Ungefähr 12 Stunden brauchte man im Jahr 2019, um den Abspann des ersten Control zu sehen. Bei Control Resonant, dem Sequel des finnischen Studios Remedy, sind diese zwölf Stunden gerade einmal die Hälfte der Hauptstory — und weit weniger als ein Viertel des gesamten Inhalts. Remedy hat damit ein Sequel angekündigt, das in fast jeder messbaren Dimension über den Vorgänger hinauswächst.
Die Zahlen: 30 Stunden Story, 50 Stunden Komplettion
Lead Gameplay Designer Sergey Mohov hat in einem Interview mit TechRadar erstmals genaue Zahlen zur Spielzeit von Control Resonant genannt. Die Haupterfahrung soll rund 30 Stunden dauern, wenn man sich auf die Story konzentriert. Wer darüber hinaus jeden Winkel erkundet, alle Bosse besiegt und sämtliche Geheimnisse aufdeckt, soll mit knapp 50 Stunden rechnen müssen.
Zum Vergleich: Im ersten Control waren Story und 100-Prozent-Komplettion kaum zu trennen. Wer alles gesehen hatte, war nach 15 bis 20 Stunden durch. Das Sequel ist in der reinen Kampagnenlänge bereits mehr als doppelt so umfangreich, beim Vollständigkeitsdurchlauf fast drei Mal so lang. Das ist kein kleines Sequel — das ist ein anderes Kaliber.
„Die Haupterfahrung von Control Resonant sollte rund 30 Stunden dauern. Für einen vollständigen Durchlauf peilen wir etwa 50 Stunden an.“ — Sergey Mohov, Lead Gameplay Designer bei Remedy
Control Resonant erscheint am 24. September 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Remedy hat das Projekt mehrfach als ihr „bislang größtes und ehrgeizigstes“ bezeichnet — und die Spielzeit-Angaben untermauern das zumindest zahlenmäßig.
Kampfsystem mit stärkerem Nahkampf-Fokus
Neben den Zahlen zur Spielzeit sprach Mohov im TechRadar-Interview über die Weiterentwicklung des Kampfsystems. Der Nahkampf wurde im Sequel stärker ausgebaut als im Original, das vor allem auf Telekinese-basierte Projektile und die Dienstwaffe setzte. Mohov beschrieb das Kampfsystem von Control Resonant als etwas, das Spieler in dieser Form noch nicht gesehen haben — eine direkte Weiterentwicklung der Mechaniken des Erstlings, aber mit eigenem Charakter und neuen Möglichkeiten.
Das Original galt als Kritiker- und Spielerliebling, nicht zuletzt wegen seines unverbrauchten Gameplays und seiner außergewöhnlichen Atmosphäre im brutalistischen Gebäude des Federal Bureau of Control. Remedy setzt mit dem Sequel offensichtlich nicht auf eine einfache Fortführung, sondern will das Fundament des Originals sichtbar erweitern und komplexer gestalten.
Release: Control Resonant erscheint am 24. September 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
Kein Vorwissen nötig: Das Spiel erklärt sich selbst
Control Resonant knüpft narrativ sieben Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils an und ist tief im sogenannten Remedy Connected Universe verwurzelt, das unter anderem Alan Wake und Quantum Break umfasst. Trotzdem muss man den Vorgänger nicht gespielt haben, um einsteigen zu können.
Mohov erklärte: „Ich glaube nicht, dass man das erste Control gespielt haben muss, um Resonant zu spielen. Aber wenn man es tut, wird es das Erlebnis bereichern — besonders narrativ.“ Damit Neueinsteiger nicht im Dunkeln tappen, integriert Remedy eine Story-Zusammenfassung direkt im Hauptmenü. Ein Pflichtprogramm für alle, die 2019 den ersten Teil verpasst haben, aber nicht 12 Stunden nachholen wollen.
Das klingt nach einem gut durchdachten Kompromiss: Hardcore-Fans der ersten Stunde bekommen ein voluminöseres Sequel mit mehr Kampftiefe, während Neulinge sanft an die Welt herangeführt werden. Ob das in der Praxis funktioniert, zeigt sich nach dem Release-Termin im September.
Besonders interessant ist die Frage, wie Remedy bei einem 50-Stunden-Spiel die Qualitätsdichte halten will. Remedy-Spiele sind selten flüssige Open-World-Füller — sie leben von dichter Atmosphäre, schräger Inszenierung und unkonventionellen Spielmomenten. Wie das Studio diesen Stil auf das Drei- bis Vierfache seiner bisherigen Spielzeiten ausdehnt, ohne an atmosphärischer Schärfe und narrativer Dichte zu verlieren, ist die eigentliche und entscheidende Kernfrage vor dem September-Release. Remedy hat mit Alan Wake 2 zuletzt bewiesen, dass das möglich sein kann.
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