500 Gramm. Genau diese halbe Kilogramm trennt das neue FLIT M2i vom Brompton Electric T Line – dem bisher leichtesten faltbaren Premium-E-Bike auf dem Markt. Und beim Preis klafft eine noch größere Lücke: 2.999 Pfund (rund 3.560 Euro) statt 5.799 Pfund für das Brompton. Der britische Hersteller FLIT aus Cambridge hat das M2i vorgestellt und bezeichnet es als das leichteste vollständig faltbare Premium-E-Bike der Welt.
Warum 13,3 Kilogramm beim Pendeln den Unterschied machen
Die meisten Falt-E-Bikes pendeln zwischen 20 und 25 Kilogramm. Bei diesem Gewicht wird das Tragen über Treppenstufen, ins Zugabteil oder durch enge Drehtüren schnell zur Tortur. Das M2i bricht mit dieser Einschränkung. 13,3 Kilogramm – das ist ein Gewicht, das sich auch nach einer langen Arbeitswoche noch problemlos tragen lässt.
Zusammengeklappt misst das Rad 797 × 600 × 305 Millimeter – kompakt genug für die Gepäckablage im Regionalzug. Und anders als viele Konkurrenten lässt es sich im gefalteten Zustand auf seinen eigenen Rädern rollen, was auf belebten Bahnsteigen einen erheblichen Unterschied macht.
Gegenüber dem Standardmodell M2, das 14,5 Kilogramm wiegt und für 2.749 Pfund erhältlich ist, spart das M2i 1,2 Kilogramm ein. Das klingt nach wenig – wer aber regelmäßig mit dem Rad in der Bahn unterwegs ist, weiß, wie viel ein Kilogramm am Ende eines langen Tages bedeutet.
StVZO-konform: Mit einem 250-Watt-Hecknabenmotor und Unterstützung bis 25 km/h fällt das M2i als Pedelec ohne Zulassungspflicht – in Deutschland damit genauso nutzbar wie ein normales Fahrrad. Kein Führerschein, keine Versicherungspflicht.
Klebebindung statt Schweißen – Technik aus dem Flugzeugbau
Das Geheimnis hinter dem Gewichtsrekord liegt nicht in exotischen Materialien wie Titan oder Carbon, sondern in der Fertigungsmethode. FLIT setzt auf strukturelle Klebetechnologie statt traditionellem Schweißen – ein Verfahren, das in der Luft- und Raumfahrt sowie im Hochleistungsautomobilbau längst etabliert ist.
Klebeprozesse vermeiden den Hitzeverzug, der beim Schweißen unweigerlich entsteht, und erlauben präzisere Ausrichtungen der Rahmenbauteile. Das Ergebnis: ein steiferer, leichterer Rahmen aus 6061-Aluminium, gefertigt in Cambridge. Entwickelt hat FLIT das Verfahren mit Unterstützung von Innovate UK, der Royal Academy of Engineering und dem Advanced Propulsion Centre.
„Wir wollten kein 13-Kilo-Rad bauen, das nur auf der Waage gut aussieht. Ein Klapp-E-Bike beweist seinen Wert, wenn man es Treppenstufen hochträgt oder es in einen überfüllten Pendlerzug quetscht.“ – Alex Murray, Managing Director FLIT
Premium-Komponenten und was das M2i im Detail bietet
Das Gewicht spart FLIT nicht nur durch den Rahmen, sondern auch durch sorgfältig gewählte Anbauteile. Im Vergleich zum M2 stecken im M2i Komponenten, die laut Hersteller einen Mehrwert von über 875 Pfund ausmachen: hydraulische Hope-XCR-Pro-X2-Scheibenbremsen aus britischer Fertigung, Goodyear-Eagle-F1-R-Reifen, ein Fizik-Vento-Antares-R3-Sattel, TPU-Schläuche und eine Hohlbolzen-KMC-Kette.
Den Antrieb übernimmt ein 250-Watt-Hecknabenmotor mit maximal 35 Nm Drehmoment. Der herausnehmbare 230-Wh-Akku mit LG-Zellen (36 V, 6,4 Ah) soll bis zu 50 Kilometer Reichweite liefern – je nach Assistenzstufe, Gelände und Fahrergewicht. Integrierte Vorder- und Rücklichter sind serienmäßig, ebenso die Möglichkeit, den Akku auch außerhalb des Fahrrads aufzuladen.
Der Preis liegt bei 2.999 Pfund – in Deutschland entspricht das zum aktuellen Kurs rund 3.560 Euro. Das ist kein Schnäppchen, aber angesichts der Spezifikationen und des direkten Vergleichs mit dem Brompton Electric T Line (5.799 Pfund) ein anderes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das M2i ist in einer limitierten Erstauflage bestellbar; FLIT plant weitere Chargen, sobald die Kapazitäten steigen. Wer ein älteres FLIT-Modell besitzt, kann es in Zahlung geben.
Ob die Klebetechnologie langfristig den Weg in günstigere Preissegmente findet, bleibt abzuwarten. Was FLIT mit dem M2i bewiesen hat: Das leichteste faltbare Premium-E-Bike muss weder aus Titan bestehen noch ein Vermögen kosten – manchmal reicht ein kluger Blick in andere Ingenieurdisziplinen.