Das Rennrad-Segment kennt regelmäßige Generationenwechsel – doch selten bringt eine neue Version gleichzeitig auf drei Ebenen messbare Verbesserungen. Mit dem Litening Aero C:68X 2027, das Cube heute offiziell vorgestellt hat, soll der Rahmen 150 Gramm leichter sein als sein Vorgänger, 6,2 Watt weniger Luftwiderstand erzeugen und 10 Prozent mehr Fahrkomfort bieten. Und das zu Preisen, die im Aero-Segment nach wie vor ihresgleichen suchen.

Aerodynamik, Kabelführung und Komfort: Die wichtigsten Neuerungen

Das Herzstück der Überarbeitung ist ein komplett neu entwickeltes, integriertes Cockpit – das IC Aero Max –, das den Fahrer in eine aerodynamischere Position bringt. Steuerrohr und Unterrohr wurden als aerodynamische Einheit gestaltet; der Segeleffekt, also der Zusatzvortrieb bei schräg einfallendem Seitenwind, setzt nach Herstellerangaben früher ein und hält länger an als beim Vorgänger.

Cube beziffert den Fortschritt konkret: 6,2 Watt Ersparnis bei 45 km/h. Der alte Litening Aero lag im Windkanaltest bei 208 Watt Luftwiderstand. Sollte sich die Angabe unabhängig bestätigen, wäre das neue Modell ein ernsthafter Kandidat für die Spitzengruppe der schnellsten Rennräder der Welt.

Die Kabelführung wurde grundlegend umgebaut. Bislang liefen die Züge durch separate Eingänge hinter dem Steuerlager – eine Lösung, die einen Anschlagspin erforderte und den Lenkeinschlag begrenzte. Beim 2027er Modell verlaufen die Züge klassisch durch das obere 1,5-Zoll-Steuerlager. Der Pin ist Geschichte. Das klingt nach einem kleinen Detail, macht sich aber beim Verpacken des Rades und in engen Kurven spürbar bemerkbar.

Komfort gewinnt das Litening Aero 2027 durch eine überarbeitete Sattelrohrgeometrie: Das obere Rohrende läuft schräg nach hinten unten, was der Sattelstütze mehr Flex erlaubt. Cube nennt 10 Prozent Komfortgewinn. Gleichzeitig erweitert sich die Reifenfreiheit auf 34 Millimeter – bislang lag die Grenze bei 28 mm. Je nach Modell werden Continental Grand Prix 5000, Schwalbe Pro One Aero oder Pirelli P Zero Race in 28 oder 30 mm verbaut.

Hinweis: Alle fünf Modelle des Cube Litening Aero C:68X 2027 werden ab Werk mit einem Powermeter und einem Newmen Streem Carbon-Laufradsatz ausgeliefert – auch das Einstiegsmodell Pro für 4.999 Euro.

Fünf Modelle: Vom Race-Einstieg bis zum gewichtsminimierten Orbit

Cube bietet das Litening Aero C:68X 2027 in sieben Rahmengrößen von 50 bis 62 cm an – die Größe 62 ist neu und richtet sich an Fahrer um die zwei Meter Körpergröße. Die kleinste Größe 50 passt ab etwa 1,60 Meter. Insgesamt gibt es fünf Ausstattungsvarianten:

Das Pro (SRAM Force AXS, 7,6 kg) und das Race (Shimano Ultegra Di2, 7,4 kg) starten beide bei 4.999 Euro. Das Race erhält einen doppelseitigen 4iiii Precision 3+ Powermeter und Schwalbe Pro One Aero Bereifung – ein starkes Paket für den Preis. Das neue Orbit bricht mit der Litening-Tradition: Es verzichtet als einziges Modell auf einen Umwerfer und setzt stattdessen auf die 13-Gang-Einfachschaltung SRAM Red E1 mit 50T-Kettenblatt und 10-46T-Kassette. Das Ergebnis ist das leichteste Modell der Range mit 6,9 Kilogramm – für 6.999 Euro.

SLX (SRAM Red AXS, 7,1 kg) und SLT (Shimano Dura-Ace Di2, 7,1 kg) bilden das Topangebot für je 7.299 Euro. Das SLT wird mit breiteren Newmen Streem A.60/66 Vonoa Carbon-Laufrädern und doppelseitigem 4iiii-Powermeter ausgeliefert.

Preis-Benchmark im Aero-Segment: Was das Litening von der Konkurrenz unterscheidet

Cube setzt mit dem neuen Litening Aero eine Strategie konsequent fort: Top-Technologie zu Preisen, die im Profisport-Segment ungewöhnlich günstig sind. Ein Dura-Ace-Di2-Modell mit Carbon-Laufrädern, integriertem Cockpit und Powermeter für 7.299 Euro ist in dieser Kategorie eine Seltenheit. Vergleichbar ausgestattete Modelle konkurrierender Marken kosten teils deutlich mehr.

Das Rad hat seine Profi-Tauglichkeit bereits auf höchstem Niveau bewiesen: TotalEnergies nutzte eine Vorserienversion bei der Tour de France 2026. Zwei Jahre zuvor gewann Biniam Girmay mit dem Litening das Grüne Trikot – eine Referenz, die nicht viele Aero-Räder in dieser Preisklasse vorweisen können.

„Der Rahmen ist leichter, steifer und aerodynamischer als sein Vorgänger. Das Frameset allein liefert eine aerodynamische Ersparnis von 6,2 Watt.“ – Cube Bikes

Wer im Herbst ein neues Rennrad kaufen möchte, sollte das 2027er Litening Aero auf die engere Wahl setzen – besonders das Race-Modell für 4.999 Euro mit Ultegra Di2 und Powermeter dürfte für viele das interessanteste Angebot im gesamten Aero-Segment sein. Mehr dazu und weitere Neuheiten im Cycleholix Radnews-Bereich.