1,7 Milliarden US-Dollar weniger Umsatz als im Vorjahr – das ist die Bilanz, die Microsoft für sein Xbox-Geschäftsjahr 2026 vorgelegt hat. Ein Rückgang von 7 Prozent. Und der neue Quartalsbericht für Q4 macht die Lage nicht besser: Content und Services brachen im letzten Quartal sogar um 10 Prozent ein, Hardware-Verkäufe um 14 Prozent. Neue Xbox-CEO Asha Sharma gibt sich dennoch optimistisch.

Die Zahlen: Vier Quartale, konstante Rückgänge

Der Q4-Bericht für das Geschäftsjahr 2026 setzt eine Reihe fort, die im Sommer 2025 begann. Im Überblick:

  • Gesamt Xbox-Umsatz FY2026: –1,7 Mrd. USD (–7 %)
  • Content & Services Q4: –10 % gegenüber Vorjahr
  • Hardware Q4: –14 %
  • Xbox-Hardware drei Quartale in Folge: Q1 –29 %, Q2 –32 %, Q3 –33 %

Zum Vergleich: Microsoft Cloud erzielte im gleichen Quartal 59,3 Milliarden Dollar Umsatz – ein Plus von 27 Prozent. Die Diskrepanz zwischen dem boomenden Cloud/AI-Geschäft und dem stagnierenden Gaming-Arm ist symptomatisch für Microsofts aktuelle Konzernlage.

Microsoft-CFO Amy Hood erklärte den Q4-Rückgang bei Content und Services damit, dass das Vorjahrquartal von einem starken First-Party-Lineup profitiert hatte. Ein direkter Vergleich mit einem überdurchschnittlich guten Quartal fällt naturgemäß schwerer. Das ändert jedoch nichts daran, dass der Hardware-Trend seit über einem Jahr klar nach unten zeigt.

„Der Umsatz bei Xbox-Inhalten und -Diensten sank um 10 % – gegenüber einem Vorjahresquartal, das von starken First-Party-Veröffentlichungen profitiert hatte.“ – Amy Hood, Microsoft CFO

Sharma bleibt optimistisch – und hat die Strategie bereits geändert

Asha Sharma, seit Februar 2026 an der Spitze von Xbox, reagierte auf den Bericht mit einem Statement, das typisch für ihren bisherigen Führungsstil ist: klar, ohne Schönfärberei, aber mit Perspektive. Sie verwies auf laufende Investitionen in R&D und auf den im Juli 2026 angekündigten Strategiewechsel – das intern „Resetting Xbox“ genannte Memo, das die Ära der „Xbox Everywhere“-Strategie offiziell beendete.

Unter dieser alten Strategie sollten nahezu alle Xbox-Spiele auch auf PlayStation und Switch erscheinen. Die neue Ausrichtung kehrt das teilweise um – mit mehr Fokus auf Xbox-eigene Plattformen. Ob dieser Schwenk kurzfristig zu besseren Zahlen führt, bleibt abzuwarten. Microsoft CEO Satya Nadella erwartet laut Aussagen vom Earnings Call eine Rückkehr zu Wachstum bis Ende des Geschäftsjahres 2027.

Ausblick FY2027: Weiterer Rückgang erwartet

Dass die nächsten Quartale keine sofortige Erholung bringen werden, machte Amy Hood unmissverständlich klar. Die Prognose für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027: Content und Services werden im mittleren einstelligen Bereich weiter sinken, Hardware ebenfalls. Der Vergleichszeitraum ist diesmal nicht mehr durch außergewöhnlich starke First-Party-Releases verzerrt.

Für Xbox ist das eine Phase, in der mehrere strukturelle Fragen gleichzeitig beantwortet werden müssen: Wie viele Konsolen werden noch verkauft? Wächst Game Pass? Zieht der Exklusiv-Kurswechsel neue Spieler an? Hinzu kommen steigende Betriebskosten durch R&D-Investitionen und sogenannte „Impairment Charges“, die Hood in ihrem Statement erwähnte – Abschreibungen, die auf interne Umstrukturierungen hindeuten. Die Betriebsmarge von Xbox sank im Berichtszeitraum auf 21 Prozent. Satya Nadella zeigte sich trotzdem zuversichtlich: Xbox werde bis Ende des Geschäftsjahres 2027 wieder wachsen.

Prognose: Microsoft erwartet für FY2027 Q1 einen weiteren Rückgang bei Xbox Content & Services (mittlerer einstelliger Bereich) sowie bei Hardware.

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