Während die Xbox-Sparte im Geschäftsjahr 2026 insgesamt um etwa elf Prozent zurückging, hat ein Studio intern für Aufmerksamkeit gesorgt: Blizzard Entertainment. Laut einer geleakten internen Mail der Blizzard-Präsidentin Johanna Faries schloss das Studio das Jahr als bestperformendes innerhalb der gesamten Xbox-Studiolandschaft ab — vor Activision, King und Bethesda.
Interne Mail enthüllt: Blizzard top, Xbox gesamt unter Druck
Windows Central berichtete als erstes über den Inhalt der internen Mitteilung. Faries soll geschrieben haben: Im Geschäftsjahr 26 schloss Blizzard das Jahr als das Studio mit der besten Leistung innerhalb der Xbox-Studio-Sparte ab, und das vergangene Jahr war das dritterfolgreichste Geschäftsjahr in der Geschichte von Blizzard gemessen am Umsatz. Das setzt Blizzard vor Call-of-Duty-Publisher Activision, Candy-Crush-Entwickler King sowie Bethesda mit Franchises wie Fallout und The Elder Scrolls.
Besonders bemerkenswert: Blizzard verzeichnete erstmals seit dem Geschäftsjahr 2017 — also kurz nach dem Launch von Overwatch — zwei aufeinanderfolgende Jahre mit Wachstum. FY25 und FY26 bildeten damit eine seltene Erfolgsserie für das Studio, das in den Vorjahren mit gemischten Ergebnissen zu kämpfen hatte.
Diablo 4: Lord of Hatred und Overwatch als Wachstumstreiber
Bereits in FY25 hatte Blizzard ein solides Jahr verbucht, aber erst FY26 zeigte das volle Bild: Das Studio wuchs sequenziell und überholte Activisions Call-of-Duty-Division in der internen Leistungsbewertung. Faries nannte zwei Haupttreiber der starken Zahlen: Diablo 4 mit der Erweiterung Lord of Hatred sowie Overwatch. Der Hero-Shooter lieferte laut der Mail sein stärkstes Quartal seit 2022 — eine direkte Folge des umfangreichen Rebrandings, das neue Helden, saisonale Neustart-Mechaniken und zahlreiche Gameplay-Anpassungen umfasste.
Insbesondere Diablo 4: Lord of Hatred und Overwatch sorgten für eine außergewöhnliche Leistung, wobei Overwatch sein stärkstes Quartal seit 2022 verzeichnete. — Johanna Faries, Blizzard-Präsidentin
Overwatch hatte nach dem Wechsel zu Overwatch 2 und dem Free-to-Play-Modell jahrelang mit negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Das aktuelle Rebranding mit neuen Helden, einem überarbeiteten Progression-System und einer klareren Identität scheint die Spielerbasis zurückgeholt zu haben. Auch Diablo 4 läuft dank der Erweiterung Lord of Hatred stabil — ein seltenes Beispiel für ein Blizzard-Spiel, das nach dem Launch weiter wächst.
Kann Blizzard das Momentum halten?
Blizzards Erfolg steht in starkem Kontrast zur allgemeinen Stimmung bei Xbox. In den vergangenen Monaten hat Microsoft mit Stellenabbau und Studio-Schließungen Schlagzeilen gemacht — über 3.200 Entlassungen und mehrere geschlossene Teams. Blizzard scheint davon weitgehend unberührt, profitiert aber indirekt von Microsofts Infrastruktur und Vertriebs-Ökosystem.
Hinzu kommt, dass Blizzard im Gegensatz zu anderen Xbox-Studios keine Stellenkürzungen gemeldet hat. Das ermöglicht es dem Team, stabil in neue Inhalte zu investieren. Ob das starke Ergebnis dauerhaft gehalten werden kann, hängt von den kommenden Seasons und Updates ab. World of Warcraft läuft stabil, das nächste große Diablo-Kapitel steht aus, und Overwatch muss beweisen, dass der Aufschwung mehr als ein vorübergehender Spike ist. Für Spieler ist die Botschaft klar: Wer eines der beiden Hauptspiele aktiv spielt, darf mit weiteren Investitionen in Inhalte rechnen. Mehr zu aktuellen Gaming-Entwicklungen im Spiele-Bereich.
Für die breitere Xbox-Strategie sendet das Blizzard-Ergebnis ein wichtiges Signal: Live-Service-Spiele mit starker Marke können — richtig gepflegt — jahrelang wachsen. Overwatch und Diablo 4 sind der Beweis dafür, dass Neubelebungen möglich sind, wenn das Studio konsequent in Inhalte und Qualität investiert.