Zuerst sah man den Xult nur auf dem Kopf von Cedric Cracia, mittlerweile ist er aus keinem Downhill- und Enduro-Rennen mehr wegzudenken. Grund genug den IXS Xult einem ausführlichen Test zu unterziehen. Entwickelt als so genannter „cross over full face“- Helm soll er mit hervorragender Belüftung und dennoch hoher Schutzwirkung gesegnet sein. Ob er dem gerecht wird, lest ihr hier.

Produktvorstellung:

Direkt aus dem Karton wirkt der IXS Xult hochwertig verarbeitet, mit eher zurückhaltendem Design, aber dank der schwarz-gelben Lackierung setzt er dennoch optisch reizvolle Akzente, wirkt aber keineswegs aufdringlich. Wem diese Farbvariante nicht zusagt, hat die Auswahl aus fünf weiteren Farbvarianten, um die Passende für sich zu finden.

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Was sofort auffällt, ist das recht geringe Gewicht von 1088 g und die großen Luftlöcher, die für eine gute Belüftung an sonnigen Tagen sorgen soll. Für das geringe Gewicht ist die sogenannte FRP Schale verantwortlich, welche sehr widerstandsfähig ist und sehr leicht daherkommt, um wiederum Rotationskräften beim Aufprall vorzubeugen. Ansonsten sorgt die dicke, faserverstärkte Polymerschale für eine sehr robuste Erscheinung, schenkt aber Vertrauen. Dies wird zusätzlich durch die X-Matter Einlagen verstärkt, die sich im Kinnbügel, Ober- und Rückseite des Helmes befinden und auch in den Knieschonern von IXS verwendet werden, um die Kräfte bei einem Sturz noch besser absorbieren zu können. Damit die frische Luft auch optimal zirkulieren kann, hat IXS dem Xult Belüftungskanäle implementiert, welche die Luftströme entsprechend leiten sollen. VORTEX nennt dies der Hersteller. Mit im Lieferumfang befindet sich ein weiteres Paar Wangenpolster und eine Gebrauchsanweisung für den Helm.  Apropos Wangenpolster – neben einem festen Sitz sorgen diese auch dank des EPR Systems (emergency padding release) für ein leichtes Abnehmen des Helmes bei einem Unfall, in dem sich die Polster auch während des Tragens nach unten herausnehmen lassen. Nett wäre hier noch ein Ersatzvisier gewesen, denn erfahrungsgemäß gehen diese als erstes kaputt.

Technische Daten:

  • EN1078 & CPSC zertifiziert
  • 20 Belüftungsöffnungen
  • Größen: S/M (53-56cm), M/L (57-59cm) (getestet), L/XL (60-62cm)
  • Gewicht: 1.100 g (Herstellerangabe)
  • Preis: 349 €

Wie schlägt sich der Xult in Action?

Auf dem Kopf fühlt sich alles stimmig an. Der Xult besitzt eine angenehme Passform, erzeugt auch bei längerem Tragen keine Druckstellen und bietet ein großes Blickfeld. Auch in härteren Downhillpassagen wackelte der Xult kein bisschen. Wem die Wangenpolster zu eng sind, hat immer noch die Möglichkeit, die beiliegenden, dünneren Wangenpolster zu verwenden. Einmal mit Schweiß aufgesogen trocknen die Polster erfreulicherweise sehr schnell wieder ab. Meist reichte dazu eine kleine Mittagspause. Toll ist auch, dass die Polsterung waschbar ist, wodurch man den Helm auch nach einem verschwitzten Tag auf dem Bike guten Gewissens beim nächsten Mal wieder aufsetzen kann. Einzig ein recht groß geratener Zettel im Helm mit Klassifizierungszeichen, Warnhinweisen, usw. störte anfangs. Dieses haben wir noch vor der ersten Ausfahrt herausgetrennt. Der obligatorische Doppel-D Verschluss, mit dem der Helm geschlossen wird, lässt sich sehr einfach bedienen. Mit Handschuhen kann man aber anfangs auch gerne mal länger am Start stehen, bis dieser geschlossen ist. Mit ein bisschen Übung ist das aber auch kein Problem mehr.

Das Visier wird seitlich von zwei Schrauben aus Metall gehalten und in der Mitte lässt es sich sehr einfach über eine Schraube verstellen, die selbst mit dicken Handschuhen einfach fest und locker zu drehen ist. Erfreulich ist auch, dass das Visier sehr weit nach oben geschoben werden kann, so dass die Goggle locker darunter positioniert werden kann. Generell ist der Xult sehr flexibel, was die Verwendung der Goggles anbelangt. Alle uns zur Hand liegenden Brillen haben einwandfrei zum Helm gepasst, die farbliche Gestaltung mal außer Acht gelassen.

Der erwartete Aha-Moment zur hoch angepriesenen Belüftung bleibt leider aus. Wer erwartet, dass ihm die Luft wie in einem CC-Helm um die Ohren weht, wird enttäuscht. Doch sollten wir nicht vergessen, dass wir hier von einem Fullface Helm sprechen und dafür befindet sich die Belüftung auf sehr hohem Niveau, was langen Bikepark Tagen bei sommerlichen Temperaturen sehr zugute kommt. Die angegebene Anzahl von 20 großen Luftöffnungen muss man allerdings ein wenig relativieren, denn drei davon auf der Rückseite werden durch den Strap der Goggle verschlossen. Allerdings haben wir dadurch keine Beeinträchtigung gespürt. Beim Ausatmen machen die acht großen Luftlöcher im Kinnbügel super Arbeit, denn die Luft staut sich dadurch nicht vor dem Gesicht und entweicht sehr schnell, wodurch sich auch längere Transfer-Etappen angenehm bewältigen lassen.

Dank des großen und belüfteten Kinnbügel, lässt es sich leicht atmen
Dank des großen und belüfteten Kinnbügel, lässt es sich leicht atmen

Das Wichtigste bei einem Helm ist aber die Schutzwirkung. Von dieser konnten wir uns bei einem recht heftigen Sturz im Seeding Run beim GDC in Ilmenau voll überzeugen. Der Xult hat diesen sehr gut abgefangen, ist nicht verrutscht und trug erstaunlicherweise kaum Kratzer und Macken davon, was für eine gute Verarbeitung der Lackierung spricht.

Fazit:

Alles in allem ist der IXS Xult ein Helm, der durch seine robuste Bauweise, seinen angenehmen Tragekomfort, die sehr gute Belüftung und Schutzwirkung zu überzeugen weiß, wodurch langen Enduro Touren oder ausgedehnten Tagen im Bikepark bei sommerlichen Temperaturen nichts mehr im Weg steht. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für den Xult liegt bei 349,00 €.

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