Bald geht die nasse Jahreszeit wieder los und es stellt sich wieder die Frage nach dem Wintertraining. Hier bietet sich für die meisten die Auswahl sich mit 100 anderen nach Fitness lechzenden Menschen ins überfüllte Fitnessstudio zu quetschen und immer wieder die gleichen Routinen runterzuleiern oder aber man geht auch bei Regen und Kälte raus und schwingt sich aufs Rad. Um für letzteres gewappnet zu sein benötigt man jedoch die richtige Kleidung. Klar nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung“ hat Dirtlej Ende letzten Jahres den dirtsuit auf den Markt gebracht. Wir haben die Saison, mit eher durchwachsenem Wetter, genutzt den dirtsuit auf Herz und Nieren zu testen.

Muss man nicht, kann man aber.
Muss man nicht, kann man aber.

Angeboten wird das Ding mittlerweile in verschiedenen Versionen: classic edition, black edition und core edition. Wir haben die günstigere classic edition zum Testen in die Finger bekommen. Die Classic Edition ist in zwei Farben, entweder in grün oder in blau, erhältlich. Beide Farben haben was, aber der dirtsuit in grün ist einfach ein Hingucker, was auch bei schlechtem Wetter aus Sicherheitsaspekten nicht zu vernachlässigen ist.

Der dirtsuit wird von Dirtlej mit dem Slogan „Ride Dirty, Look Classy“ angepriesen. Wenn man die Sack ähnlichen Einteiler gewöhnt ist, die man sich meistens aus Not während eines verregnetem Urlaubs im Bikepark zugelegt hat, merkt man beim ersten anziehen des dirtsuit’s: Der passt nicht nur gut, sondern sieht auch noch richtig stylish aus.

Im Gegensatz zu den eben erwähnten Einteilern besticht der dirtsuit durch seinen schmalen Schnitt und liegt damit voll im Slim-Fit Trend der sonstigen Mountainbike Bekleidungen. Neben dem stylischen Look bietet der dirtsuit alle bekannten Features normaler Outdoor-Bekleidung. Versiegelte Nähte und Reißverschlüsse, reflektierende Details, eine 10.000 mm Wassersäule und 10.000 mvp Atmungsaktivität. Neben dem robusten Obermaterial aus einer Polyamid/Polyester Mischung verpasst Dirtlej dem dirtsuit ein Mash-Insert, wodurch das Obermaterial nicht auf der Haut klebt. Sehr angenehm.

Der Begleiter für die etwas schlechteren Bedingungen
Der Begleiter für die etwas schlechteren Bedingungen

Mit Hinblick auf die technischen Werte sind die von Dirtlej abgerufenen UVP 184€ angemessen. Wenn wir den Preis mit anderen Regenkombis vergleichen, kommt man mit dem dirtsuit sogar fast günstig weg (vgl. Raceface Chute Jacke & Agent Shorts). Leider ist man mit einem Einteiler nicht so flexibel wie mit einer Regekombi. Hat man den dirtsuit einmal als den Begleiter für eine Tour ausgewählt, bleibt einem bei einer Pause nichts anderes übrig, als sich die Ärmel um die Hüfte zu binden und darauf zu hoffen, dass die abnehmbaren Hosenträger die Klamotte an Ort und Stelle halten.

Klettverschluss Straps zum Fixieren des Anzugs an der Hüfte verhindern ein lästiges verrutschen der Hose und/oder der Jacke, sodass man das Gefühl hat zwei voneinander getrennte Kleidungsstücke zu tragen. Da dies beim Einteiler nun mal nicht der Fall ist, hat man auch in keinem Fall Probleme mit freien Stellen zwischen Hose und Jacke in die sich Dreck und Kälte einschleichen können. Auch die Kapuze in Kombination mit dem hoch schließenden Kragen sorgt dafür, dass die Körperwärme an kalten Tagen bleibt wo sie soll: am Körper.

Klettverschluss Straps sorgen für einen guten Sitz.
Klettverschluss Straps sorgen für einen guten Sitz.

Die Kapuze ist groß genug, um sie bei Auffahrten mit leicht geöffneter Jacke über den Halbschalen Helm zu ziehen. Bei der Abfahrt haben wir uns dann jedoch sehr eingeschränkt gefühlt und mussten die Kapuze abziehen. Gleiches gilt für die Integral Helme, hier taugt die Kapuze in erster Linie für Auffahrten im Lift.

Wird es dann doch mal zu warm, kann man den dirtsuit durch sechs Reißverschlüsse zur Kühlung ordentlich durchlüften. Zwei Reißverschlüsse befinden sich unter den Armen mit denen man den Anzug beidseitig von oberhalb des Ellbogens bis knapp über die Hüfte öffnen kann. Bei Abfahrten haben wir bei geschlossener Jacke auf die seitlich an der Brust angebrachten Öffnung zurückgegriffen, da der Wind so nicht frontal auf die Brust trifft, aber dennoch genügen Luft zirkuliert. Die Lüftung der Beine lässt sich zum einen durch zwei frontal angebrachte Reißverschlüsse steuern, aber auch die kurze Hose hilft dabei die Beine nicht zu überhitzen.

Auch für Frischluft...
Auch für Frischluft…

Wir müssen gestehen, dass wir zunächst skeptisch waren. Ein Einteiler, ohne lange Beine. Kann das funktionieren? Wir sagen: Ja, das funktioniert. Wir sind der Meinung, dass die kurze Hose einem Hitzestau unter dem Anzug vorbeugt und einen positiven Einfluss auf die Bewegungsfreiheit hat.

...ist gesorgt.
…ist gesorgt.

Weiterhin erweitert die kurze Hose den Einsatzbereich des dirtsuit. Man hat hier noch ein paar mehr Kombinationsmöglichkeiten, um sich auf verschiedene Witterungsverhältnisse einzustellen. Wir haben den Anzug nicht nur bei strömenden Regen, sondern auch an trockenen aber kalten Tagen getragen. Bei Enduro-Touren und bei Bikepark-Einsätzen. Kombiniert haben wir den Anzug entsprechend dem Zwiebel-Prinzip mit Protektoren, T-Shirt, Funktionsunterwäsche und/oder langen Socken getragen und waren so immer gut gewappnet.

Da es sich aber nun mal um einen Einteiler handelt muss man höllisch mit der Größe aufpassen. Wir empfehlen im Zweifelsfall die nächste Größe zu wählen. Außer dem im Hüftbereich eingenähten Flex-Materials ist der dirtsuit sehr unflexibel und kann zwischen den Schultern und Schritt zu „Spannungen“ führen und die Schultern haben damit wohl das kleinere Problem. Auf der Internetseite von Dirtlej wird natürlich ein „Size Chart“ angeboten und darauf hingewiesen, dass bei Unschlüssigkeit gerne auch Kontakt aufgenommen werden kann. Wir empfehlen insbesondere auf die (A) Rückenlänge zu achten.

dirtlej_dirtsuit-size-chart
Dirtsuit Size Chart (www.dirtlej.de)

Zu guter Letzt bietet der dirtsuit jede Menge Taschen mit wasserdichten Reißverschlüssen und einem Einschubfach für die Liftkarte. Das Smartphone findet in einer wasserdichten Innentasche Platz. In den restlichen Taschen lassen sich jedoch nur Kleinigkeiten verstauen. Ein Riegel, etwas Bargeld oder ein Autoschlüssel. Der Schlüsselbund, das Portemonnaie, oder das Multitool müssen entweder im Auto bleiben oder im Rucksack verstaut werden – für uns war das kein Problem.

Am liebsten haben wir den dirtsuit im Bikepark genutzt. Da kann man auf dem Parkplatz auch nochmal seine Kleiderwahl überdenken und das meiste Material im Auto verstauen. Auch bei wirklich schlechtem Wetter war uns warm genug und wir waren verhältnismäßig trocken. Nur Starkregen hat sich den Weg ins Innere des Einteilers gebahnt. Aber das beste ist, wenn man am Ende des Tages komplett eingesaut vor dem Auto steht, den dirtsuit auszieht und nahezu sauber einsteigen kann.

Auch bei eisigen Temperaturen hält der dirtsuit den Fahrer warm, dank Zwiebel-Prinzip
Auch bei eisigen Temperaturen hält der dirtsuit den Fahrer warm, dank Zwiebel-Prinzip

Der dirtsuit ist grundsätzlich bei 30°C maschinenwaschbar. Jedoch hat man hier das gleiche Problem wie bei allen anderen Regenklamotten: wie am ersten Tag ist der Anzug nach dem waschen nicht mehr. Wir haben mit Waschimprägnierung nachgeholfen. Zum Trocknen kann man den dirtsuit leider nur auf einen Kleiderbügel aufhängen, da wir keine eingenähte Lasche zum aufhängen finden konnten.

Fazit:

Mit dem dirtsuit hat Dirtlej ein Produkt auf den Markt gebracht, welches Schönwetter Fahrer nicht mehr viele Ausreden übrig lässt. Sprüche wie: „Es ist zu kalt! Es ist zu nass! Es ist zu matschig!“, verlieren ihre Daseinsberechtigung. Wenn man sich einmal für den dirtsuit in der richtigen Größe entschieden hat, hat man eine gute Grundlage für eine lange und spaßige Wintersaison auf dem Bike.

2 Kommentare

  1. EIne Frage bleibt dann doch.
    Was bedeutet „Nur Starkregen hat sich den Weg ins Innere des Anzugs gebahnt“?
    Wurde der Anzug an einer Stelle undicht, oder reden wir hier von Wassereintritt am Kragen oder dergleichen?
    Denn für 180€ wären undichte Nähte absolut inakzeptabel.
    Eine Antwort würde mich sehr freuen!

    • Hi Sascha, es gab keine undichten Nähte, aber auch eine 10.000er Wassersäule hat irgendwann ihre Grenzen erreicht. Das würde aber auch bei nahezu jedem anderen Produkt passieren, von daher fanden wir es nicht wirklich dramatisch. Beste Grüße, Patrick

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