Fünf Jahre nach seinem Abgang zu EA Motive kehrt Eric Baptizat zu Ubisoft zurück. Der Mann, der als Game Director hinter Assassin’s Creed: Valhalla stand und vorher Lead Game Designer bei Black Flag und Origins war, übernimmt künftig die spielerische Gesamtleitung der Assassin’s-Creed-Marke. Die Ankündigung kam nicht über eine Pressemitteilung, sondern über einen LinkedIn-Post von Jean Guesdon, dem Head of Content der Reihe — was dem Ganzen eine persönliche Note gab.
16 Jahre Ubisoft, fünf Jahre EA — wer ist Baptizat?
Eric Baptizat ist kein unbeschriebenes Blatt. Von 2005 bis 2021 arbeitete er bei Ubisoft und war an einigen der meistdiskutierten Titel der Reihe beteiligt. Als Lead Game Designer war er maßgeblich an Assassin’s Creed 4: Black Flag beteiligt — einem Spiel, das bis heute als kreatives Highlight der Serie gilt. Danach folgten Unity und Origins, bevor er die Rolle des Game Directors bei Valhalla übernahm.
2021 verließ Baptizat Ubisoft und wechselte zu EA Motive. Dort verantwortete er als Game Director das Dead-Space-Remake, das 2023 von Kritik und Publikum sehr gut aufgenommen wurde. Anschließend arbeitete er als Game Design Director an Battlefield 6. Die Kombination aus kritisch gefeiertem Horrorspiel und einem der größten Shooter-Franchises zeigt seine Bandbreite als Entwickler.
„Éric braucht in diesem Universum keine Einführung. 16 Jahre bei Ubisoft, maßgebliche Beiträge zu Black Flag, Origins und Valhalla als Game Director — seine Leidenschaft für das Spieldesign und seine tiefe Verbundenheit mit dieser Marke sprechen für sich.“ — Jean Guesdon, Head of Content Assassin’s Creed
Game Director der Marke — was das bedeutet
Die Rolle, die Baptizat übernimmt, ist ungewöhnlich: Er ist nicht Game Director eines einzelnen Titels, sondern für die gesamte Assassin’s-Creed-Marke zuständig. Das bedeutet, er wird an der spielerischen Ausrichtung mehrerer parallel entwickelter Projekte beteiligt sein — und dafür sorgen, dass Mechaniken, Kernprinzipien und das Spielgefühl über verschiedene Teams hinweg kohärent bleiben.
Konkret genannte Projekte gibt es noch nicht. Ubisoft hat weder einen Starttermin für einen neuen Assassin’s-Creed-Teil kommuniziert noch beschrieben, welcher Titel Baptizats erste Aufgabe sein wird. Die Ernennung selbst ist jedoch ein Signal: Ubisoft setzt auf erfahrene interne Stimmen, um die Reihe nach einer turbulenten Phase zu stabilisieren.
Kontext: Die Rückkehr Baptizats folgt auf eine Phase, in der Ubisoft mehrere Studioschließungen und Umstrukturierungen ankündigte. Assassin’s Creed Shadows war nach Verzögerungen zuletzt gut aufgenommen worden — die Marke steht trotzdem unter Beobachtung.
Was Fans von der Rückkehr erwarten können
Baptizats Handschrift ist gut dokumentiert. Black Flag setzte auf offene Seegefechte und Freiheit; Valhalla auf Skalierbarkeit und Open-World-Dichte. Das Dead-Space-Remake bewies, dass er auch mit eng gesetzten Designentscheidungen, Atmosphäre und Pacing umgehen kann. Diese Kombination könnte der Reihe zugutekommen, wenn sie ihren nächsten Schritt plant.
Was Baptizat konkret verändern will und in welche Richtung Assassin’s Creed designerisch geführt wird, ist bislang offen. Guesdon signalisiert aber klare Zuversicht — und für viele Fans ist allein die Rückkehr eines vertrauten Namens ein positives Zeichen in einer Zeit der Unsicherheit rund um Ubisofts Zukunft. Ubisoft steht in den nächsten Monaten vor wichtigen Entscheidungen — mit Baptizat an Bord hat die Reihe zumindest wieder eine klare spielerische Führungsperson. Mehr zu Gaming-Entwicklern, Studios und Studionews in unserem Gaming-Bereich.