Wer nicht Stürzt, fährt nicht am Limit wurde mir einst gesagt. Eine ziemlich zutreffende Aussage. Doch in Zeiten wo die Bikes immer potenter werden, immer mehr Sicherheit vermitteln und man mit gefühlten Mach 5 durch den Wald scheppert wird der Grat zwischen Spaß und Katastrophe immer dünner. Genau für solche Situationen, wo wir uns um Kopf und Kragen fahren haben wir das Neck Brace Air von Atlas Brace getestet.

Setup

Bevor wir mit dem Neckbrace durchstarten können, gilt es die passende Größe zu finden. Dazu nehmen wir ein Maßband und Messen den Brustumfang direkt unter den Achseln. Bei gemessenen 92 cm Brustumfang haben wir uns für die Größe „S“ entschieden.

Quelle: Atlas Brace

Sollte das Brace noch nicht genau passen, auch kein Problem. Mit einem 5 mm Inbus Schlüssel hat man schnell die Keile an den Rückenflügeln gelöst mit denen man die Länge um +/- 8 mm anpassen kann. Zusätzlich lassen sich die Flügel in 3 Winkel (-10°, 0, +10°) für einen perfekten Sitz einstellen. Für die Höhenanpassung je nach körperlicher Konstitution und Helm liegen flache und hohe Polster bei, die man Kinderleicht per Klettverschluss tauschen kann.

Zu guter Letzt gilt es noch das Neck Brace am Körper zu fixieren. Hierzu liefert Atlas Brace ihre Hybrid Straps mit die die Befestigung eines X-Straps mit dem Komfort eines Brustgurtes verbinden soll. Wer im Besitz eines Rückenprotektors von Atlas Brace ist, kommt in den Genuss das Neck Brace direkt mit dem Protektor zu verbinden. Bei beiden Arten der Befestigung ist allerdings ein wenig Übung gefragt, da der Clip am Neck Brace sehr straff sitzt und man selten einen Spiegel zur Hand hat um zu sehen was man tut. Nach kurzer Eingewöhnung hat man den Trick aber raus und kann die Protektoren blind miteinander verbinden.

Auf der Strecke

Vorbei sind die Zeiten in denen ein Neck Brace den Bewegungsspielraum einschränkt. Das Neck Brace Air sitzt so luftig, leicht auf den Schultern, dass man es auf den ersten Metern im Trail schon gar nicht mehr wahrnimmt. Das sollte sich im Verlauf des Tests auch nicht ändern, egal welches Hindernis sich in den Weg stellte. Weder im Tiefflug durch Steinfelder, wo der Kopf gern mal zwischen den Schultern verschwindet, noch bei schnellen Kurvenwechsel in Anliegern haben wir uns in der Bewegung eingeschränkt gefühlt. Dank der flexiblen Verbindung der Rückenflügel kann sich das Neck Brace jeder Fahrsituation anpassen. Das wir dennoch im Falle eines Sturzes einen mechanischen Anschlag haben der unser Genick schützt, vermittelt Sicherheit auf rauen Strecken.

Mit nachgewogenen 641 Gramm hat das Air seinen Namen redlich verdient

Ganz nach dem Motto „Regen ist flüssiger Sonnenschein“, kann man sich mit dem Neck Brace Air auch in das schlimmste Wetter trauen. Dank glatter Oberflächen kann man es ganz einfach mit einem Gartenschlauch abspritzen und sich direkt der nächsten Schlammschlacht hingeben. Für eine Grundreinigung kann man die Schulterpolster dank Klettverschluss kinderleicht entfernen.

Schnell zerlegt und eingestellt

Tragekomfort

Die Kombination aus Neck Brace und Atlas Guardian Rückenprotektor bildet eine perfekte Einheit. Man merkt beim ersten Aufsetzen sofort das beide Teile zusammen entwickelt wurden, um den größt möglichen Komfort zu bieten. Die großzügigen Kontaktflächen auf Brust und Rücken geben dem Neck Brace idealen Support und verhindern zusätzlich ein verrutschen. Das absolute Highlight ist dabei die direkte Verbindung des Neck Brace mit der Protektorenweste, die wir im Einzeltest des Rückenprotektors bereits erwähnt haben. Das sieht nicht nur sehr schick aus, sondern trägt sich auch sehr unauffällig.

Ihr habt kein Rückenprotektor von Atlas? Kein Problem! Mit den mitgelieferten Hybrid Straps lässt sich das Neck Brace natürlich auch mit anderen Protektoren tragen, allerdings gestaltet sich das Einkleiden dabei ein wenig aufwendiger, da man zuerst die über Kreuz liegenden Bändern überziehen muss. Die Hybrid Straps kommen in Einheitsgröße, sind dank großer Verstellmöglichkeiten aber leicht auf jede Größe anpassbar. Die Möglichkeit andere Rückenprotektoren zu nutzen ist also gegeben, aus unserer Sicht macht es aber am meisten Sinn beide Produkte von Atlas Brace zu nutzen, da sie perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Der Verschluss befindet sich sehr gut erreichbar auf der Unterseite und gibt beim Öffnen und Schließen ein definiertes „Klick“ Geräusch von sich, so dass kein Zweifel über seinen Zustand offen bleibt. Selbst mit dicken Handschuhen lässt sich der Knopf leicht finden und öffnen. Den faulen Leuten unter uns sei gesagt, dass es auch problemlos möglich war das Neck Brace im geschlossen Zustand einfach über den Kopf zu ziehen.

Der Verschluß ist versteckt und dennoch super erreichbar.

Fazit

Ob Downhill Racer, Freerider oder Hobbyfahrer der gerne an sein Limit geht, für uns gehört das Neckbrace einfach zur Schutzausrüstung dazu. Der hervorragende Tragekomfort in Kombination mit dem Atlas Guardian Rückenprotektor lässt dabei schnell vergessen, dass man es überhaupt trägt. Mit einem attraktivem Preis von 299 € (UVP) positioniert sich Atlas Brace sehr gut am Markt und setzt die Hemmschwelle für einen Kauf vielleicht für den einen oder anderen herab, dem ein Neckbrace bisher zu teuer war.


Text und Bilder: Thomas Kappel
Weitere Informationen: MRC Trading, Atlas Brace

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Thomas
Laufen war noch nie Thomas sein Ding. In seiner Jugend war er viel auf Skateboard oder Inline Skates unterwegs und jetzt nur noch auf dem Bike. Auch heute noch läuft er nur freiwillig, wenn es darum geht sein Rad unfahrbare Passagen hoch zu bekommen. Die meiste Zeit findet man ihn auf seinem Enduro auf flowig bis technischen Trails. ///Daten, Fahrstil und Vorlieben: 1,63 m groß, 66 kg (fahrfertig). Fahrstil am liebsten beide Räder am Boden und Vollgas mit tendenz im Trail zu spielen. Vorliebe für Naturtrails, ruppig bis technisch

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