Die PlayStation-Ports von Call of Duty: Black Ops 1 und 2 sind einer der größten Retro-Gaming-Momente des Jahres. Activision hat die Klassiker endlich auf moderne PS4- und PS5-Hardware gebracht – und die Community ist in Scharen zurückgekehrt. Doch mit dem Ansturm kommt auch eine alte Gewohnheit wieder, die viele schon vergessen hatten: die Map-Abstimmung, die am Ende doch immer auf dieselben drei Karten hinausläuft.
Nuketown. Hijacked. Raid. Match für Match, Lobby für Lobby. Wer in Black Ops 2 etwas anderes spielen möchte, braucht eine örderliche Portion Geduld – und Glück.
Drei Maps, endlos – das Muster hinter der Abstimmung
Die Map-Abstimmung in Black Ops 1 und 2 funktioniert so: Vor jedem Match werden zwei Optionen zur Wahl gestellt, plus eine dritte Option für eine zufällige Karte. Eigentlich eine faire Lösung – in der Praxis sieht die Mehrheitsentscheidung fast immer nach Nuketown, Hijacked oder Raid aus. Alternativ wählen viele Random, in der Hoffnung, dass eine dieser drei Maps dadurch trotzdem gewählt wird.
Wer das nicht will, hat ein Problem: Wird eine unbeliebte Karte gewählt, verlassen unmittelbar mehrere Spieler die Lobby. Das Match beginnt überhaupt nicht erst oder bricht vorzeitig ab. Die Port-Version ist genau dafür kritisiert worden: Das Backfill-System – also das automatische Nachladen neuer Spieler für ausgestiegene – funktioniert schlecht. Einmal eine halbe Lobby verloren, ist die Runde oft schon gelaufen. Für viele ist der schnellste Ausweg daher, beim nächsten Vote direkt wieder für Nuketown zu stimmen – der Kreislauf setzt sich fort.
Einer der meistdiskutierten Posts im Call-of-Duty-Subreddit dieser Woche fasst das Problem direkt zusammen: „Wenn die Map-Abstimmung nicht Nuketown, Hijacked oder Raid ist, wählen alle einfach Random – und sobald eine unbeliebte Map gewählt wird, verlassen die Hälfte der Lobby.“
Warum die Community das Problem selbst verstärkt
Das Paradoxe: Es sind nicht unbedingt die „Baden“ Spieler, die das Problem verursachen. Die Logik dahinter ist völlig nachvollziehbar. Wer Angst hat, dass die Lobby zerbricht, wählt vorsorglich die sichere Option – und verstärkt damit genau das Verhalten, das er eigentlich vermeiden möchte. Ein klassisches kollektives Dilemma.
Hinzu kommt, dass Nuketown, Hijacked und Raid tatsächlich sehr gut designte Maps sind. Schnell, kompakt, actionreich. Für viele Spieler, die kurze Matches ohne Leerlauf wollen, ist es schlicht die effizienteste Wahl. Das Problem ist nicht, dass diese Maps zu oft gewählt werden – das Problem ist, dass das Voting-System keine echte Vielfalt mehr ermöglicht. Black Ops 2 hat insgesamt 14 Multiplayer-Maps. In der Praxis wird ein Großteil davon kaum noch gespielt.
Zum Vergleich: In der übrigen CoD-Community ist das Phänomen bekannt. Auch bei modernen Teilen wie Modern Warfare 2 oder Warzone klagen Spieler über Map-Fatigue – also das Gefühl, immer dieselben Orte zu sehen.
Was an den Ports trotz allem gut ist – und was sich ändern müßte
Dabei gilt: Die Ports selbst sind solide. Iron Galaxy hat Black Ops 1 und 2 auf moderne PlayStation-Hardware gebracht, die Spiele laufen stabil, der Online-Modus funktioniert – und die Resonanz der Community war zum Launch entsprechend enthusiastisch. Das war keineswegs selbstverständlich bei einer solchen Nischenmigration.
Was Activision konkret verbessern könnte: ein stabileres Backfill-System, das Lobbys nach Map-Abstimmungen nicht zerbröckeln lässt. Solange ausgestiegene Spieler nicht zügig ersetzt werden, bleibt der Druck, sichere Maps zu wählen. Einige Spieler schlagen darüber hinaus ein Playlist-System vor, das bestimmte Maps gezielt ein- oder ausschließt – so wie es in neueren CoD-Titeln wie Modern Warfare 3 oder Warzone bereits existiert.
„Die Ports sind gut. Die Community ist groß. Aber wenn immer dieselben drei Maps gespielt werden, fühlt sich ein 40-Map-Roster nach einer einzigen Karte an.“
Ob Activision nachrüstet, bleibt abzuwarten. Die Diskussion ist laut genug, um gehört zu werden. Mehr zum Online-Gaming: Alle Gaming-News bei Cycleholix.