Es gibt ziemlich wenige Dinge im Mountainbike-Sport, die nicht auch gleich noch das passende Tool und/oder Equipment mit bringen. Die Tubeless Montage hat eine ganze Reihe von zusätzlichen Produkten für die Montage ins Rollen gebracht. Kompressor-Pumpen sollen die Montage bzw. das erste befüllen deutlich erleichtern. Die Joeblow Booster von Topeak vereint das beste aus zwei Welten. Ob und wie das funktioniert klärt unser Test.

Optisch ansprechend und hochwertig verarbeitet. Das kennzeichnet die Topeak Produkte üblicherweise aus.
Optisch ansprechend und hochwertig verarbeitet. Das zeichnet die Topeak Produkte üblicherweise aus.

Knappe drei Kilogramm Gewicht, ein Druckbehälter aus Aluminium und eine durchgehend sehr gute Verarbeitung sind die ersten Punkte die einem ins Auge stechen, wenn man die Joeblow Booster genauer unter die Lupe nimmt. Das Design ist Topeak-typisch angenehm unauffällig in Schwarz/Silber gehalten. Lediglich die Bezeichnung und kleine Markierungen im Gelb des Firmenlogos setzen Akzente. Der erste Eindruck vermittelt, dass der Preis von knapp 150 Euro nicht fern jeder Realität ist.

Die Fakten:
Kopf SmartHead™ mit extra langem Schlauch
Zylinder Aluminium, eloxiert
Manometer 160 psi / 11 bar
Im Zylinder obenliegend integriert, analog
Druckregulierung Luftablassknopf
Griff Ergonomischer T-Griff mit Dual Density Compound
Fuß Stahl
Zusatzfeatures Schlauch-Arretierung
Größe (L x B x H) 74 x 25 x 18,5 cm
Gewicht 2,9 kg
Der solide Standfuss sorgt für Stabilität und ist leicht angeraut.
Der solide Standfuß sorgt für Stabilität und ist leicht angeraut.

Die inneren Werte lassen sich sehen. So fasst der Druckbehälter der Joeblow Booster maximal 160 psi (11 bar), womit man für so ziemlich alle Arten von Reifen gewappnet sein dürfte. Das Befüllen des Behälters gelingt zügig und das gut ablesbare, große Manometer zeigt nach 6 Hüben mit der Pumpe bereits knapp über 4 bar an. Einige zusätzliche Hübe reichen bereits aus, um ausreichend Druck für die Montage von MTB-Reifen bereitzustellen. Das begehrte „Plopp“ wenn der Reifen an die Felgenflanke springt lässt sich somit mühelos erreichen.

Der Griff ist angenehm dimensioniert und verfügt über eine rutsch-hemmende Oberfläche. Hier kann man mit Nachdruck Luft in den Behälter pressen, denn ab 8 bar kann das durchaus etwas anstrengender werden. Die volle Menge an Druck hielt der Behälter übrigens anstandslos über mehrere Stunden, das System scheint also kein Problem mit der Dichtigkeit zu haben.

Groß, breit, stark! Ok, der Slogan ist nicht neu, passt aber bestens zum Griff der Booster.
Groß, breit, stark! Ok, der Slogan ist nicht neu, passt aber bestens zum Griff der Booster.

Kommen wir zum Wesentlichen – der Montage. Nachdem die Reifen auf die Felgen aufgezogen und die Ventile montiert wurden, muss Luft in die Laufräder. Das kann mit einer üblichen Standpumpe geschehen, oder eben mit einer Kompressor-Pumpe. Letztere vereinfacht den Vorgang deutlich und verhilft auch mürrischen Reifen zu einem schnellen Sitz auf der Felge. Hat man den benötigten Druck auf den Behälter gegeben setzt man den Pumpenkopf auf das Ventil auf. Die restliche Funktion ist schnell erklärt. Der Außenring des Manometers dient entweder dem aufladen des Druckbehälters (Charge) oder dem schnellen ablassen (Inflate) der Luft.

Das große Manometer lässt sich sehr gut ablesen.
Das große Manometer lässt sich sehr gut ablesen.

Die Bedienung  geht problemlos mit einer Hand und die Luft gelangt dadurch zügig aus dem Druckbehälter. Auch wenn es bei den meisten Reifen kein Problem sein sollte, empfehlen wir je nach Reifenmodell und Reifengröße nicht pauschal mit vollen 11 bar zu starten, da ansonsten auch einmal der Maximaldruck eines Reifens überschritten werden könnte. Also lieber erst etwas herantasten, damit man nicht in den fragwürdigen Genuss eines geplatzten Reifens kommt.

Wenn die Flanken des Reifens ihren Sitz in den Laufrädern gefunden haben und sich bereits Dichtmilch im Laufrad befindet, kann mittels des Luftablassknopfes an der Pumpe bequem der Druck reguliert werden, um die Reifen direkt mit dem finalen Luftdruck zu versehen. Dieser befindet sich unterhalb des Manometers oder am Pumpenkopf direkt. Kompatibel ist dieser übrigens mit Presta- und Schraderventilen.

Einfach mal etwas Druck ablassen...per Knopfdruck direkt an der Booster.
Einfach mal etwas Druck ablassen…per Knopfdruck direkt an der Booster.

Und was war das jetzt mit den zwei Welten? Die Booster ist nicht nur ein reiner Druckbehälter, sondern kann – wie der Name Kompressor-Pumpe vermuten lässt – auch einfach „nur“ als Standpumpe benutzt werden. Hier kommt der große Hub der Pumpe positiv zum Tragen, denn auch im regulären Betrieb ist der Reifen schnell befüllt. Für einen Wechsel dieser Funktion ist wie bereits beschrieben der Aussenring des Manometers zuständig. Möchte man die Booster einfach nur als Standpumpe nutzen, so lässt man die Einstellung auf „Inflate„. Mehr ist nicht notwendig. Das System ist ebenso simpel wie funktionell.

Der Pumpenkopf passt auf Schrader- sowie Prestaventile.
Der Pumpenkopf passt auf Schrader- sowie Prestaventile.

Praktisch – Der Schlauch der Booster ist über 90 cm lang um damit schnell zwischen zwei Reifen wechseln zu können ohne dafür die Pumpe zu bewegen. Klar, hier geht es nicht um die Service-Zeiten eines Formel 1 Boxenstopps, aber es erleichtert eben die Arbeit. Eine Schlauch-Arretierung an der Booster sorgt dafür, dass die Überlänge nicht zum Problem beim Transport wird.

Fazit:

Sehr hochwertige Verarbeitung, hohe Pumpleistung und durchdachte Features zeichnen die Joeblow Booster aus. Hier bekommt man die eine Pumpe für (fast) alles zu einem angemessenen Preis von 149,95 €. Sie ist sicher nicht die kompakteste ihrer Art, was in Anbetracht des Volumens aber völlig in Ordnung geht.

Rechnet man jetzt noch die bekannte Haltbarkeit der Topeak Produkte mit ein, so bekommt man mit der Booster ein sorglos Produkt, welches keine Wünsche offen lässt. Sollte doch mal etwas Defekt sein, bietet Topeak viele Ersatzteile für die eigenen Pumpen an. Reparieren statt wegwerfen, finden wir gut!

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