178 Gramm – so konkret lässt sich der Gewichtsvorteil des neuen WH-R9370-C36 gegenüber seinem Vorgänger beziffern. Shimano hat seine Premium-Laufradserie vollständig neu aufgestellt: Die neue Dura-Ace WH-R9370 Generation bringt fünf Modelle mit Carbon-Speichen, einer einheitlichen 23-mm-Innenmaulweite und spürbar reduzierten Gewichten. Die Laufräder lösen die bisherige Dura-Ace R9270 Generation ab – ein Wechsel, der in mehreren technischen Dimensionen gleichzeitig Fortschritte liefert.
Was Carbon-Speichen beim WH-R9370 konkret verändern
Der entscheidende Schritt der neuen Generation ist der konsequente Einsatz von Carbon-Speichen über alle fünf Modelle hinweg. Das ist keine Geschmackssache: Carbon-Speichen sind leichter als vergleichbare Stahl- oder Aluminium-Varianten und reduzieren die rotierende Masse direkt an der Felge – dem Bereich, wo Gewichtsersparnis am spürbarsten wirkt.
Gleichzeitig sind sie steifer: weniger torsionale Nachgiebigkeit beim Antritt, direktere Kraftübertragung, schnelleres Beschleunigungsverhalten. Ihr flaches Profil schneidet aerodynamisch günstiger durch die Luft als runde Doppelbutted-Stahl-Speichen, was bei höheren Geschwindigkeiten den Newton-Widerstand messbar senkt.
Shimano setzt auf zwei Speichenprofile. Die Super-Aero-Variante misst 5,2 × 0,8 mm – extrem flach, für maximale Windschlüpfigkeit optimiert. Das Aero-Profil (4 × 1,1 mm) bietet etwas mehr Querschnitt für Stabilität bei böigem Seitenwind. Welches Profil in welchem Modell verbaut wird, richtet sich nach dem jeweiligen Einsatzbereich.
Die einheitliche Innenmaulweite von 23 mm gilt für alle Speichenlaufräder der Serie, ausgelegt für Reifen zwischen 28 und 30 mm Breite. Das Lagersystem setzt auf Cup-and-Cone mit austauschbaren Lagerschalen, was die Wartung im Vergleich zu vielen proprietären Systemen deutlich vereinfacht.
Wartungsvorteil: Austauschbare Lagerschalen bedeuten: Verschleiß erfordert keinen Naben-Komplettaustausch. Das ist bei Dura-Ace-Niveau ein bewusster Entscheid für Langlebigkeit statt Wegwerflogik.
Fünf Modelle für Rennrad, Triathlon und Zeitfahren
Die WH-R9370 Serie deckt mit fünf Varianten unterschiedliche Disziplinen ab.
Das C36 (1.172 g) ist der leichteste Laufradsatz der Serie – 178 g weniger als der direkte Vorgänger. Mit 18 Speichen vorne, 21 hinten und 29,4 mm Außenbreite ist es die erste Wahl für bergiges Terrain, Kletterrennen und Granfondos mit viel Höhenmetern.
Das C50 (1.302 g) übernimmt die Allrounder-Rolle: 31,0 mm Außenbreite vorne, 32,0 mm hinten. Es balanciert Gewicht und Aerodynamik für gemischte Streckenprofile – das Modell, das für die meisten Rennradfahrer den besten Kompromiss bietet.
Das C60 (1.391 g) erzielt den größten Gewichtsvorteil gegenüber dem Vorgänger: minus 220 g. Mit 31,5 × 32,3 mm Außenbreite und 24 Speichen hinten ist es auf flache Rundkurse und aerodynamisch günstige Etappen ausgelegt.
Das C99 (792 g) ist ausschließlich als Vorderrad verfügbar. 99 mm Felgenhöhe, 16 Super-Aero-Carbon-Speichen mit 5,2 × 0,8 mm – für Zeitfahren und Triathlon, wo Aerodynamik im Flachen direkt in Sekunden gemessen wird.
Das Scheibenrad (WH-R9370-D-TL-R, 987 g) schließt die Serie als Hinterrad-only-Option ab. Die klassische TT-Kombination aus C99 vorne und Scheibenrad hinten liefert maximale aerodynamische Effizienz im Wettkampf.
September 2026: Marktstart und offene Preisfrage
Shimano plant die ersten Auslieferungen für September 2026 – regional gestaffelt, konkrete Märkte bisher nicht präzisiert. Die Distribution läuft über zwei Kanäle: OEM-Verbau in Komplettbikes und Einzelverkauf als Aftermarket-Komponente.
Endverbraucherpreise hat Shimano nicht kommuniziert. Das ist im Dura-Ace-Segment wenig überraschend – offizielle Preise folgen gewöhnlich kurz vor dem Liefertermin. Im Vergleichsfeld für Premium-Carbon-Rennradlaufräder liegen Sets dieser Klasse typischerweise zwischen 2.000 und 4.000 Euro, je nach Modell und Markt.
Ob die WH-R9370 Serie SRAM und andere Wettbewerber im Premiumsegment unter Druck setzt, werden die ersten Tests ab Herbst 2026 zeigen – wenn die Laufräder im Profi-Peloton und bei ersten Privatfahrern auf der Straße rollen.