Kaum werden die Tage länger und die Temperaturen steigen wieder auf wohlige zweistellige grade, da strömen sie wieder aus, die tollkühnen Männer und Frauen mit ihren fliegenden Kisten. Bewaffnet mit viel Mut und Federweg gilt es wieder, zumeist per Lift oder Shuttle, die Bergspitzen der Region zu erreichen, um sie sich mit Speed und Style gen Tal zu stürzen. Dafür bedarf es aber der passenden Schutzausrüstung, die wir mit dem Rückenprotektor Guardian von Atlas Brace hoffentlich gefunden haben.

Diesen Spaß gönnen wir uns nur mit dem richtigen Schutz.

Der Aufbau des Guardian Protektor ermöglicht mit seiner modularen Bauweise eine möglichst flexible Anpassung an jeden Fahrer, daher stört es auch nicht, dass es ihn nur in zwei Größen gibt. Die Größe S/M ist für Fahrer mit Brustumfang von 84 – 102 cm vorgesehen und die Größe L/XL für Fahrer mit mehr als 103 cm Brustumfang. Dabei besteht er aus einer Brust- und Rückenplatte die jeweils an der Hüfte und den Schultern durch Klettverschlüsse verbunden sind. Das ist besonders hilfreich, wenn man mit einem wohl genährten Wohlstandsbauch aus der Winterpause kommt.

Hartplastik Ellbogen- und Schulterprotektor

Genauso wichtig wie die passende Größe ist natürlich der Schutz. Mit der Erfüllung der CE EN1621-2 Norm, der europäischen Prüfnorm für Rückenprotektoren, fühlen wir uns bestens gewappnet. In der Hand fühlen sich die Platten recht steif an, was sehr vertrauenerweckend wirkt in Anbetracht eventuell ungewollter Abstiege in groben Gelände. Dabei deckt die Brustplatte den gesamten Brustkorb ab und die Rückenplatte geht erfreulich tief herunter und schützt sogar den Lendenwirbel Bereich. Die Schulter- und Ellenbogenprotektoren aus Hartplastik haben den etwas niedrigeren CE EN1621-1 Schutz, wie wir ihn von sämtlichen Protektoren für Gelenke kennen. Die Anpassung verläuft hier über ein Netz an Oberarm / Schulter und über Kreuz liegende Gummibänder am Unterarm.

Gummibänder zur Fixierung der Ellbogenprotektoren

Auch die Anbringung der Schulter- und Ellenbogenprotektoren per Klettverschluss bieten eine größtmögliche Flexibilität. Je nach Sicherheitsempfinden kann man die Protektorenjacke als Komplettschutz, nur mit den Schulterprotektoren oder gar als Weste fahren – das shirtlose Design macht es möglich.

Für diejenigen die über ein Neckbrace nachdenken, lohnt sich der Blick zu Atlas gleich doppelt. Sie haben nämlich nicht nur Rückenprotektor und Neckbrace im Sortiment, sondern die Teile sind auch perfekt aufeinander abgestimmt. So finden sich auf dem Guardian extra Auflageflächen für das hauseigene Neckbrace und der Clou ist, dass man beide Produkte direkt miteinander über zwei Gummibänder an der Weste verbinden kann. So werden die sonst üblichen, über die Brust verlaufenden, Befestigungen für das Neckbrace überflüssig.

Befestigung für das hauseigene Neckbrace

Aufgesattelt!

Als erstes galt es die Protektorenjacke für den Tester auf den unteren Bereich der Größe S / M einzustellen, was mit den gut erreichbaren Klettverschlüssen kein Problem darstellte. Lediglich die etwas steife Brustplatte kam dabei ein wenig in die Quere. Gerade beim Anpassen der Ellenbogenprotektoren spürt man einen leicht unangenehmen Druck an den Schultern und die Brustplatte wölbt sich dabei leicht, was das Ankleiden zur Geduldsprobe machen kann.

Vom Anpassen der Weste noch ein wenig skeptisch, hat sich das auf den ersten Metern im Trail gelegt. Dank großzügiger Ausschnitte an der Brust erhält man die volle Bewegungsfreiheit, sei es beim verspielten Fahren oder die Kampflinie durchs Grobe. So konnte man sich endlich auf das Wichtigste konzentrieren, die Abfahrt. Hier könnte man den Guardian Protektor als äußerst unauffällig bezeichnen, kein zwicken, kein rutschen, einmal angepasst bleibt er genau dort wo er hingehört. Dank der Befestigung über Gummibänder rutscht auch an den Ellenbogen nichts. Ein schönes Detail ist, dass auch das Brustbein von einer durchgehenden Platte geschützt ist und hier kein Reiß- oder Klettverschluss die Schutzwirkung herabsetzt.

Damit man im Sommer nicht im eigenen Saft schmort, hat Atlas reichlich Belüftungslöcher vorgesehen. Zugegeben, ja man schwitzt trotzdem. Jedoch funktionieren die kleinen Belüftungslöcher hervorragend. Im Stand, zum Beispiel wenn man seine Brille richtet oder den Armen eine Pause gönnt, ist es noch warm, die Erleichterung ist aber sofort spürbar wenn man sich in Bewegung setzt. Dabei ist es egal ob man aktiv fährt oder im Lift sitzt.

Viele Belüftungslöcher sorgen für Ventilation an heißen Tagen

Dank teils tückischer Streckenverhältnisse haben wir natürlich auch das ein oder andere Mal Erdkundeunterricht genommen. Hier haben sich die recht steifen Platten an Brust und Rücken bewährt. Der Druck wurde beim Einschlag großflächig verteilt, so dass man nahezu keine Spitzen wahrgenommen hat. Durch die Hartschalen an den Ellenbogen, die bei einem Sturz über den Untergrund rutschen, bleiben auch die Schützer immer an Ort und Stelle. Wem schon einmal ein Schützer beim Aufprall verrutscht ist, weiß es zu schätzen, dass alles dort bleibt wo es hingehört. Glücklicherweise hatten wir nur leichte Stürze im Testzeitraum, wir sind aber guter Dinge, dass uns der Rückenprotektor auch bei härteren Einschlägen vor dem Schlimmsten bewahrt.

Mit dem Guardian hat man Vertrauen in allen Situationen

Fazit

Der Atlas Guardian Rückenprotektor hat einen durchaus guten Eindruck hinterlassen. Für 269,90 € bekommt man hier einen kompletten Schutz für den Oberkörper. Die stabile Front- und Rückenplatte sorgen für viel Vertrauen für den Fall, dass es einmal schief geht und die Möglichkeit die Schulter- und Ellenbogenschützer schnell und unkompliziert zu entfernen haben gefallen. Eine super Detaillösung ist die direkte Anbindung des hauseigenen Neckbrace. Einziger Kritikpunkt ist die leicht scheuernde Brustplatte beim Anziehen, wenn Schulter- und Ellenbogenprotektoren angebracht sind.
Wer auf Schulter- und Ellenbogenprotektoren verzichten kann, hat die Möglichkeit zum etwas günstigeren (169,90 €) Guardian Lite zu greifen.


Text: Thomas Kappel

Bilder: Jakub Reichhart

Weitere Informationen: AtlasBrace

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