Wenn man sich auf dem Markt der Actioncams umsieht, dann sticht besonders Gopro mit einer gewissen Dominanz hervor. Der Rest scheint klar verteilt, doch die Drift Ghost 4k bietet interessante Features und eine hohe technische Ausstattung zu einem sehr guten Preis. Grund genug für uns, die Actioncam genauer unter die Lupe zu nehmen.

Minimalistisch in Bedienung und dem Display. Uns gefällt es!
Minimalistisch in Bedienung und dem Display. Uns gefällt es!

Keine neue Actioncam kommt ohne 4k Unterstützung. Die Endgeräte, die dieses Format nativ wiedergeben können werden immer mehr und finden so ihren Weg in viele Haushalte. Youtube unterstützt das Format mittlerweile ebenfalls, also hat der ambitionierte Hobbyfilmer natürlich Bedarf nach der besten Auflösung. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass Full-HD in den meisten Fällen (noch) ausreicht. Wie der Namenszusatz bereits erahnen lässt, verfügt auch die Ghost 4k über die volle Unterstützung der hohen Auflösung.

Technische Daten
  • Kompakte Action-Kamera im stromlinienförmigen Design
  • Videoaufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 4K UHD (30 Bilder/Sekunde) und Ultra-Slow-Motion mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde (720p)
  • Foto- und Zeitrafferaufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 12 Megapixeln
  • Video-Tagging-Modus, um Aufnahmen nachträglich zu sichern
  • Modulare Bauweise: Durch externe LCD-Touchscreen- und Batteriemodule individuell erweiterbar
  • Um 330 Grad stufenlos drehbare Kameralinse für ein gerades Aufnahmebild in jedem Befestigungswinkel
  • Vorne und hinten jeweils ein Mikrofon für klare Tonqualität trotz Windgeräuschen
  • Elektronischer Bildstabilisator (EIS), G-Sensor und Gyroskop
  • Dot-Matrix-Statusbildschirmanzeige auf der Rückseite (64 x 64 Pixel)
  • Lange Akku-Ausdauer: bis zu 3 Stunden bei 4K UHD und bis zu 4 Stunden bei 1.080p
  • Integrierter Akku mit 1.500 mAh, zusätzliches Akkumodul mit 500 mAh im Lieferumfang enthalten
  • Spritzwassergeschützt (IPX4)
  • Kabellose Steuerung und Datenübertragung über WLAN und mitgelieferter Bluetooth-Fernbedienung mit LED-Statusanzeige
  • Integriertes ¼-Zoll-Gewinde für einfache Montage an Stativen
  • Steckplatz für micro-SD-, -HC- oder -XC-Karten mit bis zu 128 GB Kapazität
  • Zusätzlich 10 GB Cloud-Speicherplatz kostenfrei verfügbar
  • App „Drift Life“ für iOS und Android für Foto-, Videobearbeitung, Teilen in sozialen Netzwerken und Livestreaming
  • Größe: 82,2 x 43 x 31,4 mm (L x B x T), Gewicht: 120 g
  • Lieferumfang: Ghost 4K, Akkumodul (500 mAh), Bluetooth-Fernbedienung mit Armband, Halterungsclip, zwei Klebehalterungen, Adapter mit Micro-USB auf 3,5 mm Klinkenbuchse für Mikrofone, Mini-USB-Kabel, Anleitung
  • Separat erhältliches Zubehör: Batteriemodul mit 1.500mAH, LCD-Touchscreen-Modul und wasserdichte Hülle (für bis zu 40 m Tauchtiefe)
  • Ab sofort für 349 Euro im Fachhandel erhältlich
In der Hand

Die Ghost 4k erinnert von ihrer Bauform an die Modelle von Sony. Die Verarbeitung ist durchweg hochwertig und die leicht gummierte Oberfläche der Kamera sorgt für ein griffiges Gefühl. An der Rückseite befindet sich ein minimales Display, welches aber die wichtigsten Informationen liefert. Die Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite und die Einschübe für die SD-Karte sowie der USB-Anschluss zum Laden auf der Unterseite der Ghost. Die Rückseite der Kamera bietet die erste Überraschung. Die Kontaktfläche für die Helmhalterung ist gerastert, was eine schnelle Verstellung der Blickrichtung im 360 ° Radius ermöglicht. Beim Fahren mal fix nach hinten filmen oder eine Position nach schräg unten, um der Gabel beim Arbeiten zuzusehen? Kein Problem, die Verstellung ist mit zwei Handgriffen erledigt. Praktisch und sinnvoll wie wir finden.

Besonderheiten

Es gibt drei Merkmale an der Ghost 4k, die wir so von keinem anderen Modell im Bereich der Actioncams kennen. Sinnvoll sind sie alle, ob man sie benötigt hängt ganz vom Einsatz ab. Augenscheinlich am auffälligsten ist der modulare Aufbau der Kamera. Im Lieferumfang befindet sich der externe 500 mAh Akku, welcher an der Außenseite befestigt wird. Entnimmt man diesen, hat man die Option eines der anderen Zusatzmodule zu installieren. Drift bietet für die Ghost 4k einen erweiterten Akku (1500 mAh) oder einen 4k LCD Touch Screen. Letzterer dürfte aufgrund der hervorragenden App selten notwendig sein, die Erweiterung des Akkus auf insgesamt 3000 mAh dürfte aber sicher für viele interessant sein.

Das modulare System der Ghost 4k ist praktisch und durchdacht.
Das modulare System der Ghost 4k ist praktisch und durchdacht.

Das zweite Merkmal betrifft die bereits angesprochene Befestigung der Kamera am Helm. Die Halterung kann an der Ghost 4k im 360 ° Winkel in einer feinen Rasterung angepasst werden. Das ermöglicht eine feine Justierung des Blickwinkels. Apropos, dieser lässt sich von 90 -140 ° verstellen. Hier ergeben sich viele Szenarien um das Feature zu nutzen. Für uns Mountainbiker dürfte vor allem der schnelle Wechsel von vorne nach hinten interessant sein.

Die angebrachte Halterung baut recht flach und sitzt fest im Gegenstück am Helm
Die angebrachte Halterung baut recht flach und sitzt fest im Gegenstück am Helm

Der dritte Punkt betrifft die Linse der Kamera. Diese lässt sich wie auch die Halterung um 360 ° drehen. Man kann dadurch zB. schnell zwischen Hoch- oder Querformat wechseln. Wir haben die Funktion zu Testzwecken genutzt und finden sie interessant. Eine Markierung an der Linse gibt Aufschluss darüber, wie sie ausgerichtet ist. Das ist durchaus sinnvoll, denn nichts ist ärgerlicher als abends am PC festzustellen, dass man statt im Quer- im Hochformat gefilmt hat.

Die drehbare Linse gibt es so bei keinem anderen Hersteller.
Die drehbare Linse gibt es so bei keinem anderen Hersteller.
Die App

Das Menü der Kamera lässt sich problemlos über die Funktionstasten bedienen. Um das volle Potential auszuschöpfen und es sich einfacher zu machen, empfehlen wir allerdings die Nutzung der kostenlosen App „Drift Life„, die es für IOS und Android gibt. Die Kopplung geht sehr schnell per WLAN und die App ist im Nu eingerichtet. Die üblichen Funktionen wie das Livebild der Kamera und ein Explorer für die Videos sind natürlich mit an Bord. Erfreulich ist, dass die Übertragung nahezu komplett ruckelfrei geschieht. Da müssen andere Hersteller ihre Hausaufgaben noch machen. Optional kann man sich bei der Drift Community anmelden und erhält damit 1Gb Cloud-Speicher. Die App funktioniert allerdings auch komplett ohne das Anlegen eines Accounts, was wir sehr angenehm finden. Zusätzlich kann man durch die Videos der anderen Nutzer scrollen, sofern sie diese freigegeben haben. Diese kann man, wenn man selbst einen Account hat, liken und kommentieren. Das geschieht außerhalb von Facebook in einem eigenen mini Social-Network.

Bild und Ton

Kommen wir zum Kern des Ganzen, nämlich dem Bild bzw. dem Videomodus. Wie bereits anfangs erwähnt verfügt die Ghost 4k über mehrere Video Modi. Selbst 4k mit UHD für verbesserte Kontraste und Farben wird angeboten. In unseren Testaufnahmen konnten wir eine sehr gute Bildqualität feststellen. Der automatische Bildstabilisator macht vor allem in Full HD Aufnahmen eine sehr gute Figur, selbst wenn es auf dem Trail mal etwas rumpelt. Lichtwechsel bekommt die Ghost 4k sehr gut in den Griff und liefert eine konstant gute Abbildung. Der 4k Modus setzt eine schnelle Micro SD Karte voraus, die im optimalen Fall über 128 Gb verfügt. Das aufgenommene 4K Material benötigt nämlich nicht nur eine Menge Platz, sondern auch eine Karte mit einer hohen Schreibrate. Unsere Empfehlung wäre hier SDHC oder noch besser die SDHX Klasse. Verfügt man dann über das passende Abspielgerät, wird das abendliche anschauen der Trails zu einem völlig neuen Erlebnis. Als Bildsensor kommt übrigens Sony´s IMX117CQT 1/2.3 CMOS zum Einsatz.

Knackpunkt war und ist in unserem Test allerdings der Ton. Trotz dualem Mikrofon an der Kamera und Geräuschreduktion, hatten wir bei allen Aufnahmen ein durchaus wahrnehmbares Rauschen durch den Fahrtwind, welches als störend bezeichnet werden muss. Abhilfe schafft hier nur ein separates Mikro nebst aufgezogenem Fell. Praktischerweise liefert Drift direkt einen Adapter für Mic/USB mit, damit dem Anschluss nichts im Weg steht.

Die Ghost 4K ist formschön. Aufgrund der Bauart fällt eine Brusthalterung aus.
Die Ghost 4K ist formschön. Aufgrund der Bauart fällt eine Brusthalterung aus.

Bilder kann die Ghost 4K in den üblichen Modi wie Burst und Co. ebenfalls ablichten. So hat man wie auch bei anderen Modellen die Option, gute Actionbilder aus der Cockpitansicht zu schießen. Bei der Größe bietet die Kamera 5MP/8MP/12MP an. Aufgrund der geringen Größe der 12 MP Aufnahmen, würden wir grundsätzlich zu dieser Auflösung tendieren. Die Bilder sind ausreichend scharf und bieten je nach Winkel eine ansprechende Perspektive.

Als Dateiformat kommt bei den Videos der .MP4 und bei den Bilder der .JPEG Standard zum Einsatz. So lassen sich die Daten auf nahezu allen Endgeräten problemlos direkt anschauen und müssen nicht konvertiert werden.

Bedienung

Unser Highlight war die Fernbedienung der Ghost 4K. Diese wird praktischerweise mit einem Armband geliefert und ist so immer sehr schnell erreichbar. Die Bedienung ist mehr als simpel, denn die Fernbedienung verfügt nur über zwei Tasten. Drückt man die obere, ist man im Aufnahmemodus. Dies wird zum einen durch ein rotes LED angezeigt, zum anderen ertönt ein kurzes akustisches Signal der Kamera. Der untere der beiden Tasten beendet dann die Aufnahme. Das Koppeln der Fernbedienung erfolgt schnell und unkompliziert per Bluetooth über das Menü der Kamera. Wer nicht auf Armbänder steht oder die Fernbedienung an anderer Stelle platzieren möchte, der kann diese problemlos aus dem Band entfernen. Kleine Öffnungen ermöglichen zB. das anbringen von Kabelbindern. Angetrieben wird die Fernbedienung von einer handelsüblichen Knopfzelle.

Positionierung und Halterungen

Im Lieferumfang der Ghost 4K befinden sich zwei Klebepads. Wie üblich ist das eine plan und das andere leicht gewölbt um es problemlos an einem Helm anbringen zu können. Wir haben die Kamera direkt an einem Helm befestigt obwohl wir primär Freunde eines Brustgurtes sind. Aufgrund der Bauart der Kamera gibt es allerdings von Drift keinen offiziellen Brustgurt. Ob es ein Produkt eines Drittanbieters gibt ist uns nicht bekannt. Allerdings ist eine Schulterhalterung erhältlich, die sich ähnlich wie ein Brustgurt trägt. Aufgrund des ähnlichen Blickwinkels zur Helmmontage, haben wir aber auf eine langfristige Nutzung verzichtet. Die Funktion und Handhabung ist allerdings problemlos.

Fazit

Die Drift Ghost 4K ist eine tadellose Action-Cam, die uns im Testverlauf nahezu vollständig überzeugt hat. Abzüge gibt es für den nicht optimalen Sound, den man in unseren Augen sicher noch optimieren kann. Das Video- und Bildmaterial ist gut bis sehr gut, was maßgeblich auf den Sony Sensor zurück zu führen ist. Die Laufzeit der Ghost 4K kommt an die Angaben von 3 Std. heran und gibt uns keinen Grund zur Beanstandung. Der aufgerufene Preis von 349 € (UVP) geht angesichts der Qualität und des Lieferumfangs absolut in Ordnung. Die Ghost 4K stellt somit eine mehr als gute Alternative zu den etablierten Herstellern in diesem Segment dar. Das Modulare System und die damit verbundenen Erweiterungen runden das Paket gut ab.


Text und Fotos: Patrick Frech
Weitere Informationen: Driftinnovation.com

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