91 Prozent bei Rotten Tomatoes – der beste Wert für einen MCU-Kinofilm seit fünf Jahren. Spider-Man: Brand New Day läuft seit dem 29. Juli in deutschen Kinos, und der Hype war groß. Fünf Jahre Wartezeit seit No Way Home, unzählige Fantheorien und ein neuer Regisseur. Was Destin Daniel Cretton aus dieser Aufgabe gemacht hat, ist nicht perfekt – aber es ist verdammt nah dran an dem, was Spider-Man-Fans sich erhofft haben.
Peter Parker allein gegen die Welt
Vier Jahre nach dem Zauber aus No Way Home lebt Peter Parker (Tom Holland) als anonymer Vollzeit-Spider-Man in New York. Keiner erinnert sich an ihn – weder sein bester Freund Ned noch MJ, jetzt am MIT. Peter kämpft Verbrechen, besucht Tante Mays Grab und stalkt seine alten Freunde in sozialen Medien. Das ist kein Einstieg in ein Actionspaßfest, sondern in eine Geschichte über Einsamkeit und Identität.
Diese erste Stunde läuft bewusst langsam. Das MCU muss Avengers: Doomsday vorbereiten, und das merkt man an manchen Plotpunkten, die sich wie Checklistenabarbeitung anfühlen. Wer das stört, der sollte wissen: Es gibt diesen Film tatsächlich in zwei Hälften. Die erste ist ein eher ruhiges Charakterstück, die zweite Hälfte liefert dann genau die Action und Eskalation, die man sich erwartet. Man muss den ersten Teil wollen, um den zweiten vollständig zu genießen.
Raimi-Feeling, MCU-Ballast und Tom Hollands bislang beste Leistung
Der Vergleich zu Sam Raimis Spider-Man 2 ist kein Zufall – er ist beabsichtigt. Peters Vernachlässigung seines zivilen Lebens hat reale Konsequenzen. Die emotionale Erzählung erinnert deutlich an die Logik, die Raimis Filme so stark gemacht hat: Nicht der Bösewicht ist das Problem, sondern der Held selbst. Cretton schlägt einen deutlich reiferen, düstereren Ton an als sein Vorgänger Jon Watts, und Tom Holland trägt diesen Film auf seinen Schultern besser als je zuvor.
„Marvels bester Wert seit fünf Jahren – und das aus einem guten Grund: Brand New Day denkt mehr über seinen Protagonisten nach als über sein Franchise.“ — scifiscene.de
Das CGI fällt in einzelnen Szenen etwas ab – für einen Film dieses Budgets ungewöhnlich. Und manche Handlungsstränge werden etwas zu schnell aufgelöst, weil der Film sichtlich auch die nächsten MCU-Teile aufbauen muss. Das läuft auf 145 Minuten aus, die nicht immer gleich zünden.
Im Kino seit: 29. Juli 2026 (DE) | Regie: Destin Daniel Cretton | Laufzeit: 145 Min. | RT-Score: 91 %
Für wen lohnt sich Brand New Day im Kino?
Wer Sam Raimis Spider-Man-Trilogie liebt und sich einen MCU-Film wünscht, der sein Herz am richtigen Fleck hat, wird hier gut aufgehoben sein. Der Film liefert emotionale Tiefe, großartige Action-Sequenzen und Hollands bislang stärkste Darstellung. play3.de gibt 8.5 von 10, Eurogamer.de zieht einen klaren Vergleich zu Spider-Man 2 – und das ist, für einen MCU-Film im Jahr 2026, ein echtes Lob.
Wer einen echten Neuanfang erwartet, der das MCU-Gepäck komplett hinter sich lässt, wird mit gemischten Gefühlen das Kino verlassen. Brand New Day ist kein Kurswechsel – es ist die bislang emotionalste und handwerklich stärkste Variante des MCU-Spider-Man. Für Superhelden-Fans und alle, die Tom Holland eine faire Chance geben wollen, ist das Ticket den Preis wert.