Ein Rennrad, das aussieht wie jedes andere — aber bergauf plötzlich deutlich schneller fährt, als die Beine eigentlich erlauben würden. Genau das soll der TQ HPR40 ermöglichen. Der Mittelmotor des bayerischen Herstellers TQ wiegt gerade einmal 1.170 Gramm und wurde von Grund auf für Dropbar-Bikes entwickelt. Vier Hersteller haben ihn inzwischen in ihre Rennradrahmen integriert: BMC, Canyon, Ridley und Scott.
Was den HPR40 von anderen E-Bike-Motoren unterscheidet
Der HPR40 liefert maximal 40 Nm Drehmoment und 200 Watt Unterstützungsleistung — zahlen, die auf dem Papier bescheiden klingen, in der Praxis aber anders wirken. Wer mit 200 Watt Eigenleistung in die Pedale tritt, fährt mit dem HPR40 plötzlich mit 400 Watt — ein Leistungsniveau, das im unassistierten Radsport der Profisphäre vorbehalten ist. Ab 25 km/h entkoppelt der Motor vollständig, sodass das Fahrverhalten oberhalb dieses Schwellenwerts dem eines klassischen Rennrads entspricht.
Das Gesamtsystem inklusive 290 Wh Akku und Peripherie bringt 2.700 Gramm auf die Waage. Die drei Fahrmodi bieten folgende Reichweiten:
Eco: 130 km / 2.000 Hm · Mid: 100 km / 1.700 Hm · High: 80 km / 1.200 Hm. Optional lässt sich die Reichweite mit einem 160 Wh Range Extender verlängern — im Format einer 500-ml-Wasserflasche.
Antriebstechnisch setzt TQ auf das patentierte Harmonic Pin Ring-Getriebe, bei dem deutlich mehr Zähne gleichzeitig im Eingriff stehen als bei herkömmlichen Planetengetrieben. Das sorgt für eine kompakte Bauform und reduziert Verschleiß.
Die vier aktuellen Modelle im Überblick
BMC Teammachine 01 AMP ist das leichteste der vier Bikes: 9,4 kg in Größe 54 beim Topmodell ONE mit Shimano Dura Ace Di2 und DT Swiss ARC 1100 Laufrädern. Als einziges der vier Modelle besitzt das Teammachine ein 2-Zoll OLED-Oberrohrdisplay. Drei Ausstattungsvarianten stehen zur Wahl, Preise reichen von 7.999 bis 12.999 Euro.
Canyon Endurace:ONfly ist die budgetfreundlichste Option: Das Einstiegsmodell CF 6 startet bei 4.499 Euro. Trotzdem bietet Canyon in der SUB-10-Konfiguration mit Shimano Dura Ace Di2 und DT Swiss ERC 1100 ein Gewicht von 9,86 kg bei 9.999 Euro. Besonderheit: Alle Varianten verfügen über integrierte Beleuchtung, die vom 290 Wh Akku gespeist wird. Vier Ausstattungsvarianten, Preise von 4.499 bis 9.999 Euro.
Ridley E-Noah ist das Aero-Modell der Gruppe. Im voluminös geformten Carbon-Rahmen fällt der schmale HPR40 kaum auf. Ridley bietet das E-Noah nicht nur in festen Ausstattungsvarianten an, sondern ermöglicht eine individuelle Konfiguration — bis hin zur Kombination mit DT Swiss ARC 1600 Felgen und 55 mm Carbonfelgentiefe. Preise beginnen bei 7.099 Euro.
Scott Fastlane setzt auf ein sportliches Gesamtkonzept: Der Carbonrahmen verbirgt den 290 Wh Akku im Unterrohr, Rücklicht, Schaltung und Motor werden vom selben Akku versorgt. Das Topmodell Premium kommt mit Zipp 353 NSW Laufrädern auf unter 10 kg und kostet 11.999 Euro. Das Einstiegsmodell liegt bei 6.799 Euro und 11,1 kg.
Preisrange im Überblick: Canyon ab 4.499 Euro · Scott ab 6.799 Euro · BMC ab 7.999 Euro · Ridley ab 7.099 Euro. Alle vier Modelle sind aktuell im Handel erhältlich.
Für wen lohnt sich ein E-Rennrad mit HPR40-Motor?
Der HPR40 richtet sich nicht an Fahrer, die möglichst viel Unterstützung wollen. Er richtet sich an Fahrer, die bestimmte Strecken überhaupt erst wieder fahren können — weil Knie, Rücken oder Trainingsstand das bisher verhindert haben. Oder an Fahrer, die einfach weiter kommen wollen, ohne zwangsläufig mehr zu trainieren.
Die Kombination aus geringem Systemgewicht und diskreter Integration macht den HPR40 zum bisher überzeugendsten Versuch, E-Antrieb und Rennrad-Ästhetik zu versöhnen. Ob das für die eigene Nutzung stimmt, entscheidet letztlich das Budget und der Fahrstil — aber die Auswahl wird mit vier aktuellen Modellen erstmals konkret.
Wer grundsätzlich auf der Suche nach aktuellen Neuheiten rund ums Rad ist, findet weitere Berichte in der Cycleholix Radsport-Übersicht.