Sieben Tage ohne PlayStation: Enttäuschte Fans rufen für den Zeitraum vom 23. bis 30. August zu einem vollständigen Spielstopp auf. Kein Login, kein Spielen, keine aktiven Spieler – und damit ein direkter Angriff auf Sonys wichtigste Kennzahl.
Das Ende der Disc als Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt
Anfang Juli kündigte Sony an, ab 2028 keine physischen Datenträger für PlayStation mehr zu unterstützen. Der Aufschrei war groß, aber für die Boykott-Organisatoren ist das Disc-Aus nur der letzte in einer langen Reihe von Kritikpunkten. Das Statement nennt konkret:
- Schließung traditionsreicher Studios wie Bluepoint und Japan Studio
- Das Ende von Franchises wie Sly Cooper, Resistance und Twisted Metal
- Fehlgeschlagene Live-Service-Strategie
- Einstellung der PSVR2-Unterstützung
- Abwesenheit von Fan-Events wie der PlayStation Experience
„Noch nie hat sich PlayStation so sehr von seiner Community abgekoppelt gefühlt.“ – Boykott-Statement
Warum eine Boykott-Woche Sinn ergibt
Die Organisatoren wählten den Zeitraum bewusst: Eine Woche ist kurz genug, um möglichst viele Teilnehmer zu gewinnen, und lang genug, um in Sonys täglichen Nutzungsstatistiken aufzufallen. Monatliche Aktivzahlen sind für Sony ein wichtiges Argument gegenüber Publishern und Investoren.
Wer sich beteiligen möchte, soll sich vom 23. August (19:00 Uhr Ortszeit) bis zum 30. August (19:00 Uhr Ortszeit) von seiner Konsole abmelden oder sie ganz ausschalten. Die Organisatoren betonen, dass Publisher und unabhängige Entwickler durch die Aktion möglichst wenig Schaden nehmen sollen.
Mehr als nur Online-Empörung?
Der Protest findet nicht im luftleeren Raum statt. In Mexiko wird bereits eine Kartellklage gegen Sony vorbereitet, die auf das Fehlen alternativer Storefronts auf der PlayStation abzielt. Branchenbeobachter halten es für wahrscheinlich, dass weitere rechtliche Schritte folgen werden.
Ob ein einwöchiger Boykott bei einem Konzern von Sonys Größe tatsächlich Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. Vergleichbare Aktionen in der Gaming-Branche hatten selten unmittelbare Folgen – der öffentliche Druck, der sich aufbaut, kann jedoch die Gesprächsbereitschaft eines Unternehmens verändern. Mehr aktuelle Entwicklungen rund um Plattform-Neuigkeiten findet ihr in unserem Gaming-Bereich.