„Das Spiel gilt als tot“ – dieser Satz begleitete 1666: Amsterdam über viele Jahre. Jetzt gibt es einen konkreten Termin: Das Action-Adventure von Assassin’s-Creed-Schöpfer Patrice Désilets startet am 25. August 2026 in den Early Access auf Steam und im Epic Games Store. Der Preis liegt bei rund 30 Dollar. Eine kostenlose Prolog-Version ist bereits spielbar und macht einen ersten Eindruck von der Welt möglich.

Was die Early-Access-Version enthält

Die Early-Access-Version von 1666: Amsterdam umfasst laut Désilets rund zehn Stunden Spielzeit – und damit weniger als die Hälfte des geplanten Gesamtumfangs der Vollversion. Entwickler Panache Digital Games zeigt sich dabei bewusst offen, was die Dauer der Early-Access-Phase angeht: Intern existiert ein Zieldatum, aber die Community soll Einfluss auf Tempo und Richtung der Entwicklung haben. Die Phase wird mindestens ein Jahr dauern, so Désilets.

Wer die Early-Access-Version kauft, erhält später automatisch auch die Vollversion ohne weiteren Aufpreis. Konsolenversionen für PS5 und Xbox Series sind geplant, ein Termin steht aber noch nicht fest.

„Das ist weniger als die Hälfte des Umfangs, den Panache für die Vollversion plant.“ – Patrice Désilets über die Early-Access-Version

Drei Zeitebenen, zwei Figuren, eine magische Verbindung

Das Spieldesign von 1666: Amsterdam funktioniert über drei miteinander verwobene Zeitebenen: Im Jahr 1666 spielt man die Hexe Noa, die durch die Gassen des historischen Amsterdams streift und mit Magie sowie einem Besenstiel gegen ihre Feinde vorgeht. Im Jahr 1999 übernimmt man Aaron, einen gewöhnlichen Zivilisten. In der Gegenwart schlüpft man in die Rolle von Noas Nachfahrin, die die gemeinsame Geschichte beider Figuren erforscht.

Das verbindende Element: Noa und Aaron sind durch magische Kräfte untrennbar miteinander verknüpft. Im Jahr 1666 begleitet Aaron die Hexe in Katzengestalt als ihr Vertrauter. 1999 kehrt sich das Verhältnis um – Noa begleitet Aaron als Katze. Die Doppelrolle und der Perspektivwechsel zwischen den Zeitebenen sind der Kern der Erzählstruktur. Fünf Previewberichte von internationalen Outlets hoben das visuelle Design besonders hervor, stellten aber auch Fragen über die Kampfmechanik.

Der lange Weg zum Release: Streit mit Ubisoft, Neustart, Comeback

1666: Amsterdam hat eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte. Das Projekt geht auf Patrice Désilets zurück, der nach seinem Abgang bei Ubisoft als Schöpfer der Assassin’s-Creed-Reihe einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem Konzern austrug. Streitpunkt war unter anderem das Eigentum an 1666: Amsterdam – Ubisoft hatte das Projekt in der Schublade gelassen, nachdem Désilets das Unternehmen verlassen hatte.

Nach einer außergerichtlichen Einigung übernahm Désilets die Rechte zurück und gründete Panache Digital Games, um das Spiel eigenständig weiterzuentwickeln. Mehrere Trailer in den vergangenen Jahren hielten das Interesse wach – ohne je einen konkreten Termin zu liefern. Ein kostenloser spielbarer Prolog auf Steam änderte das: Er machte das Hexen-Abenteuer erstmals greifbar und sorgte für starke Aufmerksamkeit in der Community.

Mit dem Early-Access-Start am 25. August endet eine außerordentliche Entwicklungsgeschichte – zumindest ihr erster Akt. Was Panache und Désilets aus dem Community-Feedback machen werden, entscheidet die zweite.

Erfreulich für Käufer: Désilets bestätigte, dass die gemeldeten KI-Platzhalter-Assets aus der Prolog-Version inzwischen entfernt wurden und in der Early-Access-Version kein solcher Inhalt vorhanden ist. Das war ein Kritikpunkt gewesen, der in der Community für Diskussionen gesorgt hatte.

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