Wie heißt es doch so schön? „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Aus diesem Anlass hat Vaude eine interessante Bekleidungskombination für die kalte Jahreszeit in ihrer Kollektion. Die Rede ist von der Minaki Jacke und der Minaki Shorts. Ob sie aus schlechten Umwelteinflüssen eine spaßige Tour werden lässt, berichten wir euch hier.

Produktvorstellung/ Erstkontakt

Diese beiden Bekleidungsstücke sind nach dem sogenannten „Hybrid-Prinzip“ aufgebaut, also einem Stretcheinsatz, welcher aus robusten 80% windabweisendem Material besteht und einer leichten Primaloft-Fütterung. Dieser Aufbau der Kleidung soll bei kühlen, aber auch nassen Witterungen für eine angenehme Körpertemperatur sorgen.

Das Hauptmerkmal der Minaki Kombination ist die wärmeisolierende Wattierung aus PrimaLoft. PrimaLoft wurde zu Beginn der 80er Jahre für die US-Army als Ersatz für die Naturdaune entwickelt. Zunächst wurde die synthetische Kunstfaser in Schlafsäcken genutzt, sie fand aber auch schnell ihren Weg in jegliche Kleidung für den Outdoor-Bereich. Der Vorteil von PrimaLoft ist, dass es leicht, robust, hervorragend wärmeisolierend, unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und super atmungsaktiv ist.

Mix aus Primaloft (orange) und Stretch (grau) / Kragen mir Gummizug
Mix aus Primaloft (orange) und Stretch (grau) / Kragen mir Gummizug

Neben der Wattierung soll das Außenmaterial dafür sorgen, dass man sich auf dem Rad bei Wind und Wetter wohlfühlt. Dieses ist nämlich wasser- und schmutzabweisend zugleich sowie zu 80% windabweisend. An der Jacke sind an den Unterarmen und der Rückenpartie elastische Einsätze vernäht, welche für eine optimale Bewegungsfreiheit sorgen und zugleich besser belüften sollen. Ebenfalls zum Zwecke der Belüftung dienen die zwei Napoleontaschen der Jacke. Man kann aber auch einfach eine Kleinigkeit darin verstauen.

Die Jacke besitzt einen ergonomischen, sportlichen Schnitt mit einem verlängerten Rückenteil. Der Saumabschluss ist aus elastischem Material mit rutschfesten Gummiaufsätzen versehen. Der Kragen ist weich gefüttert und mit einem Tunnelzug versehen.

Die Shorts ist am Gesäß und den Knien mit einem robusteren Material verstärkt, damit die Hose weder auf dem Sattel direkt durchscheuert, noch bei Stürzen an der Kniepartie reißt. Außerdem ist die Kniepartie vorne länger geschnitten, als hinten. Dies hat den Vorteil, dass die Hose auch beim Pedalieren die Knie vor Kälte schützt.

An der Beinaußenseite besitzt die Shorts fast durchgängige 2-Wege-Reißverschlüsse. Damit soll das An- und Ausziehen während der Tour erleichtert werden. Außerdem kann man über die seitlichen Reißverschlüsse die Belüftung regulieren. Auf der Rückseite, oberhalb des Gesäßes ist die Hose höher geschnitten, um bis zum Steiß eine Wärmebarriere aufzubauen. Der Bund ist auf der Innenseite mit wärmendem und weichem Futter ausgestattet. Mit je einem Klettverschluss links und rechts kann man die Bundweite stufenlos einstellen.

Die Jacke und die Hose machen einen guten ersten Eindruck. Die Verarbeitung der Materialien wirkt hochwertig. Alle Reißverschlüsse funktionieren sehr leichtgängig und machen einen robusten Eindruck. Die Passform der Hose fällt normal aus, während man bei der Jacke aufgrund des sportlichen Schnitts auch eine Nummer größer ausprobieren kann.

In Action

Vorab muss gesagt werden, dass wir die Bekleidungskombination überwiegend bei niedrigen, einstelligen Plus- und Minusgraden getestet haben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kleidungsstücke bis etwa plus 6°C auch bergauf noch einigermaßen gut funktionieren. Ab dann wird es zumindest bergauf unangenehm warm. Im Minusbereich kann das Thermometer bis auf etwa -8°C sinken. Dies ist definitiv kein einheitlicher Maßstab, soll aber als Orientierung dienen. Unsere Testergebnisse beziehen sich auf diesen Temperaturbereich.

Auffällig ist der Tragekomfort der beiden Bekleidungsstücke. Reichte die Jacke im Stehen an der Front geradeso bis zum Bund, passt sie in Position auf dem Bike genau richtig. Es gibt keinen Materialstau und somit auch keine Falten. Am Rücken ergänzen sich die länger geschnittene Rückenpartie des Minaki Oberteils und die höhergeschnittene Hose, so dass hier kein Wärmebruch an einer kälteempfindlichen Stelle des Körpers auftritt. Auch die Stretchpartien machen sich an der Jacke positiv bemerkbar. Trotz des engen sportlichen Schnitts hat man ein angenehmes Tragegefühl mit ausreichend Bewegungsfreiheit.

Auch bedingt durch den engen Schnitt haben wir lediglich ein langärmliges Funktionsshirt unter der Jacke getragen. Dank der wärmenden PrimaLoft Isolation ist das absolut ausreichend. In dieser Kombination hatten wir stets eine angenehme Temperatur unter der Jacke. Selten kam das Gefühl des Hitzestaus auf. Wurde es dennoch mal zu warm, haben wir sie relativ klein verpackt im Rucksack verstauen können. Das kam allerdings sehr selten vor. Lediglich bei langen Anstiegen und über 6°C haben wir uns der Minaki als äußerste Bekleidungsschicht ab und zu entledigt.

Uns hat super gefallen, dass man unter der Minaki Kollektion sehr schnell auf Betriebstemperatur kommt und man nicht, wie bei anderen Klamotten erst eine wärmende Luftschicht aufbauen muss. Auch kühlt man unter der Minaki in kleineren Pausen nicht so schnell aus.

Das man unter der Jacke schwitzt, lässt sich nicht vermeiden, dies ist auch bei unserer Testjacke der Fall gewesen. Die Minaki weiß aber gut damit umzugehen. Während bei manchen anderen Oberteilen  sich kleine Pfützen oder „Flussläufe“ bilden, ist dies bei der Minaki nicht der Fall. Sie schafft es, die Feuchtigkeit gut aufzunehmen und vom Körper wegzuhalten. Ein unangenehmes, klebriges oder nasses Gefühl hatten wir zu keiner Zeit.

Positives können wir bislang auch über die Verarbeitung sagen. Obwohl wir die Jacke stets mit Rucksack gefahren sind, lassen sich keine Abriebstellen erkennen. Auch ein etwas heftigerer Baum- und Bodenkontakt konnte beiden Minaki Bekleidungsstücken nichts anhaben.

Bis hierin haben wir fast nur über die Jacke berichtet und weniger über die Minaki Shorts. Das fällt unter das Motto:„no news are good news“. Die Hose wusste voll und ganz zu überzeugen. Wie bei der Jacke hatten wir auch unter der Hose stets eine komfortable Wärme. Diese haben wir während unserer Testausfahrten immer mit kurzer Radhose und Beinlingen gefahren. Lediglich einen leichten Abrieb konnten wir an der Hose im Gesäßbereich feststellen. Der längere Schnitt der Hose an der vorderen Seite hat uns sehr gut gefallen, sie bieten den Kniescheiben ein wenig Schutz vor kaltem Fahrtwind. Dem Einsatz von Knieprotektoren steht nichts entgegen. Die Hose ist komfortabel genug geschnitten, so dass sie auch gut über die Protektoren geht.

Passt auch mit Knieprotektoren
Passt auch mit Knieprotektoren

Sowohl der Jacke, als auch der Minaki Hose haben bei unseren Touren auch kleinere Regenfälle nichts anhaben können. Bei starkem, dauerhaftem Regen ist es allerdings ratsam noch eine Regenjacke überzuziehen.

Über den Tellerrand hinaus:

Die Minaki Bekleidungskombination lässt sich bei 30° auch in der Waschmaschine reinigen. Bedingt durch die schmutzabweisende Außenhülle reichen die 30° vollkommend aus. Wir haben die Minaki-Kombi aber auch mal mit 40° gewaschen und konnten kein stärkeres eingehen der Klamotten feststellen.

Fazit:

Vaude ist es mit der Minaki Kombination gelungen, Bekleidung für den Winter auf den Markt zu bringen, die alles mitbringt. Sie hält warm, ist atmungsaktiv, wasser- und schmutzabweisend sowie widerstandsfähig. Außerdem lässt sie sich recht klein komprimieren und man kann die Jacke und Hose auch mal im Rucksack verstauen. Zur Freude liegt die unverbindliche Preisempfehlung mit 160,00€ für die Jacke und 100,00€ für die Hose in einem vertretbaren Rahmen. Zum Ende der Saison werden die beiden Kleidungsstücke sogar schon reduziert auf dem Markt angeboten.

1 Kommentar

  1. Danke für den Test, sind bestimmt gute Stücke. Wenn meine „durch“ sind, ist dein Vorschlag eine Alternative.
    Gru?

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