Warum hat das vorher niemand gemacht? Diese Frage stellt sich unweigerlich, nachdem man Star Wars: Zero Company ein paar Stunden gespielt hat. Ein rundenbasiertes Taktikspiel im Star-Wars-Universum – die Idee ist so naheliegend, dass es fast überrascht, dass Bit Reactor die Ersten sind, die sie ernsthaft umsetzen. Und nach dem, was im Preview zu sehen war: Sie haben es richtig gemacht.

Klonkriege, Söldner und der Kult der Infinite Coil

Zero Company spielt während der Klonkriege – irgendwo zwischen Episode II und Episode III – und stellt euch in die Haut von Hawks, einem ehemaligen Offizier der Republik. Nach einer schiefgelaufenen Mission hat Hawks den Dienst quittiert und die Zero Company gegründet: eine Gruppe von Söldnern, tief verschuldet beim Hutt-Kartell.

Der Aufhänger, der Hawks und sein Team aus der Schuldenkomfort-Zone treibt: ein Geheimdienstauftrag der Republik. Das Ziel ist die Infinite Coil – ein fanatischer Kult, der mit den Separatisten verbündet ist und eine geheimnisvolle Seuche namens Shadow Plague einsetzt, um ganze Welten zu infiltrieren. Anführerin des Kults ist Kundri Fathom, deren Verbindung zur Macht noch unklar bleibt.

Die Geschichte ist vielschichtig genug, um zu tragen – Bit Reactor setzt auf zahlreiche Zwischensequenzen und Third-Person-Erkundungen, die den Figuren Tiefe geben. Hawks lässt sich zu Beginn nach Wunsch als Mann oder Frau spielen, der Charaktereditor bleibt aber vergleichsweise schlank.

Rundenbasierte Taktik, die ihr aus XCOM kennt – und schätzt

Der Kern von Zero Company ist unverkennbar XCOM-inspiriert, und das ist explizit ein Kompliment. Rundenbasierte Kämpfe, Deckungssystem, Overwatch-Mechanik, Aktionspunkte pro Einheit – die Struktur sitzt. Bit Reactor wurde unter anderem von Greg Foertsch gegründet, einem Veteran der Firaxis-Taktik-Ära, der das Spielgefühl von XCOM mitgeprägt hat.

In der Praxis bedeutet das: Ihr bringt eure Kämpfer in Position, analysiert feindliche Bewegungen, nutzt Spezialangriffe und Gadgets – Granaten, Raketenwerfer, Medipacks – und wählt weise, wofür ihr eure Aktionspunkte ausgebt. Verstärkung rückt aus bestimmten Punkten nach, Explosionen formen das Schlachtfeld dynamisch. Das fühlt sich schön taktisch an, auch bei mittelhohem Schwierigkeitsgrad.

Release: Star Wars: Zero Company erscheint am 27. August 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Entwickler: Bit Reactor und Respawn Entertainment. Publisher: EA und Lucasfilm Games.

Permadeath, Trefferchancen und dritte Perspektive

Wer XCOM kennt, kennt auch das Gefühl: 80 Prozent Trefferchance – daneben. In Zero Company ist das genauso Teil des Erlebnisses. Im Preview passierte es zweimal hintereinander in derselben Situation. Nicht schön, aber authentisch für das Genre. Wer diese Art von zufallsbasierten Momenten meidet, sollte das im Kopf behalten.

Dazu kommt: Permadeath ist standardmäßig aktiviert. Jede Figur außer Hawks kann dauerhaft sterben. Das schafft echten emotionalen Einsatz, zumal Bit Reactor viel Arbeit in die Nebenfiguren gesteckt hat. Wer sich an seine Squadmitglieder gewöhnt hat, wird auf Teufel komm raus vermeiden, sie zu verlieren – das ist gutes Spieldesign.

Zwischen den Einsätzen wechselt Zero Company in die Third-Person-Perspektive. Ihr steuert Hawks durch eure Operationsbasis, führt Gespräche, sucht Missionen aus und kümmert euch um Ausrüstung. Kein reines Menü-Durchklicken: Es gibt Momente der Entschleunigung, die die Geschichte weiterspinnen, neue Charaktere einführen und Raum für Atmosphäre lassen. Für ein Taktikspiel ist das ein deutliches Plus.

Preview-Fazit: Bit Reactor liefert

Star Wars: Zero Company ist nach mehreren Stunden Preview genau das, was es sein sollte – ein ernstzunehmendes, gut konstruiertes Taktikspiel im Star-Wars-Universum. Bit Reactor bringt das Genre-Wissen aus der XCOM-Ära mit und verknüpft es mit einer Geschichte, die mehr Tiefe hat als erwartet. Das Spiel wirkt poliert, die taktischen Systeme greifen, und der Clone-Wars-Rahmen passt überraschend gut.

Ob Zero Company das Taktik-Genre wirklich einem breiteren Publikum öffnet, wird der 27. August zeigen. Für Fans von XCOM und Star Wars gilt schon jetzt: Das hier verdient volle Aufmerksamkeit.