Dass die Region Nauders/Reschen uns schon länger begeistert ist kein wirkliches Geheimnis mehr. Die Trails sind mit viel Engagement und Fachwissen angelegt worden und der Liftverbund ermöglicht es dem interessierten Biker etliche Tiefenmeter an nur einem Tage zu sammeln. Wer noch eine Schippe drauf legen möchte, nimmt sich dem ganzen in Rennatmosphäre an. Hier gibt es ein Event, was genau diese Zielgruppe anspricht. Das 3-Länder Enduro Race powered by Alutech bietet in zwei Tagen auf neun Stages so ziemlich alles, was das Enduristen Herz begehrt. Auf Einladung von Alutech haben wir uns kurz vor der Eurobike in die Sättel begeben, um euch unsere Erfahrung zu schildern.

Im Prolog konnte man sich im Vorfeld eine Startzeit sichern. Wer nicht teilnehmen wollte, startete einfach entspannt etwas später.
Im Prolog konnte man sich im Vorfeld eine Startzeit sichern. Wer nicht teilnehmen wollte, startete einfach entspannt etwas später.

Das Rennen findet über drei Tage statt. Der Freitag dient zur Anmeldung bzw. Abholung der Startunterlagen und natürlich dem freien Training. Es gibt Vorschläge, welche Stages man sich evtl. vor dem Rennen anschauen sollte und eine Empfehlung, dass man nicht alle neun trainieren sollte. Wer das doch macht, ist ziemlich sicher am nächsten Tag platt. Wer die Trails rund um die Region kennt, kann sich sein Training frei einteilen oder einfach die Beine hoch legen. Am Abend fand noch ein freiwilliger Prolog statt, der dazu diente die Startreihenfolge am Samstag festzulegen. Auf Wunsch des Hauptsponsors aus dem hohen Norden, Alutech, wurde extra ein Küstenabschnitt integriert.

Die Küstenlinie... ;-)
Die Küstenlinie… 😉
Samstag – Stage 1 (3-Länder-Trail)

Grundsätzlich startete das Rennen an der Event-Area in Reschen. Von dort führte der erste Transfer zur Schöneben Bergbahn. Mit dem Lift ging es die ersten Höhenmeter hinauf, bevor es über Asphalt wieder einige Meter hinab ging. Und da es bei einem Enduro-Rennen auch einige Höhenmeter aus eigener Muskelkraft zu überwinden gilt, führte die Transferstrecke wieder einige Höhenmeter über Schotterpisten zum Startpunkt der ersten Stage auf Höhe der Reschner Alm. Durch die absolvierten Höhenmeter des Transfers, ist man auf jeden Fall warm gefahren und bereit. Die erste Stage beginnt fast schon flowig und bietet vorerst keine bösen Überraschungen. Man kann es durchaus laufen lassen und so den kurzen Gegenanstiegen ihren Schrecken nehmen. Unerwartet knackig wird es im letzten Drittel der Stage, als sich der Trail in ein Meer von Wurzeln in Kombination mit leichter Feuchtigkeit verwandelt. Hier galt es die Nerven zu bewahren und den Lenker festzuhalten. Den Rest erledigten Rad und Fahrwerk und die rechte, obere Line erwies sich als beste Wahl um heil in das Ziel zu kommen. Egal wie entspannt man vorher war, nach der Stage waren Kopf und Beine auf jeden Fall voll da. Anspruch des Trails – S2.

Entspannt zum Einstieg der ersten Stage.
Entspannt zum Einstieg der ersten Stage.
Samstag – Stage 2 (Kreuzmoos-Trail)

Nach einem kurzen Transfer ging es auch direkt in den Start der zweiten Stage, welche zu Beginn mit immer wieder leichten Gegenanstiegen direkt klar machte, dass man doch nie genug Intervall-Training machen kann. Die zweite Hälfte des Trails ist eine schnelle, flowige Passage mit vielen Anliegern und kleinen Kickern. Hier kann man durchaus mal die Finger von der Bremse lassen und Meter machen. Das regelmäßig hörbare Jubeln der anderen Fahrer zeigte uns, dass wir nicht die einzigen waren die Spaß hatten. Am Ende spuckte der Trail nahezu jeden Fahrer mit einem dicken Grinsen aus. Anspruch des Trails – S1.

Einfach mal laufen lassen!
Einfach mal laufen lassen!
Samstag – Stage 3 (Elven-Trail)

Hier wurde es das erste Mal ernst, denn der Elven-Trail ist einer der beiden einzigen S3-Trails des Rennens. Vom Start ab ist die Stage schnell, steil und teilweise gut verblockt. Von Anfang bis Ende fordert der Elven-Trail die Aufmerksamkeit, das Fahrkönnen und eine clevere Linienwahl der Teilnehmer. Möglichkeiten zum verschnaufen gibt es kaum bis keine und am Ende waren wir froh die Zielmarkierung zu sehen. Diese Stage untermauert zusätzlich unseren Eindruck des durchweg starken Teilnehmerfeldes der Veranstaltung. Es gibt Enduro Rennen die einsteigerfreundlich sind, dieses ist es in unseren Augen nicht. Anspruch des Trails – S3.

Samstag – Stage 4 (Bunker-Trail)

Nach einer kurzen Mittagspause inklusive Verpflegung mit Nudeln und Pfeffersteak oder zwei verschiedenen Knödeln auf der Bergkastel Bergstation geht es direkt weiter zur vierten Stage des Rennens. Der Bunker-Trail ist unserer Meinung nach einer der schönsten in der Region. Immer wieder lädt er dazu ein, kurz zu verweilen und den Blick auf den Reschensee zu genießen. Im Rennmodus natürlich absolute Nebensache, denn der Tunnelblick ist hier garantiert. Der Bunker-Trail ist schnell und steinig, wirklich schwierige Schlüsselstellen gibt es kaum. Die Herausforderung liegt eher an der Länge des Trails, da er nahezu bis runter an den See reicht. Die ersten zwei Drittel sind überwiegend steinig und schroff, im unteren Drittel gesellen sich noch vereinzelt Wurzeln dazu. Der Spaßfaktor ist aber auch hier durchaus vorhanden. Mit drei Stages in den Armen und Beinen merkt man allerdings so langsam die Anstrengungen des ersten Renntages. Anspruch des Trails – S2

Samstag – Stage 5 (Schöneben-Trail)

Nach einem kurzen Transfer auf die andere Seeseite, bringt uns die Schöneben-Bergbahn erneut auf den Gipfel. Die letzte Stage des Tages ist der Schöneben-Trail. Ein wirklich genialer Trail voll mit Wurzeln und steilen Passagen. Das Wetter meinte es die letzten Tage durchaus gut mit der Region, die komplette Stage ist wunderbar griffig, schnell und gut einsehbar. Hier gilt es allerdings ab und an die Finger von der Bremse zu lassen um es laufen zu lassen, sonst wird man durchaus auch mit wunderbarem Armpump belohnt. Nach wie vor mit einem fetten Grinsen im Gesicht spuckt uns der Trail in der Nähe der Talstation wieder aus und beendet damit den ersten Tag des 3-Länder Enduro Race. Anspruch des Trails – S2.

Pannenhilfe gab es Dank der Jungs von Bike-Components in der Event-Area.
Pannenhilfe gab es Dank der Jungs von Bike-Components in der Event-Area.
Zusammenfassung Tag 1

Passt! Die Orga funktioniert gut, lange Wartezeiten an den Gates der Stages kommen praktisch nicht vor. Die Stagedirektor sind immer bestens gelaunt und geben auch gerne kurz Auskunft über das, was vor einem liegt, falls man den Trail nicht kennt. Am Abend finden alle Teilnehmer zum gemeinsamen Essen in Reschen zusammen inklusive der World Cup Übertragung powered bei Bingo Bongo Racing. Ein erfolgreicher Tag mit über 3.000 Tiefenmetern liegt hinter uns. Zeit die Akkus für den zweiten Tag wieder aufzuladen.

Der Flüssigkeitshaushalt muss stimmen beim Sport ;)
Der Flüssigkeitshaushalt muss stimmen beim Sport 😉
Sonntag – Stage 6 (Oberer/Unterer Spin-Trail)

Hier wird es wie am ersten Tag direkt anspruchsvoll. Das liegt vor allem daran, dass die sechste Stage immer wieder mit Gegenanstiegen zum Pedalieren heraus fordert und so schnell Lunge und Oberschenkel an die Grenzen bringt. Wer sich richtig austoben möchte und die Kondition auf ein neues Level bringen möchte, der ist hier genau richtig. Vom technischen Anspruch her ist der Trail eher durchschnittlich und teilweise sogar flowig. Auch hier sorgt die Länge allerdings dafür, dass man am Ende durchaus kurz verschnaufen möchte bis sich der sogenannte Endurohusten wieder gelegt hat. Danach geht es weiter zum Lift der uns zur siebten und damit anspruchsvollsten Stage des Rennens bringt. Anspruch des Trails – S2.

10 Sieger Christian Textor auf Stage 6 am Sonntag morgen
10 Sieger Christian Textor auf Stage 6 am Sonntag morgen
Sonntag – Stage 7 (Haideralm-Trail)

Steil, technisch, verblockt, schnell und vor allem fies lang. Der Haideralm-Trail ist der zweite S3 Trail des Rennen und eindeutig für technisch fortgeschrittene Fahrer gedacht.  Wer lange, alpine Abfahrten trainieren möchte ist hier genau richtig, denn der Haideralm-Trail führt von der Bergstation direkt bis runter zum Tal. Gute 3,5 Kilometer schlängelt sich der Naturtrail den Berg herunter und fordert konditionell einiges vom Fahrer ab. Wenn man sich eine Stage im Training hätte anschauen sollen, dann wäre es diese gewesen. Die ein oder andere Schlüsselstelle kann man dann mit einer passenderen Linienwahl fahren um Kräfte zu schonen. Für uns das Highlight aber auch gleichzeitig die anspruchsvollste Stage des Rennens. Anspruch des Trails – S3.

Konzentration statt Panoramablick.
Konzentration statt Panoramablick.
Sonntag – Stage 8 (Plattweg-Trail)

Ab jetzt wird es etwas ruhiger, denn Stage 8 und 9 sind beide im S2 Bereich angesiedelt. Was hier wieder Körner frisst sind die teilweise fies gesetzten Gegenanstiege des Trails. Hier merkt man schnell, dass man noch den Haideralm-Trail in den Knochen hat. Motiviert davon das Ziel vor Augen zu haben, versuchen wir nochmal alles aus uns herauszuholen. Die Lunge brennt, die Beine schreien, das Gesicht grinst! Anspruch des Trails – S2

Sonntag – Stage 9 (Gorf-Trail)

Das beste kommt zum Schluss! Wie auch Stage 2 ist die Stage 9 als eher flowig zu bezeichnen. Hier gibt es zwar keine wirklichen Anlieger, aber ein wunderbar angelegter Streckenverlauf den man gut einsehen kann, lädt dazu ein, die Bremse öfter offen zu lassen und die letzte Stage des Rennens in vollen Zügen zu genießen. Auch dieser Trail spuckt jeden Teilnehmer mit einem fetten Grinsen aus. Zum einen aus oben genanten Gründen und zum anderen, weil man das Rennen damit beendet hat. Anspruch des Trails- S2.

Immer mal wieder mit dabei, Kühe und anderes Weidevieh.
Immer mal wieder mit dabei, Kühe und anderes Weidevieh.
Zusammenfassung Tag 2

Auch der zweite Tag des Rennens verlief ohne große Probleme. Einzige Ausnahme bot die Talstation der Haideralm-Bergbahn. Hier stießen die zwei großen Gruppen aus Teilnehmern der Stage 6 und 7 zusammen, da man zweimal mit der Bahn auf den Gipfel musste. Hier wurden wir das erste mal mit einer Wartezeit von über einer Stunde konfrontiert, was sehr zäh war. Der guten Stimmung konnte das aber nichts anhaben. Hier wäre unsere klare Empfehlung die Stages für das kommende Jahr anders zu sortieren bzw. die Reihenfolge zu verändern, um den Ansturm auf den Lift zu verringern. Davon abgesehen verlief alles unproblematisch und mit leichter Verzögerung konnte dann auch die Siegerehrung in der Event-Area am Reschensee stattfinden.

Unsere Meinung

Das 3-Länder Enduro Race powered by Alutech gehört für uns ganz klar in die Kategorie „immer wieder gerne“. Eine Teilnahme für das kommende Jahr ist für uns auf jeden Fall gesetzt. Wer sich für eine Teilnahme interessiert sollte zwei Dinge mitbringen. Zum einen muss man schnell sein, denn die Startplätze sind relativ schnell vergeben. Zum anderen ist wie bereits angesprochen ein durchaus starkes Teilnehmerfeld anwesend, da das Rennen zusätzlich als EWS-Qualifikation genutzt werden kann. Die einzelnen Trails sind durchaus anspruchsvoll, was durch das Rennen noch zusätzlich verstärkt wird.

Die Unterkunft

Für uns noch als kleine Abhandlung wichtig, war die Wahl der Unterkunft. Wir hatten in diesem Fall unsere Familien mit dabei und nutzten die Tage vor und nach dem Rennen für einen kleinen Kurzurlaub. Wer Wert auf eine unkomplizierte, sehr gastfreundliche und vor allem auf Biker ausgelegte Unterkunft sucht, dem sei der Alpenhof in Nauders wärmstens ans Herz gelegt. Zimmer, Frühstück und vor allem die familiäre Führung des Hotels suchen ihres gleichen. Hier fühlten wir uns direkt zu Hause und auch kleinere Kinder sind ausdrücklich erwünscht. Abgerundet wird das ganze durch Karin und Siggi, die nicht nur mit Ideen und Anregungen für Ausflüge und Touren aller Art parat stehen, sondern ihren Gästen auch stets jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Eine uneingeschränkte Empfehlung von unserer Seite aus.


Text und Redaktion: Patrick Frech, Philipp Kargel
Bilder: 3LänderEnduro/Manfred Stromberg

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