Laufräder sind neben dem Rahmen wohl die Teile am Bike die die meisten Emotionen entfachen. Stetig wird nach der „Eierlegendenwollmilchsau“ mit den Eigenschaften leicht, stabil und günstig gesucht. Die Boxen leicht und günstig haben die Evolution SL A. 30 von Newmen schon in unserem Erstkontakt abgehakt, da stellte sich nur noch die Frage nach der Haltbarkeit…

schick stehen sie da und warten auf die Montage

Bevor es auf die erste Ausfahrt ging mussten wir aber noch Tubeless Tape und Ventile montieren, da diese im Lieferumfang nicht enthalten sind. In unserem Fall hat 30 mm breites Felgenband ausgereicht. Der restliche Aufbau ging gewohnt leicht von der Hand. Die Reifen ließen sich stramm, aber ohne Werkzeug auf die Felge drücken und hatten direkt einen sehr guten Sitz. Ein wenig Tubelessmilch und eine reguläre Standpumpe erledigten den Rest. Bei ca. 1,5 Bar haben sich die Reifen mit einem deutlichen „Peng“ in Ihren angestammten Ort gesetzt und waren sofort bereit für den ersten Einsatz.

sauberer Sitz in der Felge

Das angestrebte Einsatzgebiet des Evolution SL A. 30 Laufradsatzes ist von Newmen als All Mountain angegeben, was uns in Anbetracht der breiten, stabil wirkenden Felge ein bisschen arg tiefgestapelt vorkam. Also haben wir die Laufräder in einem unserer Trailbikes installiert und haben sie von gemütlichen Cross Country Runden bis hin zu Bikeparkbesuchen gefordert.  Im Anbetracht des vorgegebenen Einsatzgebiets erscheint es gewagt die Laufräder auf Endurorunden und im Bikepark zu nutzen. Und? Haben sie gehalten? Sie haben!

how low can you go? Kein Burpen, egal wie steil oder flach die Kurve wird

Anfängliche Skepsis gegenüber des hakenlosen Designs haben sich schnell als unbegründet herausgestellt, denn bei der Tubelessmontage waren die Reifen auf Anhieb dicht und das blieben sie auch über den gesamten Testzeitrum. Ob mit Schräglage in offenen Kurven oder bei Vollgas Fahrten in Anlieger hinein war ihnen trotz niedrigem Luftdruck kein „Burpen“ zu entlocken. Die leichten Räder animierten zudem den Fahrer förmlich mit dem Untergrund zu spielen und an jeder kleinen Kante die Räder in die Luft zu heben. Stand man einmal unvorhergesehen zu quer und verlor Geschwindigkeit, kein Problem, mit einer Kurbelumdrehung war man direkt wider in Fahrt.

die leichten Rundlinge laden zum Spielen ein

In verblockten Passagen haben die Felgen letztlich zeigen müssen aus was für einem Alu sie geschnitzt sind. Bis auf ein Paar Kratzer, die rein kosmetischer Natur sind, haben sie sich dabei hervorragend geschlagen. Ob das spezielle Felgendesign, die Reifen oder der Luftdruck eine Bildung von Dellen verhindert hat lässt sich im Nachhinein nicht sagen, den Vergleich mit den üblichen Verdächtigen Laufrädern die sonst im All Mountain / Enduro Bereich verwendet werden müssen sie aber keinesfalls scheuen.

auch wenns rauher wird immer zuverlässig

Im Anbetracht das es die Laufräder für einen Preis von unter 700 € gibt, muss es nicht verwundern das sie nicht von Hand eingespeicht werden, sondern maschinell. Das macht der Aufbauqualität aber keinen Abbruch, im Gegenteil, denn ohne Messuhr war am Zentrierständer kaum ein Höhen- oder Seitenschlag zu erkennen. Auch nach exzessiver Nutzung über den eigentlichen Anwendungsbereich hinaus musste der Laufradsatz nicht nachzentriert werden. Das spricht für die Einspeichqualität, die Nippel mit Schraubensicherung werden hier aber auch ihren Teil beitragen. Der Aufbau mit 28 Speichen hat sich für uns als goldrichtig herausgestellt. So haben wir ein ausreichend steifes Laufrad erhalten, was Komfort bietet aber nie durch übermäßigen Flex auffällt. Gerade bei sehr steifen Carbonrahmen bringen etwas weichere Laufräder ein wenig Komfort zurück.

Kratzer bleiben nicht aus

Bei den Naben gab es keine Überraschungen. Leicht genug für einen Cross Country Laufradsatz und stabil genug für Downhill Nutzung ist ein ambitioniertes Ziel, bei unserem Profil was genau dazwischen lag haben sie definitv überzeugt. Der Zahnscheibenfreilauf mit 36 Rastpunkten sorgte kontinuierlich für Vortrieb, lediglich in sehr technischen Anstiegen würden wir uns ein Upgrade auf 54 Rastpunkte wünsche. Der Sound der Naben unterscheidet sich mit seinem leicht unrunden Surren wenig von anderen 36er Zahnscheibenfreiläufen, liegt im Gegensatz zur Konkurrenz aber eher auf der lauteren Seite.

einfach mal laufen lassen

Für eine längere Lebensdauer der Lager sollen die an Vorder- und Hinterrad verbauten TA Caps (Tolerance Adjustment) sorgen. Mit ihnen kann man das Lagerspiel an den Naben bei Bedarf nachstellen, was wir gleich bei der Ankunft am Hinterrad getestet haben. Das positive ist, dass man das Rad für das Einstellen des Lagerspiels nicht ausbauen muss, das spart Zeit und Frust. Man benötigt leidglich einen 2 mm Inbusschlüssel und das Einstellen war innerhalb von Sekunden erledigt. Nachdem das Spiel eingestellt war, mussten wir im Testzeitraum kein zweites Mal Hand anlegen. Bei den Lagern wird übrigens auf Nummer sicher gegangen und langlebige doppelt gedichtete Industriekugellager verwendet. Falls doch mal ein Lager aufgeben sollte bekommt man bei Newmen Ersatz.

gut erreichbare TA Caps am Hinterrad

Fazit
Newmen hat mit dem Evolution SL A. 30 Laufradsatz einen absoluten Volltreffer im ersten Versuch gelandet. Sie bringen alles mit was man bei einem modernen Laufradsatz sucht, von leichten, breiten Felgen über einen Zahnscheibenfreilauf hin zu hoher Zuverlässigkeit und das Ganze zu einem fairen Preis der absolut Konkurrenzfähig ist. Für leichtere Fahrer, die nicht gerade Frontal auf jeden Stein drauf halten, sind sie auch eine leichte Alternative für den Endurobereich.


Text: Thomas Kappel
Bilder: Jakub Reichert, Thomas Kappel
Weitere Informationen: Newmen Components

 

2 Kommentare

  1. Hallo,
    weil ich gerade einen neuen Laufradsatz für mein Bronson suche, kommt mir dieser Bericht gerade recht. Frage – bei meiner derzeitigen Felge 27mm innen streift der E13-Reifen bereits leich – bei kräftiger Belastung. Wird das mit den 30mm innen noch schlimmer – oder „besser“, weil Reifen durch die 3mm unterschied eine andere Form bekommt.
    Danke!

    • Hallo Mike,

      an dem Bronson wurden einige Reifen bis 2,4″ getestet, auf 25 mm bis 30 mm breiten Felgen. Wie auf den Bildern zu sehen, auch mit den EThirteen Reifen. Der EThirteen TRS+ Reifen baut auf einer 30 mm breiten Felge bei 1,6 bar ca. 61 mm breit und ca. 57 mm hoch. Im Betrieb gibt es keine Probleme mit schleifenden Reifen. Wenn bei dir etwas schleift, schau mal nach ob das Laufrad leicht aussermittig eingespeicht ist und ob die Speichenspannung passt.

      Ride On
      Thomas

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