sitzes — auch während der Fahrt. Das DYNALAST 2.0-Leistensystem bietet eine überarbeitete Passform, die laut Shimano mehr Fußformen abdecken soll. Wer breite oder schmale Füße hat, findet entsprechende Varianten: Das Modell ist in Standard (38–50), Wide (38–48) und Narrow (36–44) erhältlich.
315 Gramm in Größe 43 — der RX710 liegt damit 11 Gramm über dem S-PHYRE RX910, bleibt aber im Rahmen für ein Modell dieser Klasse.
Das Obermaterial aus leichtem Synthetik-Leder soll Atmungsaktivität und Strapazierfähigkeit verbinden. Der RX710 kommt in den Farben Black und Sand White in den Handel.
Einordnung: Für wen lohnt sich der RX710?
Der RX710 ist kein abgespeckter RX910 — er ist ein eigenständiges Modell mit einem anderen Nutzungsprofil. Wer hauptsächlich Gravel-Rennen fährt und maximale Pedalsteifigkeit braucht, ist mit dem RX910 besser bedient. Wer aber Ganztagestouren, Schotterrennen und Bikepacking-Ausfahrten kombiniert, bekommt mit dem RX710 die wesentliche Technologie — das Pontoon System, die BOA-Verschlüsse, die low-stack-Sohle — zu einem Preis, der 170 Euro unter dem Topmodell liegt.
Daten im Überblick: Steifigkeitsindex 9/12 · Pontoon Cleat System · 2x BOA L6Z · DYNALAST 2.0 · 315g (Gr. 43) · Preis: 249,95 Euro · Verfügbar in Standard, Wide und Narrow
Für Fahrer, die bisher auf Shimanos SPD-Schuhen unterwegs waren und ein Upgrade suchen, ist der RX710 eine klare Option. Die Kompatibilität mit aktuellen SPD-Pedalen wie XTR PD-M9200 und XT PD-M8100 ist gesichert. Aktuelle Radsport-Neuheiten gibt es laufend in der Cycleholix News-Übersicht.