„How will your visit end? You choose.“ — Mit diesem Social-Media-Post hat die Isle of Man Constabulary diese Woche an das geltende Radfahrverbot auf der A18 Mountain Road erinnert. Die Botschaft war nicht ohne Hintergrund: Während der TT-Saison im Juni wurden mehrere Radfahrer auf der gesperrten Strecke festgenommen. Jetzt beginnt das Verbot von Neuem – für zwei Wochen, während des Manx Grand Prix und der Classic TT.

Die A18 Mountain Road: Schnelle Straße, klare Regeln

Für viele Radsportbegeisterte gehört die Mountain Road zu den spektakulärsten Touren auf der Insel. Außerhalb der Rennzeiten ist die Strecke für Radfahrer geöffnet und zieht regelmäßig Touristengruppen an. Das macht die saisonalen Verbote für manche Besucher zur Überraschung – obwohl die Sperrungen seit einem Jahrzehnt fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders sind.

Die A18 ist kein gewöhnlicher Feldweg. Die 21 Kilometer lange Gebirgsstraße verbindet Ramsey im Norden mit der Hauptstadt Douglas und steigt dabei auf fast 400 Meter über Meeresspiegel. Das Tempolimit ist aufgehoben – Fahrzeuge dürfen hier so schnell fahren, wie sie können. Genau deshalb ist die Strecke auch Herzstück des legendären Isle of Man TT, eines der gefährlichsten Motorradrennen der Welt.

Das Radfahrverbot auf dem Abschnitt zwischen dem Ramsey Hairpin und dem Creg-ny-Baa besteht seit rund zehn Jahren – eingeführt, als die TT-Rennen zunehmend größere Zuschauer- und Teilnehmerfelder anzogen. Seit heute Morgen (9:30 Uhr Ortszeit) gilt es wieder, diesmal bis zum 31. August 2026, 16:30 Uhr. In dieser Zeit finden die Qualifikationen und Rennen des Manx Grand Prix sowie der Classic TT statt.

Verhaftungen im Sommer: Was wirklich passiert ist

Die Polizeimeldung diese Woche war deutlich: „Mehrere Personen wurden während der TT-Saison auf der A18 Mountain Road festgenommen.“ Dass sich trotz klarer Beschilderung Radfahrer auf die gesperrte Strecke wagten, ist aus Sicht der Behörden kein Einzelfall, sondern ein wiederkehrendes Problem.

Beim aktuellen Verbot im August ist die Ausgangslage etwas anders als im Juni: Die Straße bleibt in beide Richtungen befahrbar – nur eben nicht für Fahrräder. Während der Juni-TT gilt die A18 zusätzlich als Einbahnstraße für alle Fahrzeuge, was den Betrieb noch komplexer macht. Die Polizei betont, dass die Beschilderung eindeutig ist und appelliert an alle Besucher, die Hinweise zu befolgen.

„Bitte folgen Sie den aufgestellten Hinweisschildern und Anweisungen. Sie dienen Ihrem Schutz und dem Schutz anderer.“

Petition, 339 Unterschriften — und kein permanentes Verbot

Hinter den Verhaftungen steckt ein grundsätzlicheres Spannungsfeld: Wie lässt sich eine Rennstrecke, die gleichzeitig öffentliche Straße ist, sicher für alle Nutzer gestalten? Die Isle of Man hat sich für temporäre Sperren entschieden – ein Kompromiss, der die Nutzung außerhalb der Rennzeiten offenhält, aber während der Events klare Grenzen setzt.

Dass das saisonale Verbot ausreicht, sehen nicht alle so. Eine Petition mit dem Titel „Ban cyclists from the Mountain Road in Isle of Man“, gestartet von Inselanwohner Lee Smith, forderte ein dauerhaftes Fahrradverbot auf der gesamten Route. Die Begründung: Radfahrer verursachten Rückstaus im Verkehr und erhöhten das Unfallrisiko.

Die Petition lief zunächst schleppend an – und brachte es nach zwei Wochen auf gerade einmal 25 Unterschriften. Erst als der lokale Radiosender 3 FM die Kampagne teilte, stieg die Zahl auf über 300. Am Ende: 339 Unterstützer. Für die Regierung der Isle of Man war das kein ausreichender Anlass zum Handeln. Das Ministerium für Infrastruktur stellte klar: „Wir haben keine Pläne, Radfahrer auf irgendwelchen Straßen der Insel dauerhaft zu beschränken – außer während der TT-Saison.“

Für Radfahrer, die die Isle of Man in der Nebensaison besuchen, bleibt die Mountain Road damit weiterhin zugänglich. Die Verhaftungen aus dem Juni aber bleiben eine Erinnerung daran, dass die Sperren ernst gemeint sind – und dass das Ignorieren der Beschilderung auf einer der gefährlichsten Rennstrecken Europas keine Kavaliersdelikt ist.