Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis der Director of Good Times bei YT aufschlägt: Brett Tippie ist ab sofort fester Bestandteil der YT Family und wird als weiteres Familienmitglied neben Aaron Gwin, Cam Zink und Andreu Lacondeguy für YT unterwegs sein.

Young Talent ist keine Frage des Alters, sondern der Einstellung. Brett Tippie ist der beste Beweis dafür. Ab heute ist er offizielles Familienmitglied bei YT und wird zukünftig auf einem TUES, CAPRA und JEFFSY unterwegs sein. Der Kanadier passt extrem gut ins Team Good Times und freut sich auf die Zusammenarbeit:

 „I have lusted after the sexy YT bikes for some time, and after testing them, I was blown away about how plush, stiff and stable they really were with dialed angles and suspension kinematics.

It’s one of those bikes you feel natural on right away! With sick bikes, a cool punkrock image, and an amazing team of staff and riders I was sold and wanted to be a part of it.“ 

Ein unbeschriebenes Blatt ist der 48-jährige längst nicht mehr. Bereits in den 90ern prägte er mit seinen Frorider-Kollegen den Sport und zeigte, dass man nicht unbedingt mit rasierten Waden und hautengem Lycra-Einteiler auf dem Bike sitzen muss.

Früh etablierte er mit seinen Jungs einen ganz eigenen Style, fernab von Performance und Wettkämpfen. Cliff Drops und steile, technische Abfahrten standen da schon immer ganz oben auf der To-Do-Liste. Tippies neue Teamkollegen sind ebenfalls schwer begeistert vom Neuzugang:

“YT is living up to their namesake and hiring the hottest Young Talent. Brett Tippie is a future legend and if you don’t already know him, you will soon!” Cam Zink

„So stoked to get Tippie as a team mate. YT is killing it. YT is all about the good times and getting Brett Tippie on board proves it. I’m sure there’s not many people having more fun than him shredding bikes.“ Andreu Lacondeguy

 “Really psyched and happy to welcome a true legend of the sport in our family! Lots of laughs and funny stories ahead. Let’s shred together, old fart.” Yannick Granieri

Was Tippie über seinen neuen Sponsor, Freeriden und Zombie-Apokalypse denkt, erzählt er im Interview.

Welche Projekte und Events stehen 2017 auf deinem Plan?

Mein Jahr ist ziemlich vollgepackt. Der Season Kickoff ist das Crankworx Festival in Rotorua, wo ich als Reporter vor Ort unterwegs bin. Dann kommen das Sea Otter, die weiteren Crankworx Stopps in Frankreich, Österreich und Whistler, die Red Bull Rampage und zig Veranstaltungen, auf denen ich moderiere. Außerdem stehen ein paar Filmprojekte auf dem Plan. Ich freue mich schon auf das „Kranked“ Throwback Projekt und die vielen Shootings mit meinen Kumpels Ale Di Lullo und Margus Riga.

 

Fast jeder Mountainbiker auf dieser Welt scheint dich zu kennen. Wie kam das eigentlich?

Hmmm, das ist eine lange Geschichte. 1995 hatte ich meinen ersten MTB Film „Pulp Traction“ mit Greg Stump, Christian Begin und Bjorn Enga produziert. Das lief ziemlich gut und 1997/1998 machten wir mit „Kranked“ das Freeriding massentauglich. Danach wurden drei von uns (Wade Simmons, Richie Schley und ich) als Frorider gesigned, dem ersten professionellen Freeride Team. Wir produzierten zusammen jede Menge Filme, die Kranked Series, New World Disorder und unzählige TV Shows und Magazinbeiträge. In den letzten zehn Jahren habe ich viel moderiert und war bei Veranstaltungen vor Ort. Ich bin einfach gut darin, Menschen vom Spaß am Biken zu überzeugen.

 

Enduro, Trail oder Downhill?

Freeride!!! (Aber ich schau mir auch gerne Downhill World Cup Rennen, EWS, Fest Series und andere coole MTB-Videos an.)

 

Wie wird die Zukunft des Freeride aussehen?

Alles hat seine Höhen und Tiefen, aber Freeride wird immer ein fester Bestandteil des Mountainbikings sein, vielleicht an anderen Stellen in veränderter Form.

 

Gibt es ein frisches Nachwuchstalent, das man auf dem Radar haben sollte?

Da draußen sind so viele talentierte Ripper unterwegs, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

 

Welcher Rider hat dich am meisten inspiriert?

Peaty habe ich immer für sein Durchhaltevermögen, seine Skills, Passion, Professionalität und seine Einstellung zum Leben bewundert. Er hat einfach immer Spaß, an allem was er tut. Craig Kelly, ein Snowboarder der ersten Stunde, und der Extrem-Skifahrer Glen Plake haben mich sehr beeinflusst. Auf der Rampage schau ich am liebsten Andreu, Cam, Aggy, Sorge, Claw und Doerfling zu.

 

Das Beste am Mountainbiken?

Biken gibt mir Freiheit und ich kann meine Passion an den schönsten Orten dieser Welt ausleben. Außerdem habe ich durchs Biken meine Frau kennengelernt (auf dem Crankworx) und jede Menge coole und verrückte Freunde. Gilt man als wohlhabend, wenn man viele Freunde und Erinnerungen hat, dann bin ich steinreich.

 

                

Hast du auch andere Hobbies außer Biken?

Snowboarden. Bevor ich Pro-Mountainbiker wurde, bin ich Snowboard World Cup und

Boardercross fürs kanadische Nationalteam gefahren. Als ich Kanadischer Grand National Boardercross Champion wurde, habe ich mich vom professionellen Snowboarden verabschiedet. Powdern und Snowmobil fahren mache ich aber noch gerne. Und ich habe immer eine 170 Gramm Frisbee mit eingebautem Licht dabei, die ich bei jeder Gelegenheit benutze.

 

Wo wärst du wohl gelandet, wenn du nicht in der Bike-Industries aufgeschlagen wärst?  Ich wäre wahrscheinlich Comedian oder Schauspieler geworden und hätte meinen großen Traum erfüllt: Einmal einen durchgeknallten Bösewicht in James Bond spielen.

Wo siehst du dich in zwanzig Jahren?

Hoffentlich im Mountainbiking und Snowboarding. Ich habe mal in einem Interview gesagt, dass ich so schnell nicht kaputt zu kriegen bin und käme es zum nuklearen Supergau, wären nur noch Keith Richards, Sam Hills Augenbrauen, Richie Schleys HaarpflegeProdukte und mein Riesenmund übrig.

 

Welche Bedeutung hat Mountainbiken für Dich?

Draußen sein, in den Bergen, im Wald, in der Wüste, atemberaubende Landschaften, coole Bikes, Freundschaft und High Fives mit tollen Leuten.

 

Es ist Zombie-Apokalypse. Welche fünf Songs laufen auf deiner Playlist?

AC/DC “Back in Black”, Led Zeppelin “Fool in the Rain”, Metallica “Master of Puppets”, Tech N9ne “The Rain” und The Red Hot Chili Peppers “Higher Ground”.

 

Der weltweit beste Riding-Spot?

Definitiv British Columbia. Von der North Shore, über Squamish, Whistler, Whistler Bikepark, Pemberton bis hin zu Kamloops und dem Sun Peaks Bikepark. Das Terrain ist so unterschiedlich und gut zu fahren. In Norditalien, Südfrankreich, Neuseeland und Utah hatte ich aber auch immer eine gute Zeit.

 

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, wohin würdest du dich gern beamen? Ich würde gern zur Rampage zurück, da hab‘ ich vor meinem Run nämlich zu viel gefeiert und mir mein Bike klauen lassen. Genauso zum Olympic Qualifying Run des Snowboard Riesenslalom. Außerdem würde ich gern noch einmal jene Momente erleben, in denen ich eine Line oder einen Trail das erste Mal gefahren bin, wenn der Boden so unglaublich gut und ich „in-the-zone“ war. Solche Momente erlebt man nicht allzu oft.

 

Hast du versteckte Talente, die man nicht von dir erwarten würde?

Ich kann jonglieren und kleine Blasen aus meinen Augen drücken, wenn ich unter Wasser bin. Und wie mein Vater male ich auch gern.

 

                

Sitzt der Rest deiner Familie auch gern auf dem Bike? Wie sehr verschmilzt dein Privat- mit deinem Berufsleben?

Als das Thema Mountainbiking in Kanada aufkam, wuchs meine Frau Sarah in Deep Cove auf. 1986 hatte sie ihr erstes Mountainbike, dementsprechend ist sie echt gut unterwegs und fährt gern mit dem Big Bike in Bikeparks. Sie kümmert sich um alles, was hinter den Kulissen passiert, so dass ich so viel wie möglich unterwegs sein kann. Natürlich auch um unsere Kinder. Meine achtjährige Tochter fährt Mountainbike, seitdem sie drei ist. Manchmal begleitet sie mich auch auf meine Nightrides. Meine fünfjährige Tochter fährt auf einem großen Laufrad mit Bremsen. Aber ich will beide nicht zu sehr pushen, sie sind ja noch jung.

 

Klicks oder Flats?

Flats for life! Klicks bin ich in den 90ern gefahren, aber heute bevorzuge ich Five Tens.

 

Wenn du dir eine Superheldenkraft aussuchen könntest, welche wäre das?

Früher hätte ich mir gewünscht, fliegen zu können. Aber jetzt hätte ich gerne

Regenerationspower wie Wolverine, dann könnte ich jeden Tag hart radfahren.

 

Welchen Tipp hast du für junge Talente parat, die professionell mountainbiken wollen?  Meine Tipps für alle, die ins Business einsteigen wollen: Hart arbeiten, immer pünktlich sein, networken, sich selbst treu bleiben, mit den besten Fahrern unterwegs sein, Gelegenheiten ergreifen, positiv denken, für regelmäßigen Media-Output sorgen, nach vorne schauen und natürlich Spaß haben.

 

Was isst du nach einer ausgedehnten Mountainbike-Tour am liebsten? Lasagne!

 

Wie sieht ein typischer Tippie-Tag aus, wenn du zu Hause bist?

Ich stehe um 7:30 Uhr mit meinen Kindern auf, bringe sie zur Schule, checke das Wetter, surf ein bisschen im Internet, erledige meinen Business-Kram, drehe eine Runde im Wald, hole meine Mädels von der Schule ab und unternehme was mit ihnen (Skifahren, Schwimmen, Biken, Frisbee spielen, Brownies backen, Ballet, Kunst, etc.). Dann gibt es Abendessen, ich schraub an meinen Bikes oder Boards, bringe meine Kinder ins Bett und drehe nochmal eine Runde im Wald, surf im Internet, beantworte Emails und gehe zwischen 2 und 3 Uhr ins Bett. Recharge and repeat.

 

Auf welche Momente deiner Karriere bist du am meisten stolz?

Als ich in den 90ern als Frorider gesponsert wurde, die ersten Cliff Drops in den alten Freeride Videos gesprungen bin, in die Top Ten des Ski und Snowboard Cross World Cups fuhr, vor neun Jahren meine Drogen- und Alkoholsucht in den Griff bekam, in die Mountainbike Hall of Fame aufgenommen wurde, für Pinkbike moderieren durfte und natürlich bin ich darauf stolz, dass ich als alter Hase weiterhin professionell Mountainbiken kann, für Good Times sorge und viele Leute fürs Biken begeistere.

 

                

Was glaubst du, wie sieht die Zukunft des Mountainbikings aus?

Ich glaube, die Leute werden immer schneller, die Tricks krasser und die Locations exotischer. Außerdem wird das Thema POV Virtual Reality im Entertainment Bereich immer größer.

 

Vermisst du etwas in unserem Sport?

Ich vermisse die Jungs und Mädels aus der Szene, die uns schon viel zu früh verlassen haben oder nicht mehr in der Lage sind zu biken. Man sollte jeden Moment genießen, denn das Leben ist kurz.

 

Wenn du jemand anderes sein könntest, wer oder was wäre es?

Ich wünschte, ich könnte mich klonen, dann würde ich jeden Tag mehr schaffen. Ich würde noch mehr schöne Orte sehen, könnte mehr Edits oder Fotos produzieren, mehr Zeit mit meiner Familie verbringen und schöne Momente mit dieser Welt teilen.

 

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