Elf Jahre. So lange warten Bloodborne-Fans auf eine zweite Chance — sei es als PS5-Remaster, als PC-Port oder als natives 60-fps-Upgrade. FromSoftware und Sony haben nichts dergleichen geliefert. Und nun hat sich jemand geäußert, von dem man eigentlich Insiderwissen erwartet hätte: Shuhei Yoshida, früherer Präsident der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios, sagt: Er weiß es auch nicht.

Yoshidas Aussage auf der CEDEC 2026

Während seiner Keynote auf der Computer Entertainment Developers Conference (CEDEC) 2026 in Japan sprach Yoshida über die wichtigsten Spiele seiner langen Karriere — und kam dabei auf Bloodborne zu sprechen. Seine Worte dort waren ungewöhnlich direkt: „Dieses Spiel hat weltweit wahnsinnig viele Fans, und trotzdem gibt es immer noch keine PS5-Version. Die PlayStation-First-Party-Teams veröffentlichen ständig Remaster und Ähnliches — warum haben sie dieses Spiel dann noch nicht veröffentlicht? Auch eine PC-Version fehlt. Ich werde ständig gefragt. Nun, das bleibt ein Rätsel.“

„Es könnte in der Zukunft veröffentlicht werden oder auch nicht. Vielleicht wird ein Nachfolger entwickelt, vielleicht auch nicht. Als Fan hoffe ich wirklich sehr, dass es veröffentlicht wird.“ — Shuhei Yoshida, CEDEC 2026

Yoshida, der von 2008 bis 2019 alle First-Party-Entwickler von Sony leitete, ist kein unbeteiligter Beobachter. Er kannte die internen Entscheidungsprozesse. Dass er sich heute öffentlich ratlos zeigt, legt nahe: Entweder ist er nach seinem Ausscheiden 2021 tatsächlich nicht mehr eingeweiht — oder die Gründe für Bloodbornes Stasis sind auch intern nicht klar kommuniziert.

Wer blockiert den Port? Miyazaki als Schlüsselfügur

Hinter den Kulissen deuten Berichte auf eine komplizierte Gemengelage hin. Laut Informationen, die mehreren Gaming-Medien vorliegen, liegt ein möglicher Grund nicht bei Sony, sondern bei FromSoftware — konkret bei Hidetaka Miyazaki, dem Schöpfer von Bloodborne. Miyazaki soll das Spiel in besonders hohem Maße als sein Werk empfinden und deshalb darauf bestehen, an einem möglichen Remaster oder Remake beteiligt zu sein. Da er aktuell mit anderen Projekten ausgelastet ist, bleibt Bloodborne in der Warteschleife.

Miyazaki selbst sagte 2024, er würde eine PC-Version begrüßen und auch andere bei FromSoftware würden das so sehen. Konkret bestätigt hat er damit jedoch nichts. Anfang 2026 berichtete Journalist Jason Schreier, dass ein Remake von Bloodborne bei Bluepoint Games — dem Sony-Studio, das zuletzt Demon’s Souls für die PS5 neu aufgelegt hatte — in der Pitch-Phase gewesen sei. Mehr als ein früher Entwurf war es nach aktuellem Stand nicht.

Aktueller Stand: Bloodborne läuft auf der PS5 nur per Abwärtskompatibilität — mit starrer 30-fps-Begrenzung ohne inoffiziellen Framerate-Patch.

Die Community-Lösung und was noch kommen könnte

Während Sony und FromSoftware schweigen, hat die Community selbst gehandelt. Der PC-Emulator ShadPS4 ermöglicht es inzwischen, Bloodborne auf dem Computer in 60 fps und variabler Auflösung zu spielen — ein inoffizieller Proof of Concept, der zeigt, dass das technisch möglich ist und längst passiert.

Für offizielle Versionen bleibt die Lage dünn. Bluepoint arbeitet laut Insiderberichten aktuell an einem anderen Projekt. Miyazaki ist beschäftigt. Sony hat sich nicht geäußert. Und Yoshida — der Mann, der einst über solche Entscheidungen mit entschied — nennt das alles ein Rätsel. Für eine Community, die seit 2015 wartet, ist das keine Neuigkeit. Aber es ist das deutlichste öffentliche Signal, das je aus dem Sony-Umfeld kam: Niemand ist gegen Bloodborne auf PC. Es gibt nur offenbar auch niemanden, der es gerade macht.

Was bleibt, ist die Frage, wie lange Sony und FromSoftware diesen Zustand aufrechterhalten können. Bloodborne wird regelmäßig in Listen der einflussreichsten Spiele des letzten Jahrzehnts genannt. Das Souls-Genre, das es mitprägte, hat inzwischen Dutzende Nachahmer hervorgebracht. Der Originaltitel selbst bleibt auf einer einzigen Plattform, in einer einzigen Auflösung, mit einer gesperrten Bildrate. Die offizielle Schweigsamkeit steht in zunehmend merkwürdigem Kontrast zu dem, was das Spiel kulturell bedeutet.

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