Die neue Generation Freeride Bikes wirft eine Frage auf: Wieviele Bikes braucht man heutzutage eigentlich noch? Die Freeride Bikes der Saison 2017 kommen mit Federwegen zwischen 160 mm und 170 mm, Teleskopsattelstützen und einem Gewicht teils weit unter 15 kg daher. Bikes wie das FR AMR 8 LC von Ghost spielen damit in einer neuen Liga. 

Optisch eines der Highlights auf der letzten Eurobike
Optisch eines der Highlights auf der letzten Eurobike

Ghost liefert uns für die neue Saison mit dem FR AMR 8 LC ein Bike, dass uns bei allen Schandtaten (Parkbesuche, Enduro-Rennen, Sessions am Homespot) zur Seite stehen soll. Wir sind gespannt, ob die neue Generation Freerider hält, was sie verspricht.

Auf den ersten Blick hinterlässt das FR AMR 8 LC schon mal einen hervorragenden Eindruck. Das Farbkonzept ist absolut stimmig und keinesfalls übertrieben. Der Rahmen und der neuen Cane Creek Double Barrel Inline Coil CS Dämpfer sind farblich gut aufeinander abgestimmt und präsentieren sich so als harmonische Einheit.

Die gesamte Ausstattung wurde sinnvoll aus einem Kompromiss zwischen Preis und Haltbarkeit gewählt.
Die gesamte Ausstattung wurde sinnvoll aus einem Kompromiss zwischen Preis und Haltbarkeit gewählt.

In den letzten Jahren sind unserer Meinung nach die Hersteller bei der farblichen Abstimmung ihrer Bikes ein wenig über die Stränge geschlagen. Die farblichen Abstimmung der Komponenten beim Ghost FR AMR 8 LC ist jedoch dezent und beschränkt sich auf Sattel, Gabel und Naben. Der Rest der Komponenten, wie Laufräder, Lenker und Kurbel kommen in den Standardfarben der Hersteller. Das spart Geld fürs Customizing und verleiht dem Ghost fast schon einen Custom-Bike-Look.

Apropos Geld: Ghost wird seine Bikes in der kommenden Saison wie gewohnt über das etablierte Händlernetz vertreiben und musste sich beim FR AMR so einiges einfallen lassen, um den Verkaufspreis von 3.499,- € zu realisieren. In Zeiten starker Konkurrenz mit Direktvertrieb, setzt Ghost auf eine solide und sinnige Ausstattung der Bikes. So sucht man, auf der einen Seite, vergebens nach „Bling-Bling“ Komponenten. Auf der anderen Seite wird man auf der Suche nach einem Freeride / Super Enduro (Oder wie man es auch immer nennen will!) Bike für alle Lebenslagen am FR AM 8 LC auch nichts vermissen.

Der Carbon Hauptrahmen ist sauber verarbeitet und bietet die Option einen Trinkflaschenhalter zu montieren. Ein Feature was nicht mehr unbedingt selbstverständlich ist.
Der Carbon Hauptrahmen ist sauber verarbeitet und bietet die Option einen Trinkflaschenhalter zu montieren. Ein Feature was nicht mehr unbedingt selbstverständlich ist.

Ghost verbaut Komponenten aus dem mittleren Preissegment, die eine gute bis sehr gute Performance liefern, jedoch nicht durch beispielsweise übertriebenen Gewichtsfetischismus teuer werden.

Daher wird mit einer Shimano Zee Bremse, anstatt mit einer Saint verzögert. Shimano greift bei der Zee bekanntlich auf bewährte Technologie zurück, verwendet kostengünstigere Materialien und reduziert die Einstellmöglichkeiten der Bremsen aufs wesentliche.

Beschleunigt wird mit einer sinnigen Kombination aus einer Race Face Atlas Kurbel und einem XT Schaltwerk. Bei beiden Komponenten ist die Funktion und die Haltbarkeit wohl unumstritten. Aber nicht nur die Kurbel kommt aus dem Hause Race Face. Lenker und Vorbau stammen aus der gleichen Serie und sind somit vergleichbar wirtschaftlich und robust.

Aufgeräumtes, solides Atlas Cockpit
Aufgeräumtes, solides Atlas Cockpit

Bei den Laufrädern greift Ghost auf eine Kombination aus Felgen der ARC Serie, ebenfalls aus dem Hause Race Face, und Naben ohne Label zurück. Mit einer inneren Maulweite von 30 mm sollte die Felge genügend Steifigkeit und dem Reifen genügend Platz bieten sich voll zu entfalten. Wir erwarten einiges an Traktion und Kurvenstabilität. Bei den ungelabelten Naben handelt es sich nicht um No-Name Produkte, sondern um Ghost Light Naben, die auf die Anforderungen des FR AMR abgestimmt sind. Hört sich für uns alles nach einem stimmigen Konzept an.

Bei den Federelementen greift Ghost am Heck, wie bereits erwähnt, auf den brandneuen Cane Creek Double Barrel Inline Coil CS Dämpfer zurück. Man ist durch die Kooperation mit Cane Creek zunächst die einzige Bikefirma die den Dämpfer in Erstausstattung ausliefert. Obwohl die Bikegemeinde Mitte letzten Jahres eher verhalten auf die ersten Bilder des Cane Creek Inline Coil CS Dämpfer reagiert hat, sind wir gespannt wie er sich sowohl im Touren-, im Enduro- als auch im Freerideeinsatz schlägt.

An der Front soll die bewährte FOX 36 arbeiten. Auch hier hat sich Ghost in Zusammenarbeit mit FOX etwas interessantes einfallen lassen, um ein optisch rundes Bike zum guten Preis auf die Beine zu stellen. Zunächst greift Ghost auf die günstige OEM „Performance“ Variante der 36er Serie zurück, lässt aber dafür die bessere Dämpfungseinheit der „Factory“ Variante von FOX verbauen. Damit lässt sich zusätzlich zur Low-Speed Druckstufe auch die High-Speed Druckstufe anpassen. Last-but-not-least, kommt das Ganze mit den schicken neuen schwarzen Standrohren, was farblich einfach unbeschreiblich gut zum Rahmen passt.

Ghost setzt auf Understatement, aber pimpt die schwarze FOX 36 mit der Factory Dämpfung

Auch der Rahmen wurde in alle Richtungen optimiert was das Zeug hält und liegt nicht nur mit der Geometrie voll im Trend. Rahmengröße L kommt mit 445 mm Reach und 430 mm Kettenstrebe daher. Verspielt, aber nicht zu unruhig soll es sein.

Die Geometrie unseres Testbikes in Größe L macht Lust auf die erste Ausfahrt. Quelle: Ghost

Weiterhin ist beispielsweise auch unser Testrad Teil des AMR Plattformkonzepts. Ghost verwendet in der gesamten AMR Serie vergleichbare Technologien und kann somit auch Kosten in Produktions- und Entwicklungsprozessen einsparen.

Um einen leichten, steifen aber auch günstigen Rahmen anbieten zu können, kombiniert Ghost einen aus „Light Carbon“ gefertigten Hauptrahmen mit einem optimierten Hinterbau aus Alu. Damit bringt es das Ghost FR AMR 8 LC laut Herstellerangaben auf schlanke 14,2 kg.

Um die Steifigkeit und Festigkeit des Hauptrahmens zu garantieren wird das Carbon, wie in der Industrie mittlerweile üblich, so gelegt, dass besonders belastete Bereiche des Rahmens zusätzlich verstärkt werden. Der Hinterbau wird jedoch aus Alu geschweißt, dafür aber durch das sogenannte X-Yoke verstärkt. Das X-Yoke soll das fehlende Karbon und die damit verbundenen reduzierte Steifigkeit kompensiert.

Neben der robusten Race Face Atlas Kurbel, kann man hier den X-Yoke gut erkennen

Wir freuen uns auf die Saison mit dem Ghost FR AMR LC und werden on detail berichten, ob das eine Bike auch für eine ganze Saison Endurotouren, Rennen und Bikepark geschrote ausreicht und das ganze am Ende auch noch Spaß macht. Der erste Eindruck lässt uns nicht daran zweifeln.

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