„Um das aufzuklären: Der Post dreht sich um TES6.“ Mit diesem schlichten Satz hat Griffin DeClaire, ehemaliger Associate Game Designer bei Bethesda, ein Gerücht beendet, das über das Wochenende die Gaming-Community in Aufregung versetzte. Sein LinkedIn-Profil hatte die Hoffnung auf ein geheimes Elder Scrolls-Spiel genährt — doch die Wahrheit ist banaler und zugleich tragischer, als es jede Spekulation suggerierte.
Wie ein Missverständnis zum Gerücht wurde
Griffin DeClaire gehörte zu den vielen Entwicklern, die von den massiven Entlassungswellen bei Microsoft betroffen waren. Nach seinem Ausscheiden aktualisierte er sein LinkedIn-Profil mit Details seiner Arbeit bei Bethesda Game Studios. Dort gab er an, an einem „unveröffentlichten Elder-Scrolls-Titel“ gearbeitet zu haben — inklusive Quest-Design, Lore-Dokumentation und Implementierung. Er schrieb, er habe „interne Dokumentation zu weiten Teilen der Lore und des Design-Konzepts“ erstellt und war „stark in den Prozess der Pitch-Erstellung, des Schreibens und der Quest-Implementierung“ eingebunden.
Das klang für aufmerksame Fans nach mehr als nur The Elder Scrolls 6. Schließlich ist TES6 längst offiziell angekündigt — ein „unveröffentlichter“ Titel, so die Logik der Gerüchte-Küche, müsse etwas anderes sein. Ein Spin-off, ein geheimer Ableger, etwas, das noch niemand kannte. Mehrere Gaming-Websites griffen die Story auf, Social Media feuerte die Spekulationen an, und plötzlich schien ein zweites Elder Scrolls-Spiel in Entwicklung zu sein.
Das Problem: DeClaire hatte nicht sofort klargestellt, dass er schlichtweg The Elder Scrolls 6 meinte. „Unveröffentlicht“ und „unangekündigt“ sind zwei völlig unterschiedliche Begriffe — aber in der Aufregung verschmolzen sie zu einem. Die ursprünglichen Berichte hatten DeClaire offenbar nicht einmal kontaktiert, bevor sie die Geschichte verbreiteten.
Die Aufklärung und was sie bedeutet
Das Magazin FRVR nahm sich die Zeit, DeClaire direkt zu kontaktieren — ein Schritt, den andere offenbar übersprungen hatten. Seine Antwort war eindeutig: „Bevor ich entlassen wurde, habe ich jeden Tag direkt in der Engine an TES6 gearbeitet. Das ist ziemlich tragisch. Ich habe die Arbeit wirklich geliebt und mich wahnsinnig auf die Reaktionen der Fans gefreut.“
„Ich habe die Arbeit wirklich geliebt und mich wahnsinnig auf die Reaktionen der Fans gefreut.“ — Griffin DeClaire, ehemaliger Associate Game Designer bei Bethesda
Das Zitat wirft ein Licht auf die menschliche Seite der Spieleindustrie, das über das eigentliche Gerücht hinausgeht. Hier spricht jemand, der seinen Job verloren hat und dennoch von seiner Leidenschaft für das Projekt erzählt. Die Entlassungen bei Microsoft haben nicht nur Zahlen und Bilanzen getroffen — sie haben Menschen ihrer Arbeit beraubt, die sich auf die Reaktion der Fans gefreut haben. DeClaire bestätigte zudem, dass die Vorberichte ihn weder vor noch nach der Veröffentlichung um einen Kommentar gebeten hatten.
Was bei Bethesda tatsächlich in Arbeit ist
Mit dem Gerücht vom Tisch bleibt die Lage bei Bethesda überschaubar. The Elder Scrolls 6 ist das einzige Hauptspiel, das sich in voller aktiver Entwicklung befindet — obwohl es bereits vor acht Jahren angekündigt wurde. Bekannt ist nur, dass die Entwickler den Look „lieben“ und den Titel „jeden Tag spielen“. Konkrete Details, ein Release-Datum oder gar Gameplay-Material fehlen weiterhin. Die Geduld der Fans wird weiter auf die Probe gestellt.
Daneben arbeitet Bethesda an weiteren Projekten in verschiedenen Phasen: Fallout 5 befindet sich in der Vorproduktion, Fallout 76 erhält weiterhin umfangreiche Updates, und es entstehen Remaster-Versionen von Fallout 3 und Fallout: New Vegas. Für Gaming-Fans gibt es also Fallout-Inhalte in verschiedener Form — aber kein heimliches Elder Scrolls-Spiel. Das lange Warten auf TES6 geht weiter, und es gibt keinenShortcut. Wer in der Zwischenzeit Tamriel erkunden will, darf sich auf die Elder Scrolls Online freuen, die 2027 mit einer neuen Skyrim-Erweiterung zurückkehrt. Bis TES6 tatsächlich erscheint, dürfte noch geraume Zeit vergehen — und jede noch so kleine Spur wird von der Community weiterhin akribisch ausgewertet. Diesmal führte die Spur allerdings ins Nichts.